Novellierung Sachsen will Bürger an neuem Bestattungsgesetz beteiligen

Grabschmuck steht auf zahlreichen Grabsteinen
Neben der traditionellen Bestattung will der Freistaat Sachsen in Zukunft auch alternative Formen ermöglichen. Bildrechte: dpa

Das sächsische Sozialministerium will angesichts der steigenden Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen das Bestattungsgesetz überarbeiten. Unter anderem wolle man die vielfältigen Religionen und Weltanschauungen stärker in den Blick nehmen, teilte das Ministerium mit. Dabei setze man auf die Beteiligung der Sächsinnen und Sachsen. Sie können bis zum 17. Januar Stellungnahmen abgeben, um sich an der Neugestaltung des Gesetzes aktiv zu beteiligen.

Alternative Bestattungsformen

"Ich glaube, dass wir hier eine gute Möglichkeit nutzen können, um Wünsche und Vorschläge abzufragen und diese dann nach Möglichkeit auch im Gesetz abzubilden", sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping. In den vergangenen Jahren seien mehr und mehr alternative Formen der letzten Ruhestätte ermöglicht worden. So existieren in Sachsen laut Sozialministerium derzeit neun Bestattungswälder neben den 1.220 kirchlichen und 500 kommunalen Friedhöfen.

Der Chemnitzer Stadtrat hat erst in dieser Woche einem Antrag der Grünen-Fraktion zugestimmt, Varianten für einen Bestattungswald zu prüfen. Bis Ende 2021 sollen die Ergebnisse vorliegen.

Ein Andachtsplatz in einem Friedwald
Bildrechte: FriedWald GmbH

Gründe für das steigende Interesse an Waldbestattungen sind neben dem Wunsch nach einer letzten Ruhestätte in der freien Natur auch Kostenfaktoren sowie das Anliegen nach einem geringen Pflegeaufwand für die Angehörigen, insbesondere wenn diese nicht in der Region wohnen und eine regelmäßige Pflege der Grabanlage nicht sicherstellen können.

Bündnis 90/Die Grünen Antrag für Stadtratssitzung am 25. November 2020

Gleichstellung und neue Bestattungsfristen

Das neue Gesetz solle auch eine Verbesserung der ärztlichen Leichenschau, der digitalen Kommunikation zwischen den Behörden und die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern ermöglichen, hieß es. Außerdem sollen die Bestattungsfristen neu geregelt werden, so Köpping: "Mitunter konnten in der Vergangenheit letzte Wünsche nicht immer erfüllt werden, weil sie vom Gesetz her nicht möglich waren." Darum solle jetzt ein modernes Bestattungsgesetz auf den Weg gebracht werden.

Quelle: MDR/bj/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.11.2020 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

1 Kommentar

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 8 Wochen

Das find' ich gut !

Als ehemaliger "Wahl-Sachse" würde ich mich gern beteiligen. Jedoch:
einen ungünstigeren Zeitpunkt als den Neubeginn des Kirchenjahres
zum 1. Advent 2020 kann ich mir für diese Initiative nicht vorstellen !

Auch weiss ich nicht, ob ich als Bürger, der seit Jahren ohne festen Wohnsitz leben muss, im Freistaat Sachsen generell an derartigen Initiativen beteiligt werden darf ?


Kennen Sie schon unsere Petition zum Sozialgesetzbuch und über die stillen Feiertage, die alle Jahre wieder an den Deutschen Bundestag gerichtet wird ?

Der Thüringer Landtag hat darüber auch schon beraten ! Sie liegt dort
unter E - 390/20 und E - 1111/17 dem Petitionsausschuss vor und wird
den Landtagsfraktionen zur weiteren Veranlassung übermittelt werden.

Für Sachsen-Anhalt haben wir noch keine Rückmeldung.

Gern stellen wir den sächsischen Landtagsabgeordneten
diese Petition - auf Nachfrage - zur Verfügung. Mögen sie
(unsere guten verstorbenen Seelen) nun in Frieden ruhen !

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