Freigabefeier - Bundesstraße 178
2014 wurde der zwei Kilometer lange tschechische Abschnitt der B178 zwischen der Schnellstraße nach Hradek und Liberec freigegeben. Bildrechte: MDR/Bettina Wobst

B178 zwischen Niederoderwitz und Oberseifersdorf Landesamt muss Planung nachbessern

Nachdem die Landesdirektion mit Kritikern und Betroffenen zum Neubau der B178 gesprochen hat, wird als nächstes der Planungsentwurf überarbeitet. Wie lange das dauern wird, darauf will sich die Behörde nicht festlegen.

Freigabefeier - Bundesstraße 178
2014 wurde der zwei Kilometer lange tschechische Abschnitt der B178 zwischen der Schnellstraße nach Hradek und Liberec freigegeben. Bildrechte: MDR/Bettina Wobst

Seit mehr als zehn Jahren plant das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) den Neubauabschnitt der B178 zwischen Niederoderwitz und Oberseifersdorf. Mehrmals wurde die Planung überarbeitet. Nun liegt ein neuer Entwurf vor, zu dem Betroffene in der vergangenen Woche in Löbau ihre Einwände erläutern konnten. "Im Wesentlichen ging es um die Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Flächen und um wasserrechtliche Sachverhalte", sagte Mandy Taube von der Landesdirektion Sachsen.

Nicht alle vorgebrachten Probleme konnten sofort geklärt werden. Das Lasuv wird als Bauherr zu einigen offenen Fragen noch Stellung beziehen müssen, heißt es aus der Landesdirektion, die das Planverfahren derzeit leitet. Das heißt, die Planung für diesen Straßenabschnitt wird noch einmal überarbeitet. Wie umfangreich das sein wird, kann die Behörde derzeit noch nicht sagen.

Hoffen auf grünes Licht zum Jahresende

Karte Bundesstraße 178 Dreiländereck
Geplanter Streckenverlauf der B178 von Zittau bis zur A4 bei Weißenberg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Michael Hiltscher von der Interessengemeinschaft B178 hofft, dass die Änderungen nicht zu umfassend sein werden. "Wenn der Planentwurf noch einmal ausgelegt werden muss und Betroffene wieder Einwände vorbringen können, dann büßen wir noch ein Jahr ein." So geht der Zittauer davon aus, dass die Landesdirektion zum Jahresende grünes Licht für die Planung des Abschnitts Niederoderwitz – Oberseifersdorf geben und das Lasuv im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen könnte.

Um so lange Verfahren wie beim Neubau der B178 künftig zu vermeiden, schlägt der frühere Zittauer Baubürgermeister Michael Hiltscher vor, schon bei der Planung der Linienführung die Landeigentümer mit ins Boot zu holen und nicht erst, wenn die Trasse fertig geplant ist. "Die Betroffenen werden jetzt viel zu spät beteiligt. Dadurch müssen Planungen immer wieder geändert werden, was viel Zeit kostet", so Hiltscher.

Bauabschnitte B178
Nr. Bauabschnitte Länge (km) Gesamtkosten Planungsstand
1.1 A4 Weißenberg bis S112 Nostitz 5,1 geplant mind. 50 Mio. EUR wird neu geplant
1.2 S112 Nostiz bis B6 Löbau 6,3 39,4 Mio. EUR Verkehrsfreigabe 2008
2 Ortsumgehung Löbau 4,1 28,0 Mio. EUR Verkehrsfreigabe 2001
3.1 S148 Löbau bis S143 Obercunnersdorf 5,9 33,1 Mio. EUR Verkehrsfreigabe 2010
3.2 S143 Obercunnersdorf bis S128 Niederoderwitz 10,2 55,1 Mio. EUR Verkehrsfreigabe 2013
3.3 S128 Niederoderwitz bis B178 alt Oberseifersdorf 5,9 geplant mind. 25 Mio. EUR Planfeststellungsverfahren
4 Nordumgehung Zittau 4,1 13,2 Mio. EUR Verkehrsfreigabe 2000
5 B99 bis poln. Grenze 0,9 8,9 Mio. EUR Verkehrsfreigabe 2013

Quelle: MDR/ris

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 03.05.2017 | ab 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2018, 17:18 Uhr

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1 Kommentar

04.05.2018 08:19 autofahrer 1

Wenn man sich die Tabelle anschaut, ist seit 5 Jahren effektiv nicht viel passiert. Gebaut wird seit ca. 20 Jahren (wann die Gesamtkonzeption eigentlich vorliegen müßte...). Wir reden hier nicht von einer Autobahn, sondern ca. 60 km Bundesstraße - unglaublich!

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