15.04.2020 | 17:10 Uhr Auch in diesem Jahr starker Borkenkäfer-Befall erwartet

Sachsen erwartet auch in diesem Jahr eine Invasion von Borkenkäfern. Bei zu starkem Befall drohen die Bäume zu sterben. Deshalb hat Landwirtschaftsminister Wolfram Günther Waldbesitzer in ganz Sachsen dazu aufgerufen, bei einem Schädlingsbefall zügig zu handeln. Zusätzlich werden Gelder für betroffene Waldbesitzer über die kommenden Jahre bereitgestellt.

Sachens Wäldern steht auch in diesem Jahr ein starker Borkenkäfer-Befall bevor. Wie der Umwelt-, Forst- und Landwirtschaftsminister Wolfram Günther mitteilte, sind die Borkenkäfer wieder aktiv und auf der Suche nach geeigneten Bäumen, um sich unter deren Rinde zu vermehren. Bei zu starkem Befall drohen die Bäume abzusterben. Deshalb seien alle Waldbesitzer dazu aufgerufen, ihre Wälder mit dem Beginn des Schwärmens intensiv auf frischen Befall durch Borkenkäfer oder andere Schadinsekten zu kontrollieren und sofort zu handeln, wenn notwendig.

Wir sehen einem weiteren Jahr mit dramatischem Borkenkäferbefall und katastrophalen Schäden entgegen.

Wolfram Günther Umwelt- und Landwirtschaftsminister

Unterstützung von Waldbesitzern

Bei einem Vor-Ort-Termin im Tharandter Wald teilte Günther mit, dass der Freistaat Waldbesitzer kurzfristig unterstützen werde. So stünden nach Angaben des Ministeriums im Jahr 2020 zehn Millionen Euro für die rund 85.000 sächsischen Waldbesitzer bereit. Bis 2023 sollen noch einmal 28 Millionen Euro hinzukommen. Der Staatsbetrieb Sachsenforst stünde Waldbesitzer ebenfalls bei sämtlichen Fragen zur Waldbewirtschaftung und Schadensbewältigung zur Verfügung. Dies gelte für alle 62 Waldreviere in Sachsen.

ein Stück Baumrinde mit lebenden Borkenkäfern
Bildrechte: MDR/Rica Sturm

Besonders Reinbestände betroffen

Der Landesforstpräsident und Geschäftsführer von Sachsenforst, Utz Hempfling, teilte mit, dass besonders Reinbestände aus Fichten, Kiefern oder Lärchen, die bereits im Vorjahr befallen waren, auch dieses Jahr besonders gefährdet sind. Laut Sachsenforst waren im vergangenen Jahr rund 2,1 Millionen Kubikmeter Holz durch den Borkenkäfer befallen, 2018 waren es 825.000 Kubikmeter. Das Ausmaß der Schäden durch den Käfer sei stark witterungsbedingt, so Hempfling. Ein eher kühler und nasser Sommer zum Beispiel könne die Entwicklung der Käfer verlangsamen und die natürlichen Abwehrkräfte der Waldbäume stärken.

Weiterführende Infos

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 15.04.2020 | 19:00 Uhr

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