Wifi-Symbol auf einem Smartphone-Display
Bildrechte: IMAGO

Mobil surfen im Internet Neue Hotspots in der Oberlausitz

Weißwasser hat am Mittwoch vor dem Rathaus den ersten städtischen WLAN-Hotspot aktiviert. Große Pläne verfolgt Hoyerswerda. Für die Städte der Oberlausitz ist der kostenlose Zugang ins Internet eine wichtige Sache.

Wifi-Symbol auf einem Smartphone-Display
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Ob für Messengerdienste oder Informationsportale - um an der digitalen Welt teilzunehmen, muss man ins Internet. Hatte Weißwasser erst im November die Stadt-App "Weißwass(er)leben" freigeschaltet, gibt es nun den uneingeschränkten Zugang: Am Mittwoch haben Oberbürgermeister Torsten Pötzsch und die Geschäftsführer der Stadtwerke, Katrin Bartsch und Stefan Przymosinski, auf dem Marktplatz den ersten städtischen WLAN-Hotspot eingeweiht.

Eine Frau und drei Männer stehen an einem Tisch und drücken einen symbolischen Startknopf.
Der Marktplatz von Weißwasser ist jetzt eine WLAN-Zone. Stadtwerke-Geschäftsführerin Katrin Bartsch, Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, der Vorsitzende des Stadtwerke-Aufsichtsrates Julien Mounier und Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Przymosinski (v.l.) haben am 16. Januar den symbolischen Startknopf gedrückt. Bildrechte: Stadtwerke Weißwasser

Über ihn erhalten Bürger, die sich auf dem Markt befinden, für Handy, Tablet oder Notebook ab sofort kostenlosen Zugang ins Internet. Eine Registrierung sei dafür nicht nötig, nur die allgemeinen Geschäftsbedingungen müssten akzeptiert werden, erklärt Bartsch.

Für die Stadtwerkechefin gehört ein Hotspot zu einer modernen Stadt dazu. Damit würde man echten Bedürfnissen gerecht und liefere den Menschen Lebensqualität. Solange das Funknetz in der Region eingeschränkt sei, seien solche Angebote super, fügt Weißwassers Wirtschaftsförderer Torsten Rennhak hinzu.

Rund 10.000 Euro haben Weißwassers Stadtwerke in die Einrichtung des WLAN-Hotspots investiert. Die Antenne befindet sich im Rathaus unterhalb des Balkons und versorgt fast den gesamten Marktplatz. Die Surfdauer über diesen Hotspot ist zunächst auf eine Stunde begrenzt. Maximal 256 Nutzer können sich dabei gleichzeitig anmelden. Die Down- und Upload-Geschwindigkeit liegt bei bis zu zehn Megabit pro Sekunde. Das ist ausreichend schnell, um Mails und Internetseiten aufzurufen, Webradio zu hören oder auch süße Katzen-Clips bei Youtube anzugucken.

Katrin Bartsch hofft, dass auch die Stadt-App über den Hotspot genutzt wird. Die Anwendung liefert unter anderem Informationen zu Behörden, aktuellen Straßensperrungen und Veranstaltungen. Etwa 2.200 Mal wurde sie bisher heruntergeladen. Bewährt sich der öffentliche Internetzugang auf dem Markt, wären aus Sicht der Stadtwerke weitere Hotspots, etwa am Bahnhof, denkbar.

Hoyerswerda geht in die digitale Offensive

Seit Abschaffung der Störerhaftung im Jahr 2017 können Betreiber offener WLAN-Hotspots nicht mehr für Urheberrechtsverstöße Dritter belangt werden. Das hat auch den Kommunen die Entscheidung für freie Internetzugänge erleichtert. So will Hoyerswerda bis Ende März gleich neun öffentliche WLAN-Hotspots einrichten. Die Vorplanungen mit der Firma seien abgeschlossen und Fördermittel vom Land bewilligt, teilt Silke Braun aus der Verwaltung mit. Die kostenfreien Zugänge ins Internet sollen in allen fünf Ortsteilen installiert werden, unter anderem am Markt und auf dem Lausitzer Platz.

Das Lausitzer Seenland-Klinikum in Hoyerswerda hat zudem voriges Jahr begonnen, das gesamte Haus mit WLAN auszustatten. Es ist die Basis für mobile Visiten und die vollständige Digitalisierung der Patientenakten. Mitte diesen Jahres soll das Netz in Betrieb gehen, kündigt Kliniksprecher Gernot Schweitzer an.

Dann soll der Internetzugang auch den Patienten zur Verfügung stehen. Über die Zugangsmöglichkeiten und Kosten werde diesbezüglich in den nächsten Tagen entschieden, so Schweitzer.

Bautzen kommt nicht voran

In Bernsdorf hat die Stadtverwaltung ebenfalls kommunale Hotspots auf dem Schirm. "Wir befinden uns in Verhandlung mit der Deutschen Telekom, die Auftragnehmer des Großprojektes Breitbandausbau sind, um entsprechende örtliche Gegebenheiten und Wünsche, wie kommunale Hotspots, in diesem Rahmen ebenso bis Ende 2020 umzusetzen", teilt Linda Pawlowski dort mit.

In Bischofswerda gibt es seit Ende 2015 auf dem Altmarkt öffentliches WLAN. Dreimal täglich kann man sich hier mit seinem Gerät für 59 Minuten einwählen. Die Kleinstadt denkt über weitere Hotspots nach, berichtet Sascha Hacha, Referent des Oberbürgermeisters: "Zum Beispiel im Tier- und Kulturpark oder im Freibad. Aber da sind wir erst noch am Prüfen der Möglichkeiten."

Die Touristenstadt Görlitz bietet seit Dezember 2017 mehrere freie Internetzugänge an. WLAN-Standorte gibt es etwa auf der Brüderstraße gegenüber der Görlitz-Information, auf dem Untermarkt sowie am Infoterminal Altstadtbrücke. 90 Minuten kann täglich gesurft werden. Ein weiterer Hotspot soll in diesem Jahr am Postplatz/Ecke Frauenkirche entstehen, teilt Wulf Stibenz aus der Verwaltung mit.

Seit Jahren müht sich Bautzen um kostenfreies WLAN, ohne wirklich voranzukommen. "Wir sind immer noch dabei, von Anbietern Angebote einzuholen. Die technischen Voraussetzungen sind teilweise sehr kompliziert, was den Prozess behindert", erklärt Alexander Scharfenberg, Amtsleiter der städtischen Wirtschaftsförderung. Die Bautzener Verwaltung stellt sich kostenfreie Zugänge für den Hauptmarkt, Kornmarkt, Postplatz, Bahnhof und den Touristenparkplatz an der Schliebenstraße vor.

Internet auf der Schiene

Blonde Frau mit roter Jacke und weißem Schal steht in der Regionalbahn, hält weißes Smartphone
In den Trilex-Zügen kan das WLAN zeitlich unbegrenzt genutzt werden. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Komfortabel sieht es inzwischen beim Bahnverkehr aus. Seit Sommer 2018 ist die gesamte Trilex-Flotte der Länderbahn mit kostenfreiem WLAN ausgestattet. "Wir haben etwa 1.000 Nutzer am Tag", berichtet Länderbahnsprecher Jörg Puchmüller. Bei einer Beschränkung des Datenvolumens auf 100 MB kann auf den Strecken zwischen Görlitz-Dresden und Zittau-Dresden zeitlich unbegrenzt gesurft werden.

Auch die ODEG bietet seit Dezember in den "Desiro"-Zügen zwischen Görlitz und Hoyerswerda sowie Görlitz und Bischofswerda WLAN an. Allerdings nur in diesem bestimmten Fahrzeugtyp. Es werde sehr gut genutzt, so eine ODEG-Sprecherin.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.01.2019 | ab 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 12:49 Uhr

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1 Kommentar

17.01.2019 12:59 bautzener 1

Ach, in Bautzen sind die technischen Voraussetzungen viel komplizierter als anderswo. Nicht zu fassen. Wieder etwas, was in der Stadt seit dem 21.8.2015 nicht vorangeht.

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