Wettervorhersage 2019 wird für die Oberlausitzer ein regenreiches Jahr

Seit mehr als drei Jahrzehnten sagt Dieter Wagner das Wetter für die Oberlausitz voraus. Seit 20 Jahren macht er das auch öffentlich. Seine Prognosen haben eine erstaunliche Trefferquote.

Ein alter Mann mit grauen Haaren und rotkariertem Hemd guckt in Zwiebelhälften, die mit Salz bestreut sind und deutet daraus das Wetter für dieses Jahr.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jedes Jahr am Silvestertag schneidet Dieter Wagner zwölf mittelgroße Zwiebeln längs auf, höhlt von jeder Zwiebel eine Hälfte etwas aus und setzt sie wahllos auf ein altes Stollenbrett. Um Mitternacht, wenn alle anderen aufs neue Jahr anstoßen, streut er in jede Zwiebelhälfte einen Teelöffel Salz. Dann stellt er das Brett mit den Zwiebeln in seinen Anbau, in dem es genauso kalt wie draußen ist.

Faschingszeit wird sehr ungemütlich sein

Sechs Tage später am Dreikönigstag holt der Oppacher das Brett in die warme Stube, sucht seine große Lupe heraus und beginnt, aus den Zwiebeln das Wetter für das neue Jahr vorauszusagen. Danach soll im Januar und Februar schon mal ordentlich Schnee fallen. "Der März wird nass, es fällt viel Regen und die Faschingszeit wird sehr ungemütlich sein", verraten dem 80-Jährigen die Zwiebeln.

Oppacher sagt Wetter mit Zwiebelhälften voraus

Ein Tablett mit zwölf Zwiebelhälften.
Auf einem alten Stollenbrett platziert der Rentner die Zwiebelhälften für sein Wetter-Orakel. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Wetter auf diese Weise vorauszusagen, hat Dieter Wagner von seinem Großvater gelernt. Und wie dieser hat der Oppacher seine Prophezeiungen sehr lange nur seiner Familie und Freunden kundgetan. Vor 20 Jahren aber machte er sie auf Drängen von Bekannten erstmals öffentlich. Und seither jedes Jahr. Natürlich deutet der 80-Jährige das Wetter für die Oberlausitz nicht nur aus seinen Zwiebelhälften, sondern zieht auch den Hundertjährigen Kalender mit zu Rate.

Seine Voraussagungen treffen mitunter voll ins Schwarze. Dieter Wagner staunt selbst darüber: "Voriges Jahr war es frappierend. Die Zwiebeln zeigten ein sehr trockenes Jahr für die Oberlausitz an." Genauso ist es eingetreten. Der Oberlausitzer erinnert sich noch gut, als vor etwa zehn Jahren Wettermann Jörg Kachelmann seine Zwiebel-Orakel mit dem tatsächlich eingetretenen Wetter verglich und auf 84 Prozent Übereinstimmung kam.

Weiße Weihnachten und sternenklare Nächte zum Jahresende

Aber natürlich kann Dieter Wagner auch mal daneben liegen. Nach der Trockenheit im vergangenen Jahr sagt er 2019 den Oberlausitzern ein feuchtes und regenreiches Jahr voraus. "Der Mai wird sehr nass, es ist zu sehen, dass da viel Wasser ist. Im Juni ist viel Wasser, es wird nass. Der Juli und der August sind trockener, aber die äußere Hälfte auch noch nass", sagt er beim Blick in die Zwiebelhälften.

Nicht viel besser als der Sommer könnte auch der Herbst 2019 werden. "Im September ist es total nass, im Oktober auch viel Regen, man könnte es auch als mieses Herbstwetter bezeichnen", fasst Dieter Wagner zusammen. Die beste Nachricht hat der Zwiebel-Experte für den Dezember. Dann könnte es wieder mal weiße Weihnachten geben. "Der Dezember beginnt mit Schneefall und ist sehr frostig, eine geschlossene Schneedecke überzieht unser Land. Es könnte diesmal mal ein verschneites Weihnachten geben. Und die Nächte sind sternenklar bis Silvester."

Ab nächster Woche soll es dann auch wieder auf der Post in Oppach den Zwiebelkalender geben – mit allen Wetter-Prophezeiungen für die Oberlausitz zum Nachlesen. Es ist das 19. Mal, dass der Kalender erscheint. Zurzeit ist Dieter Wagner damit beschäftigt, den Kalender zusammenzustellen. Am Mittwoch will er mit den Unterlagen nach Löbau in die Druckerei fahren, die ihm die Blätter für den Kalender druckt. Zu Hause wird sich der Zwiebelwettermann dann die Handarbeit am neuen Kalender mit seiner Frau Brunhild wieder teilen. "Meine Frau sortiert und faltet die Blätter und ich binde sie mit Nadel und Faden."

Wie das Wetter 2019 in der Oberlausitz wirklich wird, bleibt spannend. Die Zwiebeln sagen ein feuchtes Jahr voraus. Ob die Recht hatten, wird sich spätestens Silvester zeigen, wenn Dieter Wagner neue Zwiebeln aufsetzt, um sie zu befragen.

Quelle: MDR/ris/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.01.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen
MDR SACHSENSPIEGEL |

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2019, 16:08 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

09.01.2019 13:16 Atheist aus Mangel an Beweisen 2

Das wäre schlecht für die Grünen und ihrer Klimapanik.
Also hoffe ich das es aus Kübeln regnet.

09.01.2019 03:57 Spottdrossel 1

Da fällt Mitteleuropa als Urlaubsziel ins Wasser? Also einen Tauchurlaub planen oder ab in den subtropischen Hochdruckgürtel "düsen"?

Mehr aus Görlitz, Weisswasser und Zittau

Mehr aus Sachsen