Positionspapier CDU will mehr Medizinstudienplätze

Die CDU will in Sachsen die Gesundheitsversorgung verbessern. In einem Positionspapier fordert sie jetzt mehr Studienplätze, mehr Drogenprävention, Entlastung für Ärzte und Spezialambulanzen.

In einem Hörsaal verfolgen Studenten 2015 eine Vorlesung, die Prof. Dr. med. Heike Kielstein hält.
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Sachsens CDU will Lücken in der medizinischen Versorgung verhindern. Dazu verabschiedete die Union auf einer Klausur in Lichtenwalde im Landkreis Mittelsachsen ein Positionspapier unter dem Titel "Von der Hebamme bis zum Pfleger: Wir stärken die Gesundheitsversorgung in Sachsen". Es formuliert auf fünf Seiten nicht nur Anforderungen und Ziele, sondern auch konkrete Maßnahmen. So soll die Zahl der Studienplätze für Medizinstudenten deutlich steigen, um dem Mangel an Ärzten zu begegnen. Zugleich will die CDU den Ausbau "arztentlastender Dienste" mit einem Modellstudiengang "Physician Assistant" prüfen und "ambulante Servicezentren" erproben, in denen sich Assistenten ohne Arzttitel um Patienten kümmern.

Drei gynäkologische Spezialambulanzen

Für Menschen mit Behinderungen soll der barrierefreie Zugang zu medizinischen Einrichtungen mit mehr Geld als bisher ausgebaut werden. An drei Standorten in Sachsen sollen gynäkologische Spezialambulanzen für Frauen mit schweren Beeinträchtigungen gefördert werden. "Eine flächendeckende, moderne Gesundheitsversorgung ist für alle Menschen in Sachsen ein bedeutendes Thema. Es ist uns wichtig, dass - angefangen bei unseren Kleinsten bis hin zu denen, die den Lebensabend erreicht haben - jede und jeder auf ein stabiles Netz an Hilfen zugreifen kann", sagte Alexander Dierks, Generalsekretär der Landes-CDU.

Projekt zur Aufklärung über Crystal

Ein ganzer Abschnitt ist der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gewidmet. Hierbei ist unter anderem ein Modellprojekt in Grundschulen geplant. Kinder sollen möglichst frühzeitig ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung und Stressvermeidung lernen. "Darüber hinaus wollen wir ein mobiles Projekt zur Prävention von Drogen - insbesondere Crystal - fördern", hieß es weiter. Jugendliche sollen dabei mit neuen Methoden und einem passgenauen Angebot geschützt werden. Unterstützung wird auch betroffenen Eltern zugesagt.

In Sachsen fehlen 253 Hausärzte

Allein in Sachsen fehlen derzeit 253 Hausärzte. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen droht in über 22 Regionen, darunter Annaberg-Buchholz, Auerbach, Oelsnitz und Kamenz eine ärztliche Unterversorgung. Doch auch größere Städte wie Chemnitz, Plauen und Görlitz sind betroffen.

Quelle: MDR/kt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 14.04.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2018, 18:16 Uhr