02.12.2019 | 15:15 Uhr Polizei widerspricht: Kein gewaltsames Eindringen ins Kraftwerk Jänschwalde

Kohleproteste Tagebau Schleenhain
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Die Polizei hat am Montag Einschätzungen des Kraftwerkbetreibers Leag zum gewaltsamen Eindringen ins Kraftwerk Jänschwalde widersprochen. Demonstranten in der Lausitz hatten am Sonnabend laut Polizei nicht versucht, auf das Kraftwerksgelände Jänschwalde einzudringen. "Es gab kein Eindringen, es ist niemand bis zum Zaun gekommen" sagte ein Sprecher der Polizei. Es hatte eine angemeldete Versammlung mit rund 200 Teilnehmern vor dem Kraftwerk gegeben.

Polizei: "Nicht einen einzigen gewalttätigen Übergriff"

Die Kohle-Gegner hatten sich in Richtung des Kraftwerks bewegt, so der Polizeisprecher. Daraufhin hätten sich Polizisten Einsatzkräfte vor den Zaun gestellt. "Die Versammlungsteilnehmer haben vor uns gestoppt. Es gab nicht einen gewalttätigen Übergriff auf einen Polizeibeamten." Damit widerspricht die Polizei dem Kraftwerksbetreiber Leag. Der hatte während der Proteste am Sonnabend getwittert: "Etwa 200 Kohlegegner versuchen gewaltsam in das Kraftwerk Jänschwalde einzudringen."

So hatte sich auch Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) geäußert. Er sagte, es gebe vereinzelte Übergriffe. "Es gab auch hier schon den Versuch (...), das Gelände zu stürmen, das ist aber abgewehrt worden." Das Protestbündnis "Ende Gelände" hatte bereits am Sonntag diesen Darstellungem des Kraftwerksbetreibers Leag über das angeblich versuchte gewaltsame Eindringen auf das Kraftwerksgelände widersprochen.

Auch die Proteste in den Landkreisen Bautzen und Görlitz seien freidlich verlaufen, teilte die Polizei mit.

Attacken gegen Polizisten am Tagebau Vereinigtes Schleenhain

Kohleproteste Tagebau Schleenhain
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Im Mitteldeutschen Revier konnte die Polizei Leipzig nicht wie die Kollegen in der Lausitz und Brandenburg von Gewaltfreiheit sprechen. Im Südraum Leipzig hätten die Protestierer gewaltsam und mit Schlägen und Tritten Polizeiketten durchbrochen. "Die Friedlichkeit können wir nicht bestätigen", sagte Polizeisprecher Andreas Loepki. Die Polizei hatte sich selbst nicht in Gefahr gebracht, so Loepki. Deswegen seien die Beamten den Aktivisten auch nicht hinterher gerannt, als etwa 1.200 Protestierende auf das Tagebaugelände Vereinigtes Schleenhain gestürmt waren.

Sachsens Innenminister Roland Wöller verurteilte die Besetzung des Tagebaus Leipzig-Schleenhain. Das habe "nichts mehr mit friedlichem Klimaprotest zu tun". Er forderte die Klimademonstranten auf, sich klar von Gewalt gegen Personen und Eigentum zu distanzieren.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.12.2019 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 15:17 Uhr

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