Feuer in Recyclingbetrieb Polizei vermutet Brandstiftung in Freiberg

Nach dem Feuer in einer Recyclingfirma in Freiberg geht die Polizei nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus. Der Einsatz eines Brandmittelspürhundes habe diesen Verdacht bestätigt. Das Feuer war am Sonntagabend auf einem Paletten-Lagerplatz mit Metallabfällen ausgebrochen. Der Betrieb verarbeitet aluminiumhaltige Verpackungen zu Aluminiumgranulat.

Unternehmen ist Behörden bereits bekannt

Nach Angaben der Grünen im Sächsischen Landtag hat es an Unternehmensstandorten der Pyral AG in der Vergangenheit noch vier weitere Brände gegeben: Zweimal brannte es in Freiberg und jeweils einmal in Mittweida und Dresden. Wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen an das Innenministerium im Oktober hervorgeht, waren die Ursachen einmal ein technischer Defekt, einmal Brandstiftung und in zwei Fällen lagen über die Brandursachen keine Erkenntnisse vor.

Am Standort Mittweida hatte das Landratsamt Mittelsachsen im Juli 2014 - wenige Tage vor einem Brand - den Betrieb teilweise untersagt, weil Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten wurden. Im Mai dieses Jahres wurde die Genehmigung für den vollständigen Betrieb wieder erteilt, allerdings befristet bis Mitte Juni. Seither darf am Standort Mittweida kein Müll verarbeitet, sondern nur in begrenztem Maße gelagert werden. Wann das Unternehmen den vollständigen Betrieb wieder aufnehmen kann, ist laut Landratsamt noch unklar. Das Prüfverfahren laufe noch, hieß es.

Grüne fordern Nachspiel

Nach dem Brand am Sonntag in Freiberg forderten die Grünen Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) in einer Kleinen Anfrage nun erneut zur Aufklärung auf. Grünen-Fraktionsvorsitzender Volkmar Zschocke will wissen, welche Konsequenzen bisher aus früheren Vorfällen zur Brandvermeidung in dem Unternehmen gezogen wurden und ob bei dem jüngsten Feuer Schadstoffe freigesetzt wurden. Wegen der starken Rauchentwicklung waren Anwohner am Sonntag gebeten worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Wie das sächsische Umweltministerium auf Anfrage mitteilte, hatten Messungen bei dem Brand am Sonntag ergeben, dass keine Grenzwerte überschritten wurden. Das Ministerium bezieht sich dabei auf Angaben des Landratsamtes. Demnach ging für die Anwohner keine Gefahr von freigesetzten Schadstoffen aus. Dem Ministerium zufolge wurde die Anlage in Freiberg zuletzt im Januar 2015 routinemäßig durch Immissionsschutzbehörden sowie die Brand- und Katastrophenschutzbehörden kontrolliert. Dabei seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden.

Einsatz zieht sich über Stunden

Die Löscharbeiten mit insgesamt 224 Feuerwehrleuten von 15 Wehren aus dem näheren und weiteren Umkreis gestalteten sich laut Stadtwehrleiter Steffen Schneider schwierig. Weil in dem Betrieb laut Bauordnung offenbar keine Brandmeldeanlage vorgeschrieben ist, seien die Einsatzkräfte von Mitarbeitern der Firma alarmiert worden, die den Brand bemerkt hatten. Beim ihrem Eintreffen sahen sich die ersten Feuerwehrleute bereits mit "großer Brand- und Rauchentwicklung" konfrontiert. Weil sie am Brandherd nur mit Atemschutz löschen konnten, mussten die Feuerwehrleute alle viertel bis halbe Stunde ausgetauscht werden, erklärte Schneider den hohen Bedarf an Einsatzkräften. Die benötigten großen Wassermengen wurden zunächst aus dem Gewerbegebiet, später aus der 1,5 Kilometer entfernten Mulde zur Einsatzstelle gepumpt. Auch dafür seien viele Feuerwehrleute nötig gewesen, sagte Schneider.

Bis 5 Uhr morgens dauerte der Einsatz. Zur Schadenshöhe wurden bislang keine Angaben gemacht.

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