Vor Protestkundgebung in Berlin CDU-Bundestagsabgeordnete fordern Perspektive für Siemensstandorte

Siemens-Mitarbeiter protestieren in Görlitz vor dem Siemens-Werk gegen die geplante Werksschließung
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Die sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten fordern eine Perspektive für die Siemens-Standorte Leipzig und Görlitz. "Wir können diese Entscheidung nach den vielen Jahren des erfolgreichen Engagements von Siemens in den ostdeutschen Bundesländern nicht nachvollziehen", sagte der Vorsitzende der Landesgruppe Sachsen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der amtierende Bundesinnenminister Thomas de Maizière, am Mittwoch in Berlin.

De Maizière verweist auf geflossene Steuergelder

Die Abgeordneten verlangen eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive für die dort Beschäftigten, etwa durch Aufbau einer Fertigungslinie für zukunftsorientierte Technologien. Siemens hatte vor einer Woche bekanntgegeben, die sächsischen Werke zu schließen. Betroffen sind rund rund 1.200 Mitarbeiter. Als Grund nannte der Elektro-Konzern vor allem Probleme in der Kraftwerkssparte.

In Leipzig stellt der Konzern unter anderem Turbokompressoren her, in Görlitz Turbinen. Das Land und die Kommunen hätten sich stets engagiert, für Siemens wettbewerbsfähige Standortbedingungen zu garantieren, erklärte de Maizière und verwies auf die mit Steuergeld finanzierte Infrastruktur wie eine Verladestelle für Turbinen in Dresden.

Wirtschaftsminister bestellen Siemens zum Rapport

Unterdessen haben die Wirtschaftsminister aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg und die Wirtschaftssenatorin aus Berlin den Siemens-Vorstand zu einem Gespräch über den geplanten Stellenabbau nach Berlin eingeladen. Man erwarte Erläuterungen über die Standortschließungen, teilten Ramona Pop, Martin Dulig, Wolfgang Tiefensee und Albrecht Gerber am Mittwoch mit. Vor dem Hintergrund der hohen Gewinne von Siemens und der Leistungsfähigkeit der ostdeutschen Standorte könne man die Entscheidungen nicht nachvollziehen. Mit einem gemeinsamen Schreiben wurden die Siemens-Vorstandsmitglieder Janina Kugel, Lisa Davis und Willi Meixner nach Berlin eingeladen.

Am Donnerstag wollen Hunderte Siemens-Beschäftigte aus Sachsen zu einer großen Protestkundgebung nach Berlin fahren.

Quelle: dpa/dk

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN- Das Sachsenradio | 23.11.2017 | Nachrichten ab 05:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 23.11.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2017, 20:20 Uhr

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6 Kommentare

23.11.2017 15:49 Fragender Rentner 6

Was wußte die GroKo schon vor der BT-Wahl 2017, so neu kann es nicht sein, was sie jetzt vorhaben.

Meine bie n-tv und N24 schon vor der Wahl Gerüchte über oder von Simens gehört zu haben.

22.11.2017 17:34 saxe 5

Nicht Herr missere hat doch den Konzernen etwas zu sagen und seine CDU lassalen auch nicht. Entschied ist doch das die Aktionäre gut bedient werden und der Gewinn maximal auffällt. Da muß sich die zweit stärkste Partei in Sachsen nicht so ausblasen.
Der 1. Platz Ist in Sachsen Weg Für Immer Und ewig Bestimmt

22.11.2017 15:31 Kurzkommentator 4

Nicht nur die sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten haben das gefordert! Der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Chrupalla hat dies auch getan. Gestern im Bundestag (darf man hier leider nicht verlinken). Nur mal so zur Anmerkung ..................

22.11.2017 15:26 Devastierter 3

Was sich Energie- und Autokonzerne bis jetzt hier nicht trauen - handeln, tut SIEMENS anscheinend. E-Politik - wir folgen dir! Aber das ist anscheinend auch nicht richtig. Dass dabei Standorte geschlossen werden und viele feste Arbeitsplätze verloren gehen, das sind die Konsequenzen, nicht die Ursachen. Und Unternehmen entscheiden, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, immer noch selbst, welche „Kombinats-Betriebe“ in Zukunft was produzieren.

Dass ausgerechnet die Genossen von der SPD vor Ort versuchen, Stimmen zu fangen, ist fast schon peinlich. Und die Leute hören denen auch noch zu. Na, bei Wahlen haben die ja sowieso keine Chance mehr...

22.11.2017 14:48 Bernd 2

Ostdeutschland ist Versuchsfeld der BRD. Es wird etwas getestet, dass, wenn es gut funktioniert im Westen gebaut wird und wenn es nicht funktioniert geschlossen wird. Daran wird sich auch nie etwas ändern.

22.11.2017 14:09 Na so was 1

Was soll das Gejammere ? Die Konzerne interessiert einen "feuchten Kehrricht" was einige Politiker sagen. "Laßt sie reden, die werden auch wieder ruhig", so wird bestimmt in solchen Kreisen gedacht.
Die Fördermittel haben wir einkassiert, jetzt zieht die Karawane weiter. So war es bei Infineon, GlobalFoundries, ..., Siemens.