Sturmschäden am Tierheim in Bloaschütz Freiwillige reagieren auf Hilferuf und packen mit an

Tierheim Bautzen nach dem Sturm - eine Frau an einem zerstörten Zaun
Durch den Sturm sind im Tierheim Bautzen/Bloaschütz Bäume auf ein Freigehege gestürzt. Mitarbeiterin Katrin Zorn ist froh, dass es keine Häuser getroffen hat. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Sturmtief Friederike hat in Bautzens Tierheim hässliche Spuren hinterlassen. Zwei große Bäume sind in der Nacht von Donnerstag zu Freitag in das Auslaufgehege der Hunde gekracht. "Unsere Tiere haben keinen Schaden genommen", sagt Tierheimleiter Uwe Bär MDR SACHSEN. Die rund 70 Katzen und 15 Hunde waren während des Sturms in den Häusern untergebracht. Aber eine kürzlich erneuerte Außenanlage hatte es ordentlich erwischt. Bär entschloss sich am Freitagmorgen zu einem Hilferuf: Über Facebook fragte er, wer eine Motorsäge bedienen könne.

Selbstloser Einsatz

Daraufhin bimmelten im Tierheim die Telefone. Viele Leute wollten helfen und boten Spenden an. Tatsächlich rückten gleich am Vormittag Profis den umgestürzten Stämmen zu Leibe. Und zwar kostenlos. "Wir haben den Aufruf gesehen. Da hat der Chef die Mannschaft zusammengetrommelt und wir sind hingefahren", sagt Tina Kahlbrecht von der Bautzener Garten- und Landschaftsbaufirma Schmitt.

Nach einigen Stunden harter Arbeit hatten die Angestellten der Landschaftsbaufirma die Stämme im Hundegehege zerteilt und zur Seite geräumt. Dann musste noch ein dritter Baum gefällt werden, den der Sturm bedrohlich schief gegen das Katzenhaus gedrückt hatte. Am Nachmittag war das Gröbste beseitigt.

Kein Geld für die Baumpflege

Im vergangenen Jahr hatte es das Tierheim bei Unwettern mehrmals erwischt. "Wir hatten größere Schäden durch umgestürzte Bäume", berichtet Bär. Die Bäume an den Auslaufgehegen müssten eigentlich verschnitten werden, teils bräuchte man Neupflanzungen.

Tierheim Bautzen nach dem Sturm -große Baumwurzel
Überreste eines entwurzelten Baumes im Freigehege der Hunde. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Katrin Zorn, eine Mitarbeiterin des Tierheims, steht in der Hundeanlage und zeigt auf einen abgebrochen Ast, der sich in zwei Baumkronen verkeilt hat. "Hier müsste man mit der Hebebühne ran", sagt die Bautzenerin. Doch dazu fehlt das Geld. In der anderen Ecke des Geheges steckt ein halb entwurzelter Baumstumpf - Überbleibsel eines früheren Sturms. "Wir waren froh, dass keine Bäume in die falsche Richtung gefallen sind. Das Schlimmste wäre, wenn Gebäude betroffen wären", sagt Zorn.

Keine Tiere durch den Sturm verletzt

Die Bilanz nach Friederike: der kaputte Zaun in der Hundeanlage, ein zerstörtes Vordach am Katzenhaus und ein geplatztes Fenster. Der Tierheimchef schätzt den entstandenen Schaden auf einige tausend Euro. Für die Einrichtung, die allein für den laufenden Betrieb auf Spenden angewiesen ist, ist das kein Pappenstiel. "Ohne die vielen Helfer würde das gar nicht gehen", betont Uwe Bär. Ein dickes Dankeschön hat er bereits durch die Kanäle des Internets geschickt.

Tierheim Bautzen nach dem Sturm - eine Frau hält eine schwarze Katze im Arm
Tierheimmitarbeiterin Kerstin Heinzke in einer der Katzenstuben: Die rund 70 Katzen und 15 Hunde haben das Unwetter heil überstanden. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

900 Einsätze in der Oberlausitz

Von Donnerstagnachmittag bis zum Freitagmorgen hatte es wegen des Sturms knapp 900 Rettungseinsätze gegeben in der Oberlausitz, so die Bilanz der Integrierten Rettungsleitstelle Hoyerswerda. Hauptschwerpunkte der unwetterbedingten Einsätze waren umgestürzte Bäume, die in Stromleitungen fielen und Straßen blockierten, sowie abgedeckte Dächer.

Quelle: MDR/ma

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.01.2017 | 16:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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