06.05.2020 | 17:48 Uhr Angehende Förster lernen in Eibenstock das Imkern

Von den rund 400 in Sachsen heimischen Bienenarten werden in der Roten Liste rund 70 Prozent als ausgestorben oder gefährdet eingestuft. Im Forstbezirk Eibenstock kümmern sich die Förster um den Erhalt der Bienen. Sie bilden in einem Projekt auch angehende Forstwirte zu Imkern aus.

Imker bei der Arbeit: Wie aus der Honig aus dem Bienenstock in Honiggläser gelangt.
Der Forstbezirk Eibenstock betreibt ein eigenes Imkerei-Projekt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Waldrand bei Bockau betreibt der Forstbezirk Eibenstock ein eigenes Imkerei-Projekt. Unter Leitung von Forstwirtschaftsmeister Detlef Wendler lernen angehende Forstwirte an zwei Lehrbienenständen alles über den Umgang mit Bienen. Wendler, selbst überzeugter Imker, betreut das Projekt seit 2012. In diesem Jahr ist er beim Blick in die Bienenstöcke zufrieden. "Wir heben den Honigraum ab und schauen dann, ob Eier da sind oder Maden und ob die Brut da ist." Aus den Ablegern, also den Völkern vom vergangenen Jahr, seien bereits starke Völker geworden.

Artenvielfalt soll erhalten werden

Forstbezirksleiter Stephan Schusser sieht in dem Projekt einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Wald. "Da es ein großes Insektensterben gibt, wollen wir dazu beitragen, eine möglichst große Artenvielfalt im Wald zu erhalten. Dafür sind uns die Bienen ganz wichtig." Außerdem sollten die Auszubildenden auch bei diesem Projekt lernen, verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen.

Lavendelblüte mit Biene.
Das Imkerei-Projekt in Bockau existiert seit 2012. Bildrechte: Jens Haentzschel

Forst-Azubis schwärmen für die Imkerei

Die 17-jährige Auszubildende Lisa Marlen schwärmt von der Imkerei. "Bienen sind für mich sehr interessante Tiere, auch wenn sie klein sind. Denn sie sind sehr wichtig für die Natur." Bis zum Ende ihrer Ausbildung in zweieinhalb Jahren hat die angehende Forstwirtin Zeit, sich um das Imkern zu kümmern. Mit ihr erlernen zur Zeit noch drei weitere junge Leute bei Detlef Wendler das Imkern.

Waldumbau soll Insekten helfen

Im Forstbezirk Eibenstock wird schon länger der Wald umgestaltet. Durch die Borkenkäferplage der vergangenen Jahre mussten viele Flächen zusätzlich abgeholzt werden. An vielen Stellen wird dort Mischwald angelgt. Aber auch an die Insekten werde dabei gedacht, sagt Forstbezirksleiter Stephan Schusser. "Wir pflanzen allein in diesem Jahr mehr als 20.000 Sträucher, damit sich die Insekten wohl fühlen können im Wald." Darüber hinaus würden auch die Waldwege im Forst breiter gemacht, damit sich links und rechts der Wege blühende Kräuter ansiedeln könnten. "Auch das trägt dazu bei, dass Insekten Korridore finden können, durch die sie von einem Waldstück ins andere fliegen können."

Ein Schmetterling der Art Tagpfauenauge sitzt an den kleinen, lila-blauen Blüten einer Katzenminze im Egapark in Erfurt
Für den Erhalt der Artenvielfalt im Wald werden im Forstbezirk Eibenstock in diesem Jahr 20.000 Sträucher gepflanzt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Quelle: MDR/tfr/mk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.05.2020 | 14:50 Uhr

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