29.06.2020 | 15:58 Uhr | Update Bombardier will mit einer Bürgschaft Aufträge absichern

Mitarbeiter stehen am Werkseingang vom Waggonhersteller Bombardier in Görlitz.
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Der Schienenfahrzeughersteller Bombardier will mit einer Bürgschaft durch Bund und Länder Aufträge und Lieferanten absichern. Das gab der Vorsitzende der deutschen Geschäftsführung von Bombardier, Michael Fohrer, nach einem Gespräch mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) bekannt. Zu Details, wie der Höhe der Bürgschaft, wurde sich nicht geäußert.

Viele Jobs gefährdet

Vor knapp drei Wochen waren weitere Sparpläne bei Bombardier öffentlich geworden. Laut IG Metall sollen Mitarbeiter auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Entgelterhöhungen verzichten und ohne finanziellen Ausgleich länger arbeiten. Nach Informationen des "Handelsblatts" sollen zudem 1.000 Arbeitsplätze in Gefahr sein.

Bombardier-Deutschlandchef Michael Fohrer hatte sich nicht zu den Zahlen geäußert, bestätigte aber, dass es ein Konzept für mehr Wettbewerbsfähigkeit gebe. Es beinhalte, dass sich die Beschäftigten an Kostensenkungen beteiligen. Ziel sei es, eine Standort- und Beschäftigungssicherung zu erreichen. Die Verhandlungen mit der IG Metall und dem Gesamtbetriebsrat von Bombardier sollen im September abgeschlossen werden. Bis dahin schloss Fohrer betriebsbedingte Kündigungen aus.

IG Metall will keinen weiteren Stellenabbau hinnehmen

Einen weiteren Stellenabbau werden die Bombardier-Mitarbeiter nicht hinnehmen, kündigte diesbezüglich Jan Otto von der IG Metall an. Die Gewerkschaft will mit dem kanadischen Schienenfahrzeughersteller nicht abschließend verhandeln. Denn Bombardiers-Konkurrent Alstom steht für die Übernahme bereits in den Startlöchern. Dann müsse man mit Alstom erneut in die Gespräche gehen.

Bombardier hatte erst vor drei Jahren den Abbau von 2.200 seiner damals 8.500 Stellen in Deutschland angekündigt. Im Dezember 2019 versicherte Bombardier, dass es keine weiteren Sparpläne geben solle. Im Februar dieses Jahres kündigte der französische Konkurrent Alstom an, Bombardier Transportation zu übernehmen. Derzeit überprüfen die EU-Wettbewerbshüter den Deal.

Bombardier Bombardier Transportation (BT) mit Sitz in Berlin ist die Zugsparte
des kanadischen Bombardier-Konzerns, der auch Flugzeuge baut.
Weltweit arbeiten in der Sparte rund 36.000 Beschäftigte. Die größten
deutschen Standorte liegen in Görlitz und Bautzen in Sachsen sowie
Hennigsdorf in Brandenburg.

Quelle: MDR/kh/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.06.2020 | in den Nachrichten

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