Naturwissenschafter Unterricht
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18.10.2019 | 14:11 Uhr Schüler-Vergleichstest: Sachsen verteidigt Spitzenplatz

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Sächsische Schüler der neunten Klassenstufe sind in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bundesweit Spitze. Das geht aus dem neuen IQB-Bildungstrend hervor, den die Kultusministerkonferenz in Auftrag gegeben hat. Demnach liegen die Leistungen der sächsischen Schüler in diesen sogenannten MINT-Fächern zum Teil deutlich über dem Mittelwert. Allerdings sind die Ergebnisse schlechter als beim letzten Test vor sechs Jahren. Als Gründe nennt die Studie die wachsende Zahl von Schülern mit Migrationshintergrund (seit 2012 ein Anstieg um rund sieben Prozent) und von Schülern mit Förderbedarf (plus 20 Prozent). Sachsens Kultusminister Christian Piwarz sagte, das sei das Ergebnis der guten Arbeit in an den Schulen, trotz der Probleme, Lehrpersonal zu gewinnen.

Jungs lassen nach, Mädchen üben Bescheidenheit

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In Mathe erzielen Jungen und Mädchen ähnliche Ergebnisse. Aber Frauen schätzen sich schwächer ein. Bildrechte: imago/Westend61

Im Fach Mathematik haben die Jungen nachgelassen. Dieser Trend besteht auch in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In den Naturwissenschaften besteht eine ähnliche, wenn auch schwächere Entwicklung. Interessant ist, dass sich die Mädchen immer noch als schlechter einschätzen als es die Jungen tun. Und das obwohl sich ihre Leistungen nicht wesentlich von denen der Jungen abheben. Im Bericht heißt es dazu etwas verklausuliert: "Während die Ergebnisse zu den erreichten Kompetenzen kaum oder gar nicht dem Stereotyp von Mathematik und Physik als 'Jungenfächern' entsprechen, ist dies bei den Selbstkonzept- und Interessenwerten weiterhin der Fall. Auch im Fach Chemie, in dem die Mädchen sogar einen signifikanten Leistungsvorsprung haben, berichten die Jungen ein höheres Selbstkonzept und Interesse."

Soziale Herkunft hat Einfluss

Die soziale Herkunft spielt bei den schulischen Leistungen immer noch eine starke Rolle. "In allen untersuchten Fächern und Kompetenzbereichen geht ein höherer sozioökonomischer Status mit höheren Leistungen einher," stellen die Forscher fest.

Für SPD-Bildungspolitikerin Sabine Friedel ist der Bericht kein Grund zur Freude. Sie moniert unter anderem eine überdurchschnittlich hohe Schulabbrecherquote sowie den hohen Alkoholkonsum der jungen Menschen im Freistaat.

Der IQB-Bildungstrend ist der Nachfolger der Pisa-Tests in Mathematik und Naturwissenschaften. An der Studie nahmen bundesweit etwa 50.000 Neuntklässler teil.

IQB Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen ist ein 2004 gegründetes Institut, das der Humboldt-Universität zu Berlin zugeordnet wird. Zentrale Aufgabe des IQB ist die Normierung und Überprüfung von Bildungsstandards.

Quelle: MDR/jk/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.10.2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2019, 14:11 Uhr

1 Kommentar

Maschinist vor 3 Wochen

zum Absatz: "Jungs lassen nach, Mädchen üben Bescheidenheit"

Dies zeigt auf, daß selbst wenn Frauen es können, weniger Interesse an naturwissenschaftlichen Themen wie Mathematik, Physik und Chemie besteht. Manche alten Wahrheiten können schlecht wegdiskutiert werden.
Es wäre schön, wenn man die begabten Mädchen trotzdem bei der Sache behalten könnte.
Daß Jungen schlechter werden, betrübt mich, liegt aber an den heutigen gescheiterten Erziehungsideologien.
Den Kindern muß schon im Vorschulalter klargemacht werden, daß unser jetziger Wohlstand dem Erfindungsreichtum ihrer Vorväter zu verdanken ist. Durch Selbstfindungsgruppen und Hüpfen für Irgendetwas ist noch nie mehr Wohlstand und Arbeitseffizienz geschaffen worden, welche aber Grundlage für mehr Freizeit und Bequemlichkeit sind.
Erst die Arbeit - dann das Vergnügen. Es gilt noch immer.

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