St. Wolfgangs-Kirche Schneeberg
Bildrechte: Fotothek St. Wolfgang Schneeberg

22.07.2019 | 09:43 Uhr Schneeberg feiert den 523. Bergstreittag

St. Wolfgangs-Kirche Schneeberg
Bildrechte: Fotothek St. Wolfgang Schneeberg

In Schneeberg wird am Montag der 523. Bergstreittag gefeiert. Dazu gibt es traditionell zahlreiche Aktionen wie Bergwerksführungen, Schauhandwerk und Musik. Höhepunkte sind am Abend die große Bergparade sowie der Berggottesdienst und das Abschlusskonzert auf dem Markt.

Erste Proteste im Jahr 1496

Mit dem Bergstreittag wird alljährlich am 22. Juli an den ersten Lohnstreik Schneeberger Bergknappen im Jahr 1496 erinnert. Damals versuchten die Betreiber von Silbergruben, den Wochenlohn der Hauer von zehn auf neun Groschen zu drücken, um steigende Produktionskosten aufzufangen. Die Bergleute setzten sich erfolgreich zur Wehr.

Die "ständischen Proteste" dauerten mehrere Jahre an. Im Jahr 1498, nach einem erneuten Versuch der Gewerke, den Wochenlohn zu kürzen, zogen die Bergleute mit der Knappschaftsfahne aus der Stadt und besetzten den nahegelegenen Wolfsberg. Unter diesem Druck machten die Gewerke ihren Beschluss rückgängig und die Bergleute kehrten in die Stadt zurück. Als ehrfürchtige, religiöse Menschen führte sie ihr erster Weg zu einem Dankgottesdienst in ihre Kirche.

Bis ins 20. Jahrhundert arbeitsfreier Gedenktag

Von da an wurde dem Schneeberger Streittag zunächst zu besonderen Anlässen mit festlichen Berggottesdiensten und Bergaufzügen gedacht. Der Streittag wurde 1665 unter Kurfürst Johann Georg II. zum arbeitsfreien Tag auf den 22. Juli festgeschrieben.

Spätere Versuche, etwa im 18. Jahrhundert, diesen freien Tag zu streichen, wurden nicht nur abgewehrt, sondern festigten dessen legendären Ruf zur Durchsetzung von Interessen der Bergleute. Erst mit der Industrialisierung und damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen im 20. Jahrhundert wurde dieser Tag als arbeitsfreier Tag abgeschafft.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.07.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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