10.03.2020 | 11:23 Uhr Jeder zweite Grundschüler in Sachsen kann aufs Gymnasium

Von rund 31.400 Grundschülern der 4. Klassen an Sachsens öffentlichen Schulen haben 48 Prozent (14.959 Schüler) in diesem Jahr eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium und 51 Prozent (16.147 Schüler) für die Oberschule erhalten. Das teilte das Sächsische Kultusministerium mit. Etwa ein Prozent der Grundschüler, die in DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) unterrichtet werden oder inklusiv mit einem besonderen Förderbedarf, erhielten keine Bildungsempfehlung. Diese Zahlen der Statistik entsprechen damit denen des Vorjahres.

Bildungsempfehlung ist nicht bindend

Inwieweit man den Bildungsempfehlungen der Lehrer folgt, steht den Familien frei. Kinder können auch über den Weg einer schriftlichen Leistungskontrolle ans Gymnasium wechseln.

Im aktuellen Schuljahr 2019/2020 lernen von insgesamt 12.782 Schülern der Klassenstufe 5 an den Gymnasien 750 Schüler, denen die Oberschule empfohlen wurde. An den Oberschulen befinden sich wiederum unter den insgesamt 16.943 Fünftklässlern 2.700 Schüler, die eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten hatten.

Die aktuellen Anmeldezahlen für die einzelnen Schularten liegen jetzt den Standorten des Landesamtes für Schule und Bildung vor. Dort werden nun die Klassen für alle allgemeinbildenden öffentlichen Schulen zusammengestellt. Am 4. Juni 2020 erhalten die Eltern die Information, an welcher Schule ihr Kind im neuen Schuljahr lernen wird, heißt es aus dem Ministerium.

Umfrage: Gymnasiallehrer klagen wegen Überlastung

Einer aktuellen Umfrage zufolge fühlen sich Sachsens Gymnasiallehrer stark überlastet. Drei von vier Lehrern gaben an, unter Dauerstress zu leiden und keine ausreichenden Pausen zu haben. Rund die Hälfte leidet unter Schlafstörungen, jedem zweiten fehlt die Anerkennung durch Vorgesetzte.

Für die vom Philologenverband beauftragte Umfrage wurden sachsenweit knapp 1.000 Lehrer befragt. Verbandsvorsitzender Thomas Langer mahnte, das erfolgreiche sächsische Gymnasium dürfe nicht nur durch die chronische Überlastung seiner Lehrkräfte funktionieren.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.03.2020 | ab 08:00 Uhr in den Nachrichten

5 Kommentare

Chemnitzer vor 50 Wochen

Lieber mdr, es stimmt, das ist schon lange eine Tendenz. Ist sie aber in Ordnung? Jetzt ist praktisch eine Zweiklassengesellschaft der Kinder in der Schule erreicht. Abgesehen vom Niveau, das ich beklage, was wird das für Auswirkungen in Zukunft haben? Z.B. Frage an den Schüler: Ach, du gehörst zu denen, die es nicht mal zum Gymnasium geschafft haben? Jeder 2. hat es doch geschafft. Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist Besorgnis meinerseits, da ich auch Enkelkinder habe. Zu meiner Zeit kamen nur 2 Schüler zur EOS. Das war wirklich akzeptabel.

MDR-Team vor 50 Wochen

Um das einzuordnen: Im Jahr 2007 lag die Gymnasialquote in Sachsen bei 46%, im Jahr 2017 waren es 43%. Heute sind es 48%. Ein gigantischer Anstieg ist also nicht zu verzeichnen.

DER Beobachter vor 50 Wochen

Machen sie sich doch selber schlau!

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