Blick in die Geschichte Bautzen erinnert an 1.000 Jahre alten Friedensvertrag

ein historisches Schriftstsück mit einem federkiel daneben
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Um die erste Jahrtausendwende herum war die Oberlausitz Mittelpunkt eines Territorialstreits. Nach 15 Jahren wurde der Krieg beendet und ein Abkommen geschlossen, dass eine für die damalige Zeit außergewöhnlich lange konfliktfreie Phase einleitete. Benannt wurde es nach dem Ort der Unterzeichnung: der "Friede von Bautzen".

Im Geschichtsunterricht an polnischen Schulen gehört der "Friede von Bautzen" zum Pflichtwissen, hierzulande ist er beinahe vergessen. Das will Bautzen ändern und startet zum 1.000-jährigen Jubiläum am 30. Januar 2018 eine ganze Veranstaltungsreihe rund um den historischen Friedensschluss.

Hintergründe zum Friedensvertrag

Was sind die Hintergründe des "Friedens von Bautzen" und warum war er damals so bedeutend? Hier einige Informationen:

  • Um 1002 sind die Gebiete der heutigen Oberlausitz ein Zankapfel geopolitischer Interessen zwischen dem römischen König und späteren Kaiser Heinrich II. und dem polnischen Herzog Bolesław Chrobry. Die Mark Lausitz und das Milzener Land gehören zum Heiligen Römischen Reich. Da sich Heinrich II., damals noch römischer König und erst ab 1014 römischer Kaiser, um das Gebiet im Osten des Reiches wenig kümmert, besetzt im Jahr 1002 der polnische Herzog Bolesław Chrobry das Territorium der Marken Lausitz und Meißen. Er will damit die dort lebenden westslawischen Stämme der Lusitzi und Milzener unter Kontrolle bringen, sie unter seiner Herrschaft vereinen und die staatliche Einigung Polens vollenden.
  • 1005 beginnt Heinrich einen Feldzug gegen Polen. Durch die verschiedenen Kriege in jener Zeit wechselt mehrmals die Herrschaft im Gebiet der heutigen Oberlausitz.
  • 1018 drängt schließlich Kaiser Heinrich II auf einen Friedensschluss mit dem polnischen Herzog Bolesław Chrobry. Ein 15 Jahre dauernder Krieg endet. Am 30. Januar 1018 wird auf der Bautzener Ortenburg der Friedensvertrag zwischen dem Heiligen Römischen Reich und dem Herzogtum Polen geschlossen. Die beiden Herrscher sollen jedoch nicht persönlich dabei gewesen sein. Im Friedensvertrag muss Heinrich II. die Westgrenze von Polen anerkennen. Außerdem wird dem polnischen Herzog die Mark Lausitz und das Territorium der Milzener im heutigen Gebiet der Oberlausitz als Lehen zugesprochen.
  • 1024 stirbt Heinrich II.
  • 1025 wird Bolesław Chrobry mit dem Einverständnis des Papstes zum ersten König von Polen gekrönt. Er stirbt aber noch im gleichen Jahr.
  • 1031 bricht der "Friede von Bautzen".

Quelle: Stadtverwaltung Bautzen/rbb/MDR/ris

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.01.2018 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2018, 14:38 Uhr

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