Simone Lange und Alexander Ahrens
Bildrechte: dpa/Stadtverwaltung Bautzen/MDR.DE

02.08.2019 | 17:05 Uhr Ahrens zu Kandidatur um SPD-Vorsitz: "Zeit, dass sich die kommunale Ebene einbringt"

Simone Lange und Alexander Ahrens wollen künftig die SPD führen. Das kündigten die Oberbürgermeister aus Flensburg und Bautzen in einem gemeinsamen Video an. Darin betonen sie ihren Bezug zur Kommunalpolitik und "ihren direkten Kontakt zu den Menschen". MDR SACHSEN sprach mit Alexander Ahrens, der seit 2015 Oberbürgermeister von Bautzen ist.

Simone Lange und Alexander Ahrens
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Herr Ahrens, Sie bewerben sich gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin von Flensburg um den Bundesvorsitz der SPD. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Ich habe Simone Lange vergangenes Jahr kennengelernt, als sie ihre Kandidatur um den Vorsitz ja schon mal hatte. Da hatte ich sie nach Bautzen eingeladen.  Da war sie dann einen ganzen Tag hier auf verschiedenen Veranstaltungen. Und sie hat mich damals überzeugt, dass sie eine gute Kandidatin für diesen Posten ist.

Nach den Entwicklungen der letzten Monate habe ich mir gedacht, ich suche den Kontakt wieder zu ihr. Dann hatte ich gehofft, sie auf der Hauptversammlung des Städtetages in Dortmund zu treffen. Dort haben wir festgestellt, dass wir beide dieselbe Idee hatten. Wir sind seit diesem Zeitpunkt in einem sehr engen Kontakt und haben an der Idee weiter gefeilt und gearbeitet.

Wir sind beide der Überzeugung, dass jetzt der Zeitpunkt da ist, dass die kommunale Ebene sich eben mit einbringt, einschaltet und die Erfahrungen die wir aus unserer täglichen Arbeit vor Ort mit den Menschen haben, eben endlich auch in ausreichendem Maße eben Eingang in die Bundespolitik findet.

Wir sind beide der Überzeugung, dass jetzt der Zeitpunkt da ist, dass die kommunale Ebene sich eben mit einbringt ...

Alexander Ahrens Oberbürgermeister von Bautzen

Was genau meinen Sie mit "den Entwicklungen" der letzten Monate?

Ich meinte die Entwicklungen innerhalb der SPD. Aber natürlich sind das Entwicklungen innerhalb der Partei, die ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklung sind und der politischen Entwicklung des gesamten Landes. Das hat ja schließlich die SPD-Spitze auch dazu bewogen, dass es da Veränderungen gibt.

Wofür stehen sie beide? Was wollen sie konkret bewegen?

Wir wollen das ursprünglich soziale Profil der SPD wieder schärfen und eben wirklich sehen, dass das unsere Hauptaufgabe ist, unsere Kernkompetenz. Es ist ja schon sehr aussagekräftig, dass bei allen Umfragen und Erhebungen der letzten Monate und sogar Jahre deutlich geworden ist, dass die Wählerinnen und Wähler sich auch in diesem Bereich von der SPD abgewandt haben. Weil sie einfach die SPD als Partei wahrnehmen, die die Leute nicht mehr ernst nimmt. Die kein erkennbar eigenes Anliegen mehr hat. Es ist ganz klar: Wenn man als Partei für nichts steht, dann wird man für nichts gewählt, und das zeigen die Wahlergebnisse der letzten Jahre.

Nun haben Sie sich ja als Oberbürgermeister auch verpflichtet, die Jahre hier in Bautzen zu gestalten. Was passiert jetzt damit? Flüchten Sie aus Bautzen?

Ganz bestimmt nicht. Das ist auch Kern meiner ersten Botschaft an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus gewesen, dass ich gesagt habe: Ich bin für sieben Jahre gewählt, und ich beabsichtige nicht, die Amtszeit deshalb zu verkürzen oder zu vernachlässigen.

Ich bin und bleibe Oberbürgermeister von Bautzen.

Alexander Ahrens Oberbürgermeister von Bautzen

Wenn das nicht funktionieren sollte, wenn das nicht gehen sollte, dann ist das halt ein Ausschlusskriterium, dann müssen mich die SPD-Mitglieder auch nicht wählen, weil ich meine Kandidatur ganz klar unter die Prämisse gestellt habe: Ich bin und bleibe Oberbürgermeister von Bautzen. Wir leben aber heute im Zeitalter der Videokonferenzen, ich habe eine Entfernung von 200 Kilometern nach Berlin, wenn ich mal persönlich da sein muss, ist es auch zu erreichen. Das wird natürlich dazu führen, dass mein Stundenpensum sich erweitern wird, aber ich habe ganz klar die Maßgabe dass ich meine Aufgabe in Bautzen erfüllen will und erfüllen werde.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 02.08.2019 | 19:00 Uhr

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3 Kommentare

04.08.2019 10:21 Leipzigerin 3

Wer den Ursachen nicht lückenlos nachgeht und in den eigenen Reihen - beginnend vor Ort - nicht finden will- gerade im Osten - wird auch scheitern.

03.08.2019 13:30 REXt 2

Na, bei Ahrends ist es wahrscheinlich so, das er die nächste Bürgermeisterwahlen nicht überstehen wird, somit, Flucht nach vorn, an besser gefüllte Fleischtöpfe!

03.08.2019 12:34 Kirchenmitglied 1

Toll! Die beiden Politiker gelangen zu der Erkenntnis "Wir wollen das ursprünglich soziale Profil der SPD wieder schärfen und eben wirklich sehen, dass das unsere Hauptaufgabe ist, unsere Kernkompetenz.". Hätte die SPD damals unter Schröder nicht das unselige Hartz-IV eingeführt, das tausende Menschen in großes Leid und Elend gestürzt hat, dann würde sie bei der Landtagswahl sicher um die 20% liegen. Selber schuld!

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