16.03.2020 | 15:55 Uhr DRK Sachsen warnt vor Blutspende-Engpass

Junge Frau spendet Blut
Das DRK Sachsen hat zu Blutspenden aufgerufen. Bildrechte: imago images / Panthermedia / Lightpoet

Die Corona-Pandemie bringt das Gesundheitssystem in Deutschland an seine Grenzen. Auch Blutspenden sind zurückgegangen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Sachsen schlägt Alarm und ruft zu Blutspenden auf. Wie die Sprecherin des Blutspendedienstes Nord-Ost, Kerstin Schweiger, MDR SACHSEN sagte, ist die Versorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten nur noch auf niedrigstem Niveau gesichert. Viele geplante mobile Spendenaktionen könnten derzeit nicht durchgeführt werden, weil etwa Schulen geschlossen würden.

Blutspenden von Versammlungsverbot ausgenommen

Blutspendetermine seien aber ausdrücklich als sogenannte kritische Infrastruktur vom Versammlungsverbot ausgenommen, so Schweiger weiter.

Informationen für Spendenwillige Spendenwillige werden gebeten, sich kurzfristig im Internet unter www.blutspende.de oder über die kostenfreie Hotline 0800 - 11 949 11 zu informieren, ob ein geplanter Termin zustande komme und ob es Alternativen gebe.

Es ist wichtig, dass gerade jetzt in einer Frühphase der Epidemie verstärkt gespendet wird, wo die Durchseuchung noch auf Einzelfälle beschränkt ist, um einen Vorrat anlegen zu können, damit die Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können.

 Prof. Dr. med. Torsten Tonn medizinischer Geschäftsführer des DRK- Blutspendedienstes Nord-Ost

Da die Blutkonserven aber nur eine begrenzte Zeit haltbar seien, müsste auch in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig Blut gespendet werden. Nach Angaben des DRK kann eine Vollspende nur 35 bis 42 Tage verwendet werden.

Keine Ansteckungsgefahr durch oder über Blutspenden

Für Blutspender bestehe auch keine Gefahr, sich auf einem Termin mit dem Corona-Virus anzustecken, erklärte DRK-Experte Torsten Tonn. Es seien verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, um eine Ansteckung zu verhindern. Dazu zählen eine Temperaturmessung bereits am Eingang, die Aufforderung der Handdesinfektion und die Rückstellung von Spendern, die aus Risikogebieten zurückkehrten oder Kontakt zur SARS-CoV-2-infizierten Menschen hatten. Menschen mit grippalen Infekten oder Erkältungssymptomen würden generell nicht zum Blutspenden zugelassen.

Tonn erklärte auch: “Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass das Virus über eine Blutspende übertragen werden kann.“

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 16.03.2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. März 2020, 15:55 Uhr

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