Teilnehmer einer rechtsextremen Demonstration
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Landkreis Görlitz Neonazis planen Großveranstaltung in Ostritz

Teilnehmer einer rechtsextremen Demonstration
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Thüringer Neonazis planen im April 2018 ein zweitägiges Neonazi-Treffen im Landkreis Görlitz. Das geht aus der Antwort des Bundesinneninnenministeriums auf eine aktuelle Anfrage der Thüringer Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Die Linke) hervor, die MDR THÜRINGEN vorliegt. Die Großveranstaltung wurde demnach in Ostritz angemeldet. Ein Mitglied des Thüringer Landesverbandes der NPD habe die Veranstaltung am 20. November beim Landratsamt Görlitz angemeldet, teilte das Bundesinnenministerium der Abgeordneten mit. Angemeldet seien 750 Personen.

Nach Informationen des MDR wirbt der Thüringer NPD-Vorsitzende und Eichsfelder NPD-Kreisrat Thorsten Heise für das Konzert. Außerdem soll während des Treffens der "Kampf der Nibelungen" dargeboten werden. Die Kampfsportreihe gilt als Magnet für aggressive Neonazis und die Hooligan-Szene.

"Neonazi-Event mehr als eine Zumutung für den Ort"

Frau mit Brille
Kerstin Köditz Bildrechte: DiG/trialon

Die sächsische Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Die Linke) sagte dem MDR, szene-intern würden mit weit mehr Teilnehmern gerechnet als den angemeldeten 750 Personen. "Besonders aufmerken lässt, dass mehrere angekündigte Bands dem militanten "Blood & Honour"-Netzwerk nahestehen.“ Die Organisation ist in Deutschland seit September 2000 verboten. Köditz erwartet eine besonders kritische Prüfung der Anmeldung. Das Szene-Event sei nicht nur eine Zumutung für den Ort. "Von anreisenden Personen geht eine Gefahr für alle aus, die zu den Feindbildern der Szene gehören", so Köditz. Bereits jetzt werde für ein zweites Neonazi-Event geworben, das am 2. und 3. November 2018 nachfolgen soll.

In Ostritz hatten bereits in der Vergangenheit rechtsextreme Veranstaltungen stattgefunden. In Südthüringen hatte die rechtsextreme Szene erst vor wenigen Tagen eine weitere zweitägige Großveranstaltung für Juni 2018 angekündigt.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSENRADIO | 14.12.2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2017, 08:05 Uhr

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10 Kommentare

16.12.2017 17:48 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 10

@ 9:
Sicherlich hält eine starke Demokratie auch "Nazi-Lümmeleien" aus. Allerdings halten es auch deutsche Polizisten aus, deutsche Gesetze umzusetzen.

Und "Sieg Heil!" zum Hitlergruß zu brüllen ist nun mal vom deutschen Gesetz verboten. Und für den Fall, daß Du fragst: auch beide Taten unabhängig voneinander sind verboten.

Glücklicherweise besteht das deutsche Meinungsspektrum nicht nur aus 'zwei unterschiedlichen Meinungen', so daß man keine Befürchtungen vor einem 'Einheitsbrei' haben muß, nur weil einem das 'Recht auf rechtsextremistische Meinungsäußerung' verboten wurde.

16.12.2017 16:06 Ulf 9

Seltsames Verständnis von Demokratie haben hier Einige. . . Das muss eine solche auch aushalten können! Ohne verschiedene Meinungen gibt es nur noch Einheitsbrei . . .

16.12.2017 14:10 Micha 8

Ich lebe gerne in Ostdeutschland und wem es nicht passt der kann gerne fernbleiben! Und lieber ein paar Typen die feiern als die andere sogenannte "antifaschistische Klientel" und solche Zustände wie in einigen in einigen Westdeutschen Städten.

16.12.2017 10:47 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 7

In Themar skandierten die Nazis stellenweise rhythmisch 'Sieg Heil' zu dazu ausgeführtem Hitlergruß.
Draußen (in Hörweite) an den verhangenen Zäunen standen Polizisten, um diesen Zaun vor Übergriffen von außen zu schützen.
NICHT EINER DER "Sieg Heil!"-BRÜLLENDEN WURDE DAFÜR BELANGT!

Mal sehen, was die Polizei alles in Ostritz zuläßt, beschützt, toleriert.

Von den Regionen, in denen die Rechtsradikalität eher gefördert als verhindert wird, muß man sich einfach fernhalten.

16.12.2017 07:03 Andreas 6

Warum müssen die Thüringer ihre Veranstaltung im Östlichsten Teil Sachsens machen?Haben die im eigenen Freistaat keine Location ?Oder Scheut man sich in Thüringen vor soviel Br...auf einen Haufen?Das wäre doch mal eine erste Aufgabe für Herr Kretschmar das zu verbieten.

15.12.2017 22:58 Micha 5

@4 Helga ja natürlich, ich kann Sie vollkommen verstehen. Jeder möchte in Ruhe und in Frieden leben. Auf jeden Fall weiß ich von Themar das sich die sogenannten "rechten"oder sogenannten "Neonazies" besser benehmen als die sogenannten "Antifaschisten". Und genau von diesen Antifaschisten,beziehungsweise Menschen die sich als diese bezeichnen geht die meiste Gewalt aus, siehe Hamburg...Erfurt vor ein paar Tagen, da wurde vom MDR nicht berichtet, "vermummte Personen jagen Menschen durch die halbe Stadt, mit Körperverletzung "...... Und genau da liegt das Problem,die Meinungen und die Rechte die man sich selber zugesteht sollten für andere selbstverständlich sein! Wenn dann müsste man sämtliche Musik und Veranstaltungen verbieten.... Sie sehen es ist nicht immer einfach. Ich hoffe für Sie das es keine "gegen Demos" gibt und wünsche Ihnen ein frohes Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

15.12.2017 19:51 Helga Friedrich 4

@ Micha: Weiß man das so genau. Es werden wohl genug Demonstranten anrücken, die sich den Neonazis hier entgegen stellen wollen. Ausschreitungen sind da nicht aus geschlossen. Weder linke Chaoten, noch Neonazis und auch kein Multikulti möchten ich hier haben. Ich will einfach nur in Ruhe hier leben und ohne Angst auch abends noch vor die Tür gehen können. Wir haben mit der Grenzkriminalität und Strukturschwäche schon genug zu tun. Man sollte diese rechten Veranstaltungen einfach verbieten. Spart Steuergelder.

15.12.2017 12:48 Micha 3

Zitat: "Neonazi Event mehr als eine Zumutung für den Ort“

Auf jeden Fall muss man keine Angst haben das Geschäfte geplündert und Autos in Flammen aufgehen, wie das bei der anderen Klientel der Fall ist. Siehe Hamburg....

15.12.2017 10:45 Pfingstrose 2

Diese Nazikonzerte sollten verboten werden. Haben diese braunen R. immer noch Narrenfreiheit?? Dieser braune D. sollte in die Wüste geschickt werden mit samt den Rechtsverdrehern die solche braune R. vertreten..

15.12.2017 10:23 Nachdenker 1

Dann sollte man fix ganz friedlich ein Konzert mit vielen Bands, Gruppen und Musikanten aus verschiedenen Ländern als Gegenkonzert veranstalten! Es gibt so viele Menschen verschiedener Nationen bei uns, die wirklich tolle Musik machen. Wenn die alle in Aktion sind, dann hört man die braunen Typen nicht mehr.