04.04.2020 | 18:10 Uhr Kaum Besucher in Parks und Gärten von Sachsen

Sorgenfalten in Sachsens öffentlichen Grünanlagen und Parks: Während blühende Blumenbeete für Frühlingsstimmung sorgen, fehlen die Besucher. In einigen Parkanlagen wird das derzeit ausbleibende Eintrittsgeld künftig fehlen, wie eine dpa-Umfrage ergab. "Wir haben aktuell keine Einnahmen", sagte der Sprecher der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Uli Kretzschmar, in Dresden. Wie es im Sommer mit den Pflanzungen weitergehe, sei deshalb ungewiss.

Wiese mit Narzissen.
Bildrechte: MDR/Lars Müller

Sachsens Parkanlagen sind halb verwaist, die sanitären Anlagen geschlossen, eine gastronomische Betreuung gibt es wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen nicht.

Pillnitz und Großsedlitz

In den Parkanlagen wie dem Großen Garten in Dresden sowie den Schlossparks in Pillnitz und dem Barockgarten Großsedlitz sind Uli Kretzschmar, Sprecher der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, zufolge die Frühjahrspflanzungen vorüber. Die rund 50.000 Pflanzen oder Blumenzwiebeln sind in der Erde. Rund 32.000 Euro hat das unterm Strich gekostet.

Schloss Pillnitz
Schloss Pillnitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Lichtenwalde

Auch im Schlosspark Lichtenwalde bei Chemnitz wird aktuell kein Eintritt kassiert. Wegen der Corona-Verfügungen seien die mehr als 100 Wasserspiele, die Attraktion des Parks, noch nicht wieder in Betrieb genommen worden, begründete Geschäftsführerin Patrizia Meyn. "Das Geld wird uns fehlen."

Die Frühjahrspflanzungen haben sich laut Meyn wegen eines Kälteeinbruchs mit Bodenfrösten verzögert. Von den rund 5.000 Frühblühern wie Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Hornblumen sei deshalb erst etwa die Hälfte in der Erde. Wegen der heißen und trocknen Sommer der vergangenen Jahre würden vor allem Pflanzen ausgewählt, die mehr Trockenheit vertragen, beispielsweise Pelargonien. Der Boden sei mit wasserhaltenden Substanzen, neuer Erde und Dünger verbessert worden.

Schlosspark Lichtenwalde
Schlosspark Lichtenwalde Bildrechte: Schloss & Park Lichtenwalde

Stadtgebiet Dresden

Schon Mitte März haben in Dresden laut Stadt die städtischen Gärtner damit begonnen, Kübel und Beete mit bunten Frühjahrsblumen zu bepflanzen. Die rund 40 kommunalen Anlagen waren mit fast 34.800 Frühjahrsblühern versehen, unter anderem mit 35 verschiedene Tulpen-, acht Hyazinthen- und zehn Narzissensorten sowie Kaiserkronen, Schneestolz und Traubenhyazinthen, zusammen mit bewährten Frühlingsboten wie Stiefmütterchen, Tausendschönchen und Vergissmeinnicht. Für die Pflanzen stellte die Stadt rund 32.000 Euro zur Verfügung.

Der sonst im Frühjahr ausgerufene allgemeine Frühjahrsputz mit einer Müllsammelaktion der Dresdner auf den Elbwiesen wurde wegen Corona abgeblasen.

Grosser Garten Dresden
Grosser Garten Dresden Bildrechte: Schlösserland Sachsen

Stadtgebiet Leipzig

In Leipzig sind die Pflanzungen weitgehend beendet. Nur an einigen Stellen müsste noch bis Ende April gearbeitet werden, hieß es. Im laufenden Programm sollen auch etwa 320 Bäume in den Parks gesetzt werden. Die Kosten lägen derzeit im Schnitt bei etwa 1.000 Euro pro Baum.

Stadtgebiet Chemnitz

Im Herbst 2019 waren in den Parkanlagen an den Hauptverkehrsadern in Chemnitz laut Stadt schon rund 8.000 Blumenzwiebeln gesteckt und die Beete für die Frühjahrspflanzung vorbereitet worden. Jetzt sind noch 9.300 Stiefmütterchen und 1.300 Tausendschönchen hinzugekommen.

Quelle: MDR/dpa

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