03.01.2020 | 13:00 Uhr Hilfe im Notfall: Was können Begleit-Apps?

Der Technikfuchs von MDR SACHSEN, Alexander Schubert, hat Apps unter die Lupe genommen, die einen auf dem Weg nach Hause begleiten und im Notfall andere informieren. Es handelt sich um die Apps "Wayguard" und "Komm-gut-heim". Was können diese sogenannten Begleit-Apps? Für wen sind sie geeignet?

Eine Frau geht mit einem Hund auf einem Feldweg 3 min
Bildrechte: PantherMedia/Hannamariah

Apps, die einen auf dem Weg nach Hause begleiten? Was muss man sich darunter vorstellen?

Alexander Schubert: Ganz einfach lässt es sich so erklären: Man kommt abends von der Arbeit, vom Gassi-Gehen mit dem Hund oder nachts von einer Feier im Dunkeln nach Hause. Man geht vielleicht über unbeleuchtete Wege und hört seltsame Geräusche - da kann man es schon mal mit der Angst zu tun bekommen. Und in solchen Fällen können Begleit-Apps helfen.

Und wie hilft mir die App "Wayguard" dann?

Ein Telefon mit der Startseite von mdr.de/mobil
Mit der App "Wayguard" hat man auf dem Weg allein nach Hause ein besseres Gefühl. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/colourbox

Wenn man sich für die App registriert hat, kann man sich als Nutzer direkt von einem Mitarbeiter der App-Firma "Wayguard" nach Hause begleiten lassen. Das funktioniert durch die GPS-Daten des Handys, auf die die App-Firma zurückgreifen kann, wenn man die App bestätigt. Und nur dann kann die Firma auf diese sensiblen Daten zurückgreifen.
Über die App kann man auch per Tastendruck Notrufe in die Zentrale nach Berlin absetzen. Die App zeigt dort die GPS-Koordinaten an. Und von der Zentrale aus werden Einsatzkräfte alarmiert und zum Standort der Person gelotst. Die App hat übrigens 300.000 Nutzer und gilt als bekannteste Begleit-App.

Wayguard = heißt Wegbeschützer

So ein Mitarbeiter der App-Firma ist ja eine fremde Person. Das ist vielleicht nicht Jedermanns Sache. Kann man sich mit der App auch von Freunden oder Verwandten auf dem Weg nach Hause begleiten lassen?

Ja, das ist kein Problem. Dafür muss die App einfach nur bei der zweiten Person, zum Beispiel einem Verwandten, installiert sein. Dann kann auch diese Person einen per Chat oder Telefonat begleiten und sieht, wo man ist. Großer Vorteil: Es wird einem die Angst genommen, dass man allein ist.

Was kostet die App für den ruhigen Heimweg?

Sie ist tatsächlich kostenlos und es gibt sie sowohl für die Handy-Betriebssysteme iOS und Android.

Die zweite App heißt "Komm-gut-heim". Bei der App ist der Name hoffentlich auch Programm. Was kann diese App?

Hinter der App "Komm-gut-heim" steckt kein eigenes Team, das die Nutzer im Notfall begleitet. Diese App, die von drei Regensburger Studenten vor fast sechs Jahren entwickelt wurde, setzt einzig und allein auf die Kontakte des Nutzers. Dabei kann der Nutzer der App bestimmte Kontakte, die er für besonders geeignet hält, als Begleitpersonen auswählen. Auf einer Karte sehen diese Personen dann, wo sich der Handy-Nutzer befindet.

Gibt es noch Zusatzfunktionen bei dieser App?

Ja, die gibt es. Die App bietet sogar die Möglichkeit, dass eine Person mehrere Handy-Nutzer auf ihrem Nachhauseweg begleitet. So kann Mama oder Papa sehen, wo die Kinder gerade sind und diese dann nach Hause begleiten. Wenn Tochter und Sohn auf unterschiedlichen Partys oder bei unterschiedlichen Sporttrainings sind, ist das kein Problem.

Das ist eine App, die viele Eltern beim Nachhause-Weg der Kinder beruhigen könnte. Was kostet die App?

Diese App für iOS- und Android-Geräte ist in der Grund-Variante kostenlos. Wenn man die kostenpflichtige Version für einmalig mindestens 1,50 Euro wählt, dann kann der App-Nutzer im Notfall sogar an eine bestimmte festgelegte Zahl von Kontakten eine Push-Nachricht etwa als SMS mit seinem genauen Standort verschicken.

Quelle: MDR/as/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.01.2020 | 10:17 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen