22.06.2020 | 14:45 Uhr | Update Amtsinhaber Liebing bleibt Bürgermeister von Wolkenstein

Ein älterer Mann mit Brille und langen Haaren und Bart steht an einer Treppe und lächelt in die Kamera
Wolfram Liebing ist zum Bürgermeister von Wolkenstein wiedergewählt worden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei der Bürgermeisterwahl im erzgebirgischen Wolkenstein ist Wolfram Liebing im Amt bestätigt worden. Nach Angaben des Wahlleiters erhielt er 95 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung unter den etwa 3.000 Stimmberechtigten lag bei rund 50 Prozent. Nach der noch ausstehenden Prüfung des Wahlergebnisses durch die Kommunalaufsicht des Landratsamtes kann Liebing weitere sieben Jahre im Amt bleiben.

Die Stadt hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil es Proteste gegen eine coronabedingte Verschiebung der Wahl in den Herbst gab. In diesem Fall hätte der einzige Kandidat und parteilose Bürgermeister Liebing aus Altersgründen nicht mehr antreten dürfen.

Liebing sieht Sieg für demokratische Einflussnahme der Bürger

Wolfram Liebing freut sich über das klare Ergebnis der Bürgermeisterwahl. "Das ist ein Erfolg für die offene kommunikative Arbeit in der Verwaltung. Ich bin ja kein Einzelkämpfer." Gleichzeitig lobt er die Bürger, die mit ihrem Einsatz diese Wahl erst möglich gemacht haben. "Es hat sich gezeigt, dass man politisch Einfluss nehmen kann auf demokratische Weise." Und die Bürger im ländlichen Bereich hätten unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Krise gezeigt, dass sie sich organisieren und ihren Stimmen Gehör verschaffen konnten.


Ursprünglich sollte die Bürgermeisterwahl in Wolkenstein im Mai stattfinden. Durch die Corona-Krise war sie auf September verschoben worden. Der einzige Kandidat, Wolfram Liebing, hätte aus Altersgründen dann nicht mehr antreten dürfen. Erst eine Petition, an der sich mehr als 1.000 Menschen beteiligten, brachte den Freistaat dazu, das sächsische Kommunalwahlrecht anzupassen.

Wolkenstein setzt auf junge Leute

Auch wenn die Corona-Krise auch in Wolkenstein Spuren hinterlassen hat, will Liebing den Ort weiterentwickeln. "Wir werben weiter um junge Leute, die sich in unserer schönen Stadt ansiedeln können. Und natürlich auch um Gewerbetreibende, die hier ein Geschäft eröffnen können." Die Corona-Krise habe gezeigt, dass die Globalisierung auch Schattenseiten habe. "Ich wünsche mir, dass wieder mehr regional gedacht wird. Dann bleibt auch mehr Geld in der Region." Er hoffe, dass sich dafür neue Wege finden ließen. "Wir werben dafür, dass sich Manufakturen hier ansiedeln." Damit könnten regionale Kreisläufe organisiert werden.

Schloss Wolkenstein
Wolkenstein wirbt um junge Leute, die sich hier ansiedeln sollen. Bildrechte: imago/Rainer Weisflog

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.06.2020 | ab 07:00 Uhr in den Nachrichten

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