Oberlausitz Jagdhund auf Truppenübungsplatz vermutlich von Wolf getötet

Ein Wolf hat in Sachsen vermutlich einen Jagdhund getötet. Das teilte das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen am Donnerstag mit. Endgültige Klarheit soll ein Gentest bringen.

Der Hund war bereits am Dienstag auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz gefunden worden. Er hatte Wild verfolgt und war nicht wieder zurückgekehrt. Da er am Halsband einen GPS-Sender trug, konnte sein Besitzer ihn wiederfinden. "Es ist durchaus denkbar, dass der Hund ins Beuteschema des Wolfes passte", erklärte Lovis Kauertz, Chef des Vereins Wildtierschutz Deutschland.

Ein Achtungsschild für Panzer steht im sächsischen Weißkeißel auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz.
Der mutmaßliche Angriff des Wolfs ereignete sich auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz. Bildrechte: dpa

Aufgrund der Auffindesituation lässt sich ein Wolf als Täter vermuten. Genetikproben sollen darüber Aufschluss geben, ob dies bestätigt werden kann und ob ein Zusammenhang zu den bisherigen Übergriffen auf Haustiere in der Region besteht.

Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen"

Wolf zum Abschuss freigegeben

Unklar ist noch, ob es einen Zusammenhang mit einem zum Abschuss freigegebenen Wolf gibt. Im Dezember waren zwei Hunde in Weißkeißel und damit im Gebiet des Truppenübungsplatzes leblos aufgefunden worden. Ein genetisches Gutachten hatte ergeben, dass sie von einem Wolf getötet wurden. Der Wolf, der von Räude befallen ist, wurde zum Abschuss freigegeben.

Der Naturschutzbund teilte nach dem aktuellen Fall mit, dass Angriffe von Wölfen auf Hunde in Deutschland selten seien. Dennoch sei es möglich, dass sie in einem Hund auch einen territorialen Konkurrenten sehen. Die Nähe des Besitzers sei der beste Schutz für einen Hund, deswegen sollten diese in Wolfsgebieten auch nur angeleint ausgeführt werden. Der Gentest soll auch Klarheit darüber bringen, ob ein Zusammenhang mit anderen Übergriffen auf Haustiere in dieser Gegend besteht.

Das Kontaktbüro rät Besitzern von Hunden und Katzen im nördlichen Landkreis Görlitz, bis auf Weiteres ihre Tiere gut zu beaufsichtigen.

Wer einen Wolf in dieser Gegend gesichtet hat, wird gebeten, sich möglichst zeitnah beim Landratsamt Görlitz zu melden: Tel. 03588 2233 3401, E-Mail: forstamt@kreis-gr.de

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.02.2018 | 13:30 Uhr Nachrichten aus dem Regionalstudio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2018, 15:32 Uhr

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5 Kommentare

02.02.2018 11:24 augu 5

"Der Naturschutzbund teilte nach dem aktuellen Fall mit, dass Angriffe von Wölfen auf Hunde in Deutschland selten seien."
Jeder Hund , der in die Nähe eines Wolfes kommt ist stark gefährdet, weil der Wolf in ihm Feind oder Beutetier sieht. Als Hundehalter habe ich vor dem Wolf keinerlei Angst, weil er mich nicht angreifen würde, wohl aber meinen Hund, wenn ich ihn in freier Landschaft frei laufen lasse. Er hätte auch mit seinen 33 kg keine Chance, weil der Wolf viel stärker ist. Wenn Wolfsangriffe auf Hunde bisher selten waren, dann nur weil Begegnungen selten waren, das kann sich aber künftig ändern.

02.02.2018 11:06 matze 4

Der Wolf ist ein Wildtier und soll dies auch bleiben, dazu gehört der Respekt zu Menschen und deren Haustieren! Und Respekt bekommt man nur durch Konsequenzen, diese können beim Wolf nur durch selektiven Abschuss erfolgen, wie bei allen anderen Wildtieren auch. Ausserdem schafft man es nicht den Wolf durch normale Jagd auszurotten, siehe die Vergangenheit, denn da wurde über Jahrhunderte der Wolf mittels aller (heute auch illegalen) Mittel verfolgt.

02.02.2018 08:31 ach so 3

Es geht doch nicht um Ausrottung! Aber warum kann man nicht die Population in Grenzen halten? In Skandinavien geht es auch, oder leben dort Barbaren?

01.02.2018 21:14 Howard 2

An 1 Wo geht es hin?: Womit begründen Sie die Forderung nach der Ausrottung einer Tierart? Evtl. haben die Hunde auch den Wolf angegriffen und er hat sich gewehrt. Das wird zwar in diesem Artikel nicht thematisiert, aber es ist durchaus im Bereich des Möglichen.

01.02.2018 18:05 Wo geht es hin? 1

Also ich habe mich jetzt innerlich, wenn auch mit Bauchschmerzen, festgelegt: der Wolf war viele Jahre nicht da, wurde von den allermeisten auch nicht vermisst und so soll es wieder sein. Abschuss und Ruhe ist wieder. Klingt hart, ist es auch, aber ich sehe keine andere, vernünftige Lösung.