22.01.2020 | 16:16 Uhr Sachsens Wohnungsgenossenschaften investieren Rekordsumme

Eine Baustelle mit Gerüst und Kran.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die sächsischen Wohnungsgenossenschaften haben im vergangenen Jahr die Rekordsumme von mehr als 500 Millionen Euro investiert. Wie der Verband am Mittwoch mitteilte, flossen 80 Prozent der Summe in die Instandhaltung und Modernisierung vorhandener Wohnungen und knapp 20 Prozent in Neubauvorhaben. Damit gaben die Genossenschaften gut 53 Millionen Euro mehr aus als 2018.

 Die Wohnungsgenossenschaften haben somit für rund eine halbe Million Menschen wieder einen wesentlichen Beitrag für das gute, sichere und bezahlbare Wohnen im Freistaat geleistet.

Mirjam Luserke Vorstandsmitglied des Verbandes der sächsischen Wohnungsgenossenschaften

Mehr Umbau wegen alternder Gesellschaft

Ein zunehmend wichtiger Grund für Modernisierungsmaßnahmen ist nach Verbandsangaben das steigende Alter der Mieter. Für sie müssten häufig Schwellen entfernt, Türen verbreitert oder Bäder mit Dusche statt Badewanne ausgerüstet werden. Im Schnitt koste der Umbau zur barrierefreien Wohnung 25.000 Euro und der Einbau eines Fahrstuhl 150 000 Euro.

Abriss bleibt ein Thema

Neben Modernisierung und Neubau reißen die Genossenschaften aber auch weiter Wohnungen ab - im vergangenen Jahr bis zu 300 Wohnungen. Der Grund: Besonders im ländlichen Raum und an der Grenze zu Polen gibt es wieder mehr Leerstand. Aber auch Städte wie Schwarzenberg, Riesa, Weißwasser, Zwickau und Delitzsch waren betroffen. Dabei wurden nicht immer ganze Häuser platt gemacht, sondern oft auch nur die oberen Etagen abgetragen. Zudem wurden vor allem kleinere Wohnungen rückgebaut, während beim Neubau viele Vier- und Fünfraumwohnungen für junge Familien entstehen.

Wohnen in der Genossenschaft ist preiswerter

Die im Verband organisierten Genossenschaften verfügen über rund 286.000 Wohnungen. Das ist knapp ein Fünftel des gesamten Wohnungsbestandes in Sachsen. Die Durchschnittsmiete beträgt den Angaben zufolge knapp fünf Euro pro Quadratmeter und liegt damit unter dem Preisniveau von Sozialwohnungen.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.01.2020 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2020, 16:16 Uhr

4 Kommentare

seaking vor 4 Wochen

@1
Nicht nur das, sondern es sind reine Spekulationsobjekte. Ich frage mich nur, wie man als Münchner zu solchen Objekten kommt? Der Immobilienmarkt hat mittlerweile mafia-ähnliche Zustände angenommen.
Warum kriegen solche Wichser von Spekulanten immer den Rücken gestärkt?! Wieso fehlt es an immer mehr Zivilcourage von den Behörden, sowie an Menschlichkeit für Arme und Wohnungssuchende?
In Dresden sind die Mieten mittlerweile fast so hoch wie in München, wobei der Verdienst im Osten in Relation zu München gesehen, wesentlich geringer ist. Eine Schande ist das. Manchmal schäme ich mich, Deutscher zu sein...

DER Beobachter vor 4 Wochen

Während unsere sächsische Wohnungsgenossenschaften etwas für bezahlbaren vernünftigen Wohnraum investieren, lässt ein Münchner Spekulant Dresdner dringend gebrauchte Häuser vergammeln...

Udo vor 4 Wochen

Könnte der MDR auch mal aufführen, wie es möglich ist, in der Genossenschaft preiswerter zu wohnen?

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