Landkreis Görlitz Gutachten nach Wolfsabschuss eingetroffen

Ein Wolf vor einem Wohnhaus
Der mit Räude befallene Wolf hatte zwei Hunde in der Region getötet. Bildrechte: Lupus - Institut für Wolfsmonitoring

Zwei Wochen nach dem Abschuss eines Wolfes liegen jetzt im Landratsamt Görlitz erste Befunde vor. Aus dem Gutachten des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gehe hervor, dass der Rüde vor zwei Wochen fachgerecht erlegt wurde, hieß es am Freitag in Görlitz. Das Tier war zum Abschuss freigegeben worden, nachdem es zwei Hunde in Krauschwitz und Weißkeißel getötet hatte. Eines der gerissenen Haustiere befand sich angeleint im Hof, das andere lief frei herum. Der Wolf war zuvor mehrfach in der Nähe der Grundstücke gesichtet worden.

Geschossener Wolf hatte Milbenräude

Laut Landratsamt sind die Untersuchungen des IZW noch nicht komplett abgeschlossen. Bislang bestätige das Gutachten aber, dass der Wolf die Räude hatte und wahrscheinlich aus Westpolen stammte. Ob dieser Wolf auch für den Tod eines Jagdhundes auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz verantwortlich ist, ist bislang ungeklärt. Den Gentest für den im Januar getöteten Hund führt das Senckenberg Forschungsinstitut aus Hessen durch.

Institut Lupus war ebenfalls für Abschuss

Das Landratsamt Görlitz hatte im Dezember den Abschuss beim Umweltministerium beantragt. Dieses hatte eingewilligt, den Wolf töten zu lassen. Auch das Institut LUPUS hatte den Abschuss befürwortet. Wolfsexpertin Ilka Reinhardt sagte in einem Interview mit MDR SACHSEN: "Generell sind wir sehr erleichtert, dass dieses Tier nun entnommen wurde und wir den Menschen in der Region sagen können, dass sie keine Angst mehr haben müssen." Reinhardt betonte, dass der Abschuss so erfolgte, wie es der Managementplan vorsieht. "Wenn sich Wölfe so verhalten, dass das nicht tolerabel ist - und das ist in diesem Fall so gewesen - müssen sie zum legalen Abschuss freigegeben werden." Es ist das erste Mal in Sachsen, dass tatsächlich ein Wolf mit Genehmigung geschossen wurde.

120 Anzeigen von Tierschützern

Tierschützer kritisieren den Abschuss nach wie vor. Rund 120 Kläger haben sich der Strafanzeige einer Tierschützerin aus Hamburg angeschlossen. Sie glaubt, dass nicht alle Mittel ausgeschöpft wurden, um den verhaltensauffälligen Wolf zu vergrämen. Dem Landratsamt Görlitz liegen noch keine offiziellen Schriftstücke vor.

In Sachsen leben 14 Wolfsrudel

Die Angriffe von Wölfen auf andere Tiere sind sachsenweit im vergangenen Jahr angestiegen. Dem LUPUS-Institut für Wolfsmonitoring und -forschung lagen 2017 insgesamt 106 Meldungen von Angriffen auf Nutztiere vor. In 65 Fällen waren Wölfe an dem Tod der Tiere schuld. Im Jahr davor waren es nur 44 Fälle. Inzwischen gibt es nach Schätzungen des Umweltverbandes NABU etwa 60 Wolfsrudel in Deutschland. Die Population konzentriert sich vor allem auf Ostdeutschland und den Harz. In Sachsen leben 14 Rudel mit bis zu sechs Wölfen.

Quelle: MDR/jok

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.02.2018 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2018, 21:44 Uhr

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1 Kommentar

17.02.2018 19:10 Minna 1

Ich frage mich ernsthaft, ob hier manche Menschen blöd sind, oder nur lange Weile haben. Ein kranker Wolf bewegt sich in Ortschaften und tötet Haustiere, worunter die Eigentümer mit Trauer, Wut leiden, und die haben kein anderes Problem, als das man den Wolf hätte vergrämen sollen. Zwei tote Hunde gegenüber einem kranken Wolf...Sollte erst noch mehr passieren...ein Kind vielleicht? Nutzen- Aufwand?? Richtig das er tot ist.