25.02.2020 | 13:41 Uhr | Update Im Tagebau Jänschwalde wird wieder Braunkohle gefördert

Blick in den Braunkohletagebau Jänschwalde
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Mit Beginn der Frühschicht hat der Tagebau Jänschwalde die Förderung von Braunkohle wieder aufgenommen. 180 Mitarbeiter begannen am Morgen ihre Arbeit, wie der Sprecher des Betreibers Leag, Thoralf Schirmer, am Dienstag sagte. Die Stimmung dort beschrieb er als "gelöst". Damit arbeitet die Grube seinen Angaben zufolge wieder im normalen Betrieb. Insgesamt sind mehr als 600 Mitarbeiter in drei Schichten beschäftigt.

Die Leag hatte die dafür notwendige Zulassung für den sogenannten Hauptbetriebsplan 2020 bis 2023 am Montag vom brandenburgischen Landesbergbauamt erhalten. "Für etwa die Hälfte der dortigen Tagebau-Stammbelegschaft, die zwischenzeitlich an anderen Betriebsstandorten der Leag eingesetzt wurde, bedeutet das die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz im Tagebau Jänschwalde", teilte das Unternehmen mit. Man sei sehr erleichtert und danke der Belegschaft für ihre Geduld, so Leag-Bergbauvorstand Uwe Grosser.

Klage von Deutscher Umwelthilfe und Grüner Liga

In Jänschwalde wurde seit dem 1. September 2019 keine Kohle abgebaggert, weil eine FFH-Verträglichkeitsprüfung gefehlt hat. Das Verwaltungsgericht Cottbus hatte deshalb entschieden, dass der Tagebaubetrieb vorläufig eingestellt werden muss. Eine Fristverlängerung für die fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung als Voraussetzung für den Weiterbetrieb hatten die Richter abgelehnt.

Vorausgegangen war eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit der Grünen Liga. Die Umweltschützer befürchteten, dass Filterbrunnen im Bereich des Tagebaus besonders geschützte Gebiete wie etwa Moore gefährden. Die Mitarbeiter in Jänschwalde wurden vorübergehend an anderen Standorten eingesetzt, unter anderem in Nochten und Reichwalde in Sachsen.

Wozu braucht die Leag eine Hauptbetriebsplanzulassung? Der Hauptbetriebsplanzulassung ist eine umfangreiche FFH-Verträglichkeitsprüfung (FFH steht für Flora Fauna Habitat/Anm. d. Red.) für 14 FFH-Gebiete und ein Vogelschutzgebiet vorangegangen. In dieser Prüfung muss die Leag nachweisen, welchen Einfluss ihre Aktivitäten auf Natur und Tiere haben. Dabei werden auch Maßnahmen beschrieben, die ausgleichend zum Bergbau ergriffen werden, zum Beispiel, wenn Stützwasser umliegenden Gewässern zugeführt wird.

Die Zulassung des Hauptbetriebsplans 2019 ohne gleichzeitig vorliegende FFH-Verträglichkeitsprüfung war im vergangenen Jahr gerichtlicher Streitpunkt gewesen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte mit Unterstützung der Grünen Liga die Zulassung beim Verwaltungsgericht Cottbus angefochten. Entsprechend der gerichtlichen Entscheidungen kam es zu einem vorläufigen Tagebaustopp, der ab dem 1. September 2019 wirksam wurde. Die von der Leag eingereichte Verträglichkeitsprüfung umfasst mehr als 1.000 Seiten. Die Zulassung der Behörde ist ebenfalls mehrere hundert Seiten dick.  

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2020 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2020, 13:41 Uhr

1 Kommentar

Horst vor 6 Wochen

6 Monate keine Kohle gefördert, die Mitarbeiter voll (?) weiterbeschäftigt - dass müssen doch immense finanzielle Verluste sein. Was sagt das Unternehmen dazu?

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