Ein Wolf vor einem Wohnhaus
Eine automatische Wildkamera hatte den auffälligen Wolf vor einem Grundstück fotografiert. Bildrechte: Lupus - Institut für Wolfsmonitoring

Nach Angriffen auf Hunde Kranker Wolf im Landkreis Görlitz ist tot

Drei Wochen nach der Abschussgenehmigung ist ein Wolf im Landkreis Görlitz geschossen worden. Er hatte zuvor zwei Hunde gerissen. In Sachsen ist es der erste Wolf, der mit Genehmigung der Behörden getötet wurde. Im Bundestag hat der Umgang mit dem Wolf zu einer hitzigen Debatte geführt.

Ein Wolf vor einem Wohnhaus
Eine automatische Wildkamera hatte den auffälligen Wolf vor einem Grundstück fotografiert. Bildrechte: Lupus - Institut für Wolfsmonitoring

Am Ende ging es schneller als gedacht: Freitagmittag sei der auffällige Wolf "entnommen" worden, teilte das Landratsamt Görlitz offiziell mit. Den Kadaver habe man dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung übergeben, wo er weiter untersucht werde. Der Wolf hatte Ende Dezember bei Krauschwitz zwei Hunde getötet und war mehrfach in der Nähe oder sogar auf Grundstücken gesichtet worden. Eine automatisch auslösende Wildkamera hatte ihn dabei fotografiert. Das Tier hatte offenbar die Räude.

Zweiter in Deutschland geschossener Wolf

Wegen dieser Auffälligkeiten genehmigte das Landratsamt Görlitz den Abschuss, so wie es der sächsische Wolfsmanagementplan vorsieht. Es ist das erste Mal in Sachsen, dass daraufhin auch tatsächlich ein Wolf geschossen wurde. Deutschlandweit ist es der zweite Wolf, der mit Genehmigung der Behörden getötet wurde. Wolfsrüde "Kurti" war 2016 in Niedersachsen geschossen worden, weil er wiederholt den Menschen zu nahe gekommen war.

Frühere Genehmigungen blieben ohne Folgen

Die jüngste Abschussgenehmigung ist bereits die dritte Sondererlaubnis, die in Sachsen erteilt wurde. Im Herbst vergangenen Jahres sollte nach wiederholten Schafsrissen ein Wolf aus dem Rosenthaler Rudel getötet werden. Dagegen waren jedoch Naturschützer in Widerspruch gegangen. Ohne Folgen blieb auch eine Genehmigung vor fast einem Jahr. Damals wollte man einen jungen Wolf entnehmen, der unter dem Namen "Pumpak" bekannt wurde. Er hatte in Rietschen und Rothenburg nach Futter gesucht. Man fürchtete, dass er auch Menschen angreifen könnte. Bevor es aber zum Abschuss kam, verschwand "Pumpak" und wurde seitdem nicht mehr gesehen.

Thema Wolf im Bundestag angekommen

Der Umgang mit dem Wolf ist am Freitag auch im Bundestag debattiert worden. Union und SPD wollen die Ausbreitung der Wölfe künftig stärker kontrollieren, zugleich sollen Nutztiere besser vor Angriffen geschützt werden. Das vereinbarten die Parteien in den Koalitionsverhandlungen.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 02.02.2018 | ab 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2018, 18:35 Uhr

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1 Kommentar

04.02.2018 10:18 Keine artgerechte Ansiedlung/ biologischer Ausgleich fehlt 1

Der Wolf hat keine natürlichen Feinde, vor dem er Angst haben müsste, die für den biologischen Ausgleich sorgen könnten...
Allen städtischen Befürwortern der ungehinderten Ansiedlung der Wildhundhybriden empfehle ich
folgendes: sammelt die Wolfsrudel und macht einen großen und langen Zaun drum der bis in die Erde reicht und füttert sie täglich mit Fleisch welches dreimal um die Erde gekarrt wurde damit endlich das Zeugs aus den Supermärkten und bei Macs verschwindet und lasst die Schafe frisches Grün ausserhalb des Zaunes weiden... Wie wäre denn das?