Wolfsregion Lausitz Wölfe reißen 32 Schafe

In der Oberlausitz haben Wölfe in drei aufeinanderfolgen Nächten Schafherden attackiert. Wie das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz am Donnerstag mitteilte, wurden dabei südlich von Hoyerswerda insgesamt 32 Schafe getötet.

Wie hoch können Wölfe springen?

Schafherde
Hohe, feste Zäune reichen offenbar nicht aus, um Schafe vor Wölfen zu schützen. Bildrechte: colourbox.com

Zunächst hatten ein oder mehrere Wölfe, die vermutlich zum Rosenthaler Rudel gehören, in der Nacht zum Dienstag eine Herde bei Ralbitz angegriffen. Sie überwanden einen 1,40 Meter hohen, festen Weidezaun und rissen drei Schafe. In den beiden Folgenächten gab es zwei Attacken auf eine Herde beim nahegelegenen Ort Cunnewitz. Hier töteten die Raubtiere insgesamt 29 Schafe. Auch in diesem Fall übersprangen die Wölfe offenbar den 1,40 Meter hohen Festzaun aus Knotengeflechtdraht. Zumindest wurden keine Grabespuren gefunden.

Weitere Aufrüstung scheint nötig

Nach Aussage des Kontaktbüros bieten feste Zäune einen geringeren Schutz gegen Wölfe als Elektrozäune, die über eine aktive abschreckende Wirkung verfügen. Aber auch die Schutzfunktion von Festzäunen kann demnach verbessert werden. Nachdem im vergangenen Jahr im Rosenthaler Territorium Wölfe mehrmals Zäune übersprungen hatten, wurde über diese beispielsweise sogenanntes "Flatterband" gespannt. Die Zäune wurden durch diese optische Barriere bis zu 30 Zentimeter höher. Größeren Schäfereibetrieben empfehlen die Wolfsexperten, sich Herdenschutzhunde anzuschaffen.

Zuwachs bei Wölfen in Sachsen

In Sachsen gibt es derzeit 19 bestätigte Wolfsterritorien, eines davon reicht nach Brandenburg, ein weiteres nach Tschechien hinein. Drei weitere Territorien werden in den Nachbarländern gezählt, weil sich nur ein kleiner Teil von ihnen auf sächsischem Gebiet befindet. Im Vergleich zur vorherigen Zählung 2014 haben sich im Freistaat fünf neue Rudel und drei neue Paare angesiedelt.

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2016, 22:38 Uhr

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43 Kommentare

10.10.2016 21:38 Geschwätz entlarvern 43

@goffmann: Das "zumeist der Wolf als Todesursache angenommen" [sic!] wurde, ist eine Behauptung, die Sie gerne belegen dürfen. Glauben Sie, die 273 toten Kinder innerhalb von 20 Jahren in der indischen Provin Uttar Pradesh sind auch nur "angenommen" worden?

Es geht doch überhaupt nicht darum, ob eine Gefahr "überschätzt" oder "unterschätzt" wird. Es geht darum, die unverantwortliche Propaganda zu widerlegen, vom Wolf würde keinerlei Gefahr ausgehen. Es gibt ja immer noch genug Verantwortungslose, die der Bevölkerung - und selbst Kindern - allen Ernstes solchen Unfug beibringen. Die Gefahr sinkt oder steigt mit der Anzahl der Kontakte zum Menschen. Das Risiko, von einem Rudel Wölfe getötet zu werden beträgt 0% in der Plattenbauwohnung und 100%, wenn man sich dazu entschließt, seinen Wohnsitz in das Wolfsgehege des Tierparks Kolmarden zu verlegen. Und es steigt proportional zur ungehemmten Vermehrung nicht bejagter Wölfe.

10.10.2016 14:03 Tierhalter 42

@Paul
"Aber natürlich sind Wölfe in der Regel stark nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie im dichtem Unterholz. So meiden sie Menschen. Dies belegten auch die Besenderungen von Lausitzer Wölfen. "

Es gab drei Besenderungen, daraus das Verhalten "der Lausitzer Wölfe" abzuleiten hat schon etwas von Wunschdenken.

Bitte eine Quelle angeben, statt Wiederholung von eingebildetem Wolfsverhalten.

10.10.2016 12:50 goffman 41

@ Geschwätz entlarven: Sie überschätzen die Gefahr die vom Wolf ausgeht. Die Fälle aus der zitierten Studie lassen sich kaum auf unsere heutige Zeit übertragen. Wenn damals eine Leiche gefunden wurde, die von Wölfen angefressen war, wurde zumeist auch der Wolf als Todesursache angenommen. Aufgrund der Hungersnöte, Kriege, Epidemien und auch aufgrund der Infrastruktur und Lebensweise der damaligen Zeit, hatte der Wolf im untersuchten Zeitraum einen ganz anderen Stellenwert. Trotzdem haben Sie natürlich Recht, das der Wolf dem Menschen prinzipiell gefährlich werden kann. Aber: 1. Diese Gefahr könnten wir minimieren, ohne dem Wolf zu schaden. 2. Selbst wenn wir die im Schnitt 20 Tote pro Jahr für heute annehmen wollten: Es sterben jährlich mehr Menschen durch Jagdwaffen in Deutschland. Die Zahl an Jagdwaffen könnte reduziert werden, wenn sich der Wolf weiter ausbreitet. 3. Trotz der geringen Gefahr, die vom Wolf ausgeht: es ist trotzdem wünschenswert, wenn er sich hier wieder ansiedelt.

09.10.2016 19:56 Paul 40

"Na klar, laut Paul schlafen ja 80 % der Wölfe ab 13:00 Uhr tief und fest.

Herr, klär sie auf."
Aber natürlich sind Wölfe in der Regel stark nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie im dichtem Unterholz. So meiden sie Menschen. Dies belegten auch die Besenderungen von Lausitzer Wölfen.
LG
Paul

09.10.2016 19:55 H.W. Peters an Tierhalter 39

Und wie geht es weiter? Wollten Sie auch etwas sagen oder nur beten?

09.10.2016 17:51 Tierhalter 38

"Die Wolfspopulatation ist abhängig vom Nahrungsangebot und größe des Jagdreviers,"

und der erste "Zwischenfall" mit einem Menschen ist Abhängig von der Anzahl der möglichen Kontakte.

Na klar, laut Paul schlafen ja 80 % der Wölfe ab 13:00 Uhr tief und fest.

Herr, klär sie auf.

09.10.2016 14:03 H.W. Peters an Geschwätz entlarven 37

Keine Population wächst in den Himmel.
Die Wolfspopulatation ist abhängig vom Nahrungsangebot und größe des Jagdreviers, durch den derzeitig hohen Wildbestand und Platzangebot (noch nicht besetzte Wolfsgebiete) in Deutschland findet der Wolf genug Futter und vermehrt sich aktuell im Faktor 1.3, vielleicht 1.35.
Der Wolf ist keine Gefahr für die Bevölkerung, sondern pflegt als Top-Räuber die Biodiversität in der Natur.

09.10.2016 10:16 Geschätz entlarven @H.W.Peters 34 36

Teil 2: Daß es auch andere Gefahren gibt, kann ja wohl kein Grund sein, der Bevölkerung eine weitere Gefahr zuzumuten. Wir hatten letztes Jahr gut 300 Tiere - dieses Jahr wohl an die 500. Bei konservativ gerechneter Vermehrungsrate von 1,38 (Bibikow) haben wir innerhalb weniger Jahre mehrere tausend Wölfe, die aufgrund fehlender Bejagung ausnahmslos gelernt haben, daß vom Menschen keine Gefahr ausgeht. Na das wird noch spannend. Aber Kinder können mittels "Klatschen und Trillern" (TM) bekanntlich ganze Rudel vertreiben, wie wir von Experten gelernt haben.

@Paul 33: Quark. Es gibt ja nun weiß Gott genug Viedeobeweise und Fotos, die die fehlende Scheu von Wolfen - bei weitem nicht nur MT6 - belegen. Über die prozentuale Verteilung können sich Erbsenzähler freilich gerne profilieren.

09.10.2016 10:02 Geschätz entlarven @H.W.Peters 34 35

Teil 1: Fakt ist: auch diese Studie belegt, daß Menschen durchaus ins Beuteschema des Wolfes passen - auch wenn von interessierter Seite diesbezüglich immer noch gern gelogen und geleugnet wird.

Glauben Sie, Tollwut sei kein Problem mehr? In Osteuropa ist Tollwut durchaus ein Thema. Ein Wolf kann am Tag 70 km wandern. Der besenderte Rüde MT3 zog 2009 innerhalb kürzester Zeit von Nochten nach Weißrußland. Umgekehrte Wanderbewegungen sind nicht nur denkbar sondern Alltag, wie die Antwort der Brandenburgischen Landesregierung auf die kleine Anfrage Nr. 2935 des Abgeordneten Dombrowski belegt.

Daß sich Ihre Zahlen auf "Europa" beziehen, ist eine Lüge. Denn Europa reicht bekanntlich immer noch bis zum Ural. Und wenn Sie sich auf die letzten 50 Jahre beziehen, fragt sich, warum sie auch die Zeit vor diesen 50 Jahren unter den Teppich kehren. Warum blenden Sie z.B. die "Kirov wolf attacks" aus? Passen sie nicht in Ihre Argumentationskette?

09.10.2016 00:46 H.W. Peters an Geschwätz entlarven 34

Sie verweisen auf eine Studie, die einen Zeitraum von 500 Jahren bis ins 1900 Jahrhundert untersucht, in der Menschen durch Wölfe getötet wurden. Bei den meisten Angriffen war Tollwut im Spiel. Aktenkundig sind auch Wolfsrudel, die, etwa im Dreissigjährigen Krieg (1618–48), den Heeren folgten und sich an den Gefallenen verköstigten.

In den letzten 50 Jahren gab es in Europa 59 Angriffe durch Wölfe darunter 9 Todesfälle, dabei spielte in 6 Fällen Tollwut eine Rolle.

Die Gefahr von einer Bache oder einem Keiler angegriffen oder getötet zu werden, ist wesentlich höher, als im Magen von Isegrim zu landen.