10.10.2019 | 11:03 Uhr Freiwilliger Unterricht für Kinder in Sachsens Asylbewerbereinrichtungen

Im Kinder- und Jugendhilfezentrum der Heimstiftung Karlsruhe (Baden-Württemberg) gehen unbegleitete minderjährige Ausländer, kurz UMA, einen Flur entlang.
Auf dem Weg zum Unterricht? Seit Anfang September können junge Asylbewerber in den Sachsens Aufnahmeeinrichtungen Unterricht besuchen (Symbolfoto). Bildrechte: dpa

Seit Anfang September können in Sachsen Kinder und Jugendliche in den Asylbewerber-Aufnahmeeinrichtungen des Landes Bildungsangebote nutzen. Die 6- bis 18-Jährigen bekommen nach Vorgaben des Sächsischen Kultusministeriums Bildungsangebote. Der freiwillige Unterricht umfasst Mathematik, Englisch, Sport und Kunst und findet nach Angaben der Landesdirektion in deutscher Sprache statt. Unterstützend könne Englisch und eventuell die Herkunftssprache der Kinder eingesetzt werden, hieß es.

Freiwillige Bildungsangebote - keine Schulpflicht

Die Kinder und Jugendlichen werden an fünf Tagen in der Woche je vier Unterrichtsstunden unterrichtet. Die Betreiber der Aufnahmeeinrichtungen bieten den Unterricht mit Fachpersonal an. An den Angeboten kann ab dem ersten Tag in der Aufnahmeeinrichtung teilgenommen werden. Laut Landesdirektion zielten die Bildungsangebote darauf ab, den Kindern und Jugendlichen eine Reintegration bei der Rückkehr in ihre Heimatländer zu erleichtern.

Anzahl der beschulungsfähigen Kinder und Jugendlichen in Asylbewerber-Aufnahmeeinrichtungen (Stand: 30.9.2019)
Region in Sachsen Anzahl potentieller Teilnehmer  
Raum Chemnitz 176  
Raum Dresden 100  
Raum Leipzig 101  

Grüne kritisieren gesonderte Bildungsangebote

Kritik an den Bildungsangeboten äußerten die Grünen in Sachsen. "Statt gesonderte Bildungsangebote aufzubauen, sollten geflüchtete Kindern nach drei Monaten in den Kommunen zur Schule gehen dürfen", meinte der asylpolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, Volkmar Zschocke. Die Schulpflicht müsse auch für Kinder in den Erstaufnahmeeinrichtungen gelten. In Ländern wie Bayern oder Baden-Württemberg sei das der Fall. Besonders kritisch sieht Zschocke die Reglung, dass "die Aufgabe der Umsetzung den Betreibern der Unterkünfte zugeschoben wird".

Während des Aufenthaltes in einer Aufnahmeeinrichtung besteht in Sachsen keine Schulpflicht, weshalb auch keine reguläre Beschulung für dort untergebrachte Kinder und Jugendlichen stattfindet, erklärte die Landesdirektion. Familien mit minderjährigen Kindern bleiben bis zu sechs Monate in den Aufnahmeeinrichtungen Sachsens. Spätestens nach Ablauf dieser Zeit werden sie auf kommunaler Ebene verteilt.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.10.2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2019, 11:04 Uhr

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