Urteil am Landgericht Bautzen Sechs Jahre Haft für Altenpflegerin aus Zittau

Das Landgericht Bautzen hat eine Altenpflegerin wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren Haft verurteilt. Die Frau hatte eine 85 Jahre alte Frau bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Danach stahl sie ihr 140 Euro.

Landgericht in Bautzen
Das Landgericht Bautzen hat am Mittwoch das Urteil gegen eine Altenpflegerin aus Zittau gefällt. Bildrechte: IMAGO

Nachdem der Prozess um eine Altenpflegerin aus Zittau in der vergangenen Woche neu aufgerollt wurde, ist eine Woche später das Urteil gefallen. Und damit früher als geplant. Die 33-Jährige muss nach einem Urteil des Landgerichts Bautzen für sechs Jahre hinter Gitter. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Worum geht es in dem Fall?

Im Oktober 2016 hatte die Altenpflegerin eine damals 85-jährige Frau aus Görlitz in ihrer Wohnung aufgesucht, um ihr Geld zu stehlen. Die Angeklagte kannte das Opfer aus ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin. Um an das Geld zu kommen, würgte sie die Rentnerin, bis sie bewusstlos war, durchsuchte das Wohnzimmer und erbeutete 140 Euro. Anschließend zündete die Angeklagte in einer Ecke der Wohnung einen Stapel Zeitungen an, löschte das Feuer aber gleich wieder, weil sie befürchtete, dass der gesamte Wohnblock abbrennen könnte. Bevor sie die Wohnung verließ, prüfte sie noch den Puls ihres Opfers.

Was sagen die Richter?

An dieser Stelle hakte der Bundesgerichtshof nach. Überprüfte die Frau den Puls und war sich danach sicher, alles dafür getan zu haben, dass das Opfer stirbt oder überlebt, wieder zu sich kommt und Hilfe ruft? Das gehe aus der Urteilsbegründung des Landgerichts Görlitz, das zuerst in dem Fall verhandelt hatte, nicht hervor, so der BGH. Er hob das Urteil wieder auf. Und genau diesen Punkt musste das Landgericht in Bautzen in dem Revisionsprozess nun klären. Denn davon hing ab, ob der Vorwurf des versuchten Mordes zu halten ist.

Im ersten Verfahren hatte das Landgericht Görlitz die Altenpflegerin wegen versuchten Mordes, schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu acht Jahren Haft verurteilt. Die Bautzener Richter ließen den Vorwurf des versuchten Mordes jetzt fallen und minderten die Strafe. Der Angeklagten kam nach Angaben des Vorsitzenden Richters zugute, dass sie nicht vorbestraft und geständig war sowie Reue für ihre Tat zeigte. Der Richter betonte aber, dass die Frau mit ihrer Tat dem Opfer erheblichen Schaden zugefügt hat, das die traumatischen Erlebnisse wohl nie verarbeiten wird. Deshalb werde der Fall als eine besonders schwere Tat bewertet.

Quelle: MDR/dk/ris

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.06.2018 | ab 16:30 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2018, 20:54 Uhr

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