Rosenthaler Wolfsrudel Bautzens Landrat Harig will "Problemrudel" loswerden

Bautzens Landrat Michael Harig ist mit seiner Geduld am Ende und fordert das sächsische Umweltministerium auf, Maßnahmen gegen das problematische Wolfsrudel in der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal zu ergreifen. Er habe einen entsprechenden Antrag gestellt, das "Rudel zu entnehmen", erklärte er auf einer Kreistagssitzung.

Auslöser ist der Angriff der Wölfe auf eine Schafherde bei Cunnewitz Anfang Oktober. In zwei aufeinanderfolgenden Nächten wurden etwa 30 Schafe gerissen - obwohl sie mit einem 1,40 Meter hohen Zaun geschützt waren.

Mit jedem Nutztierhalter, welcher wegen der Schadensereignisse aufgibt, ist ein Verlust an Traditionen im ländlichen Raum und ein Weniger an ökologischer Landschaftspflege verbunden. Artenschutz ist dauerhaft gegen die Interessen der Menschen nicht möglich. Um die Art Wolf zu schützen, müssen die Bestände reguliert werden, um die Konflikte zu minimieren.

Landrat Michael Harig

Unterstützung für Herdenschutz nicht ausreichend

Gewerbliche Nutztierhalter und "Hobbyhalter" können beim Freistaat Sachsen finanzielle Unterstützung für Zäune oder Herdenschutzhunde beantragen. Als Schutzmaßnahme gegen Wolfsangriffe werden zum Beispiel 90 Zentimeter hohe Elektrozäune gefördert. Doch der Fall in Cunnewitz zeige, so Harig, dass die geförderten Schutzmaßnahmen für die Halter von Nutztieren teilweise ungeeignet seien.

Eingrenzung der Wolfszahlen vs. Akzeptanz der Situation

Auch der Verweis auf das europäische Artenschutzrecht sei nicht mehr als eine Ausrede, da in nordeuropäischen Ländern Maßnahmen ergriffen werden, die Wolfspopulation erheblich einzugrenzen, sagte Harig weiter.

Das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" wirbt dagegen um die Akzeptanz der Wölfe. Darüber hinaus führt es eine Statistik über Nutztierschäden durch Wölfe: "2016 wurden dem Freistaat Sachsen bisher 53 Fälle an Übergriffen auf Nutztiere beziehungsweise Gatterwild gemeldet. In 33 Fällen war der Wolf als Verursacher wahrscheinlich oder nicht auszuschließen. Dabei wurden insgesamt 183 Tiere getötet", heißt es auf der Website.

Ende September veröffentlichte das Kontaktbüro seine Jahresbilanz über das Wolfsvorkommen in Sachsen. Das Ergebnis: Die Wölfe breiten sich in Sachsen weiter aus. Vor allem im Kreis Bautzen und in der Oberlausitz sind die Rudel zu finden.

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2016, 18:19 Uhr

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