02.05.2020 | 11:16 Uhr 91 Ordnungswidrigkeitsanzeigen bei rechter Versammlung in Aue-Bad Schlema

Polizisten und Demonstranten stehen sich gegenüber
Bildrechte: MDR/Erik Hoffmann

Bei einer spontanen Versammlung in Aue-Bad Schlema ist es am Freitag zu vielen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung gekommen. Organisiert wurde die Kundgebung von Stefan Hartung, NPD-Stadtrat in Aue-Bad Schlema. Im Einvernehmen mit der Polizei hatte die Versammlungsbehörde des Landratsamtes eine "Spontandemonstration unter Einschränkungen" auf dem Altmarkt von Aue genehmigt.

Erlaubt waren demnach nur 30 Teilnehmer. Etliche hatten sich bereits vor Beginn der Veranstaltung auf dem Altmarkt versammelt, wurden jedoch von der Polizei weggeschickt. Laut Polizei sammelten sich rund 180 Menschen in den abgesperrten Seitenstraßen. "Diese drückten mehrfach durch Rufe und Beifallsbekundungen ihre Sympathie mit der Versammlung aus und sind damit dieser zuzuordnen", so die Polizei.

Demonstranten beschimpfen Polizei

Die 30 Teilnehmer wurden namentlich bei der Polizei angegeben und dann auf den Platz gelassen, um an der Versammlung teilzunehmen. Die anderen Menschen versuchten auf den Platz zu kommen und die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Die Polizei wurde dabei stark beschimpft. Außerdem ertönten immer wieder Rufe wie "Widerstand", "Masken ab" und "Wir sind das Volk".

Ein Demonstrant wird von Polizisten abgeführt
Der Mann durchbrach mit zwei weiteren die Umschließung der Polizei. Bildrechte: MDR/Erik Hoffmann

Die Polizei wandte sich mehrfach an die Demonstranten und bat darum, Abstände und den Infektionsschutz einzuhalten. Nach Polizeiangaben reagierten die Demonstraten nur zögerlich auf diese Aufforderungen. Ein Teil der Personen wechselte zudem zwischen den verschiedenen Absperrpunkten. Ein Mann durchbrach die Absperrung in einer Seitenstraße und wehrte sich gegen die Polizei. Gegen ihn wurde Strafanzeige erstattet.

Unerlaubte Ansammlung von Polizei gestoppt

Eine Gruppe von rund 100 Personen bewegte sich dann gemeinsam in eine Seitenstraße. Die erforderlichen Mindestabstände zum Infektionsschutz wurden nicht eingehalten, woraufhin die Polizei die Ansammlung stoppte. Auch hier rief die Polizei ohne Erfolg dazu auf, die Abstände einzuhalten. In der Folge attackierten einzelne Personen aus dieser Gruppe heraus die Beamten. Die Polizei setzte die Demonstranten daraufhin in der Seitenstraße fest.

Polizisten und Demonstranten stehen vor einem Gebäude
Rund 100 Personen wurden in einer Seitenstraße von der Polizei gestoppt und umschlossen. Sie hielten sich laut Polizei nicht an die Aufforderungen, den Mindestabstand einzuhalten. Bildrechte: MDR/Erik Hoffmann

Drei Personen durchbrachen die Sperre, ein weiterer Mann wurde von der Polizei dran gehindert und wurde dabei verletzt. Ein Rettungswagen versorgte den Mann innerhalb der Absperrung.

Von 91 Personen wurde die Identität festgestellt. Wegen Verstoßes gegen die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstattet.

Auch Versammlungen in Plauen und Zwickau

Auch in Zwickau und in Plauen gab es Demonstrationen von rechten Gruppen. Mit 15 Personen hatten sich Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei Der dritte Weg in Plauen versammelt. Wie ein Polizeisprecher sagte, waren bei der einstündigen Kundgebung keine anderen Zuschauer anwesend.

Eine Kundgebung der rechten Gruppe "Wählerinitiative Zukunft Zwickau" ist von einzelnen Protesten begleitet worden. 25 Teilnehmer waren von der Versammlungsbehörde zugelassen worden, es waren aber schätzungsweise mehr als 100 Menschen auf dem Hauptmarkt versammelt, sowohl Sympathisanten als auch Gegner. Laut Polizei gab es keine Ausschreitungen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.05.2020 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

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