Wirtschaft und Förderpolitik Sachsen gibt Millionen für Modellprojekte in Lausitz und Erzgebirge

Wie geht es weiter in der Lausitz nach dem Kohleausstieg und an Standorten der Bahn in Zeiten von Industrie 4.0? Mit neuen Ideen und Forschungsprojekten, die Sachsen mit Fördermitteln anschiebt.

Kraftwerksblock im Braunkohlenkraftwerk Boxberg, 2013
Braunkohle hat keine rosige Zukunft mehr in der Lausitz. Aber Know-how und Anlagen von Kohlekraftwerken will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt für Forschungen zu Speicherkraftwerken nutzen. Ein neues Institut soll in der Lausitz entstehen. Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Das Land Sachsen gibt 13 Millionen Euro Fördermittel für den Aufbau eines Instituts des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in der Lausitz aus. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Das Institut für CO2-arme Industrieprozesse will mit rund 100 Mitarbeitern die Umrüstung von Kohle- zu Speicherkraftwerken erforschen. Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Mangold sagte MDR SACHSEN, die Ansiedlung solch eines Forschungsinstituts sei ein wichtiges Signal für die Lausitz, die vom Kohleausstieg betroffen ist. "Das hat eine Katalysatorwirkung für wirtschaftliche Ansiedlungen, die es da schon gibt und später auch noch geben soll", sagte Mangold. So ein Forschungszentrum strahle positiv aufs Image einer Region aus und wirke attraktiv auf Fachkräfte.

Länderübergreifendes Institut

Der Bund bezahlt aus Steuergeldern in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags den größten Teil des Projekts. Geplant ist ein Doppelstandort in der Lausitz und in Cottbus. Der Sitz des Instituts ist in Cottbus. Offen ist, ob der sächsische Standort in Zittau, Görlitz oder in beiden Orten sein wird, hieß es vom Wirtschaftsministerium. An den Standorten in Sachsen und Brandenburg sollen die örtlichen Hochschulen Partner sein. Auch Industriekonzerne sollen sich an Forschungsprojekten beteiligen.

Modellprojekt EcoTrain im Erzgebirge

Für die Umsetzung des Modellprojektes EcoTrain im Erzgebirge stellt Sachsen zusätzliches Geld in Höhe von 60 Millionen Euro zur Verfügung. Die sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren verteilt werden. Das hat die sächsische Staatsregierung in ihrer Kabinettssitzung am Dienstag beschlossen. Bei dem Projekt geht es ums automatisiertes Zug fahren mit Hybridzügen auf dem Smart Rail Connectivity Campus in Annaberg-Buchholz. Ziel ist es laut Wirtschaftsministerium, 2019 die Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt zu erhalten und eine Kleinserie von zwölf Fahrzeugen bis 2021 umzurüsten. Das Bahnausbesserungswerk in Chemnitz soll dabei zum Innovationsstandort weiterentwickelt werden.

Quelle: MDR/dpa/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.03.2019 | ab 16:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 17:01 Uhr

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