Umfrage unter Gemeinden Erzgebirge plant trotz Corona die Weihnachtszeit

Die Corona-Pandemie macht vieles unsicher in diesem Jahr - auch die Weihnachtsmärkte. Die steigenden Infektionszahlen und die Einstufung als Risikogebiet machen vor allem im Erzgebirge die Vorbereitungen schwierig. MDR SACHSEN hat mit einigen Gemeinden über den aktuellen Planungsstand gesprochen.

Weihnachtsmarkt Annaberg-Buchholz
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Annaberg-Buchholz - Keine Parade und kein Bühnenprogramm

In Annaberg-Buchholz sind die Standplätze bereits vergeben. Ob und in welcher Form der Weihnachtsmarkt aber stattfinden kann, ist derzeit ungewiss. "Diese Entscheidung wird der Bürgermeister definitv nicht allein treffen", sagt Stadtsprecher Matthias Förster. "Das ist ein Thema für den Stadtrat." Ursprünglich planten die Annaberger mit 999 Besuchern gleichzeitig und entsprechenden Zugangskontrollen. Doch nach der Einstufung des Erzgebirgskreises als Risikogebiet sind Veranstaltungen auf 500 Personen begrenzt.

"Was wir mit an Gewissheit grenzender Sicherheit sagen können, ist, dass die Bergparade ausfallen wird", so Förster. Das sei mit den Beschränkungen nicht umsetzbar. Außerdem wird es kein Bühnenprogramm geben. Doch die Hoffnung bleibt. "Noch haben wir etwas Zeit bis zum Beginn des Weihnachtsmarktes", sagt Förster.

Chemnitz - Kein Glühwein mit "Schuss"

Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt soll auch in diesem Jahr stattfinden, coronabedingt allerdings mit Einschränkungen. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt. Demnach wird es keine große, zusammenhängende Fläche geben. Vorgesehen sind stattdessen fünf abgegrenzte Areale in der Innenstadt: Neumarkt, Markt, Jakobikirchplatz, Düsseldorfer Platz, Am Wall und Theaterplatz. Die Stadt hat an die Händler Bescheide unter Vorbehalt verschickt.

Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt am Alten Rathaus
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Ein Besuch des Marktes ist zudem nur nach Voranmeldung möglich, entweder direkt an den Zugangsstellen oder per App. Die Öffnungszeit wird auf 20 Uhr beschränkt. Glühwein "mit Schuss" wird nicht ausgeschenkt. Eine Maskenpflicht ist derzeit noch nicht vorgesehen. Die beliebte Bergparade, die jährlich Tausende Besucher anlockt, findet nicht statt.

Schneeberg - Prinzip Hoffnung

Die Schneeberger Stadtverwaltung gibt sich optimistisch. "Wir wollen einen erzgebirgischen Weihnachtsmarkt für die Bevölkerung durchführen." Die Stadt hoffe mit einem tragfähigen Konzept, den geplanten Weihnachtsmarkt auch umsetzen zu können. "Das Kulturprogramm wird natürlich stark reduziert", so die Stadtverwaltung. Das traditionelle Abschlusskonzert werde es in diesem Jahr nicht geben.

Weihnachtsmarkt Schneeberg
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Olbernhau - Weihnachten für die Einheimischen

Auch Olbernhau hält an den Planungen zu einem Weihnachtsmarkt fest. "Unter den Bedingungen von heute ist es allerdings ganz schwierig", so die Stadtverwaltung. Der Plan sieht ein Hygienekonzept mit Zugangsbeschränkungen für 1.000 Personen, eine vergrößerte Fläche und größere Abstände zwischen den Ständen vor. Außerdem wird ein Bühnenprogramm geplant, wenn auch in stark gestraffter Variante.

"Die Leute sind dankbar, wenn überhaupt etwas stattfindet", sagt die Stadtverwaltung. Der Fokus läge momentan nicht auf Außenwerbung, sondern darauf, den traditionellen Weihnachtsmarktbesuchern ein Angebot zu machen. An Spitzentagen kamen sonst 3.000 Besucher am Tag nach Olbernhau. "Jetzt wissen wir nicht, ob überhaupt Gäste kommen", so die Stadtverwaltung. "Wenn es auf wenige Besucher runtergeht, wird es sehr schwer, auch für die Händler."

Seiffen - Weihnachtsmarkt schön und sicher

Seiffen – Kleines Weihnachtsparadies im Erzgebirge
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Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden gibt es in Seiffen sonst nicht den typischen Weihnachtsmarkt. Normalerweise zieht sich die Seiffener Weihnacht durch den kompletten Ort. Das bietet bei der Planung in diesem Jahr Vor- und Nachteile. "Wir planen, aber es ist kompliziert", sagt Bürgermeister Martin Wittig.

Wir sagen den Weihnachtsmarkt bewusst nicht ab. Seiffen hat eine besondere Identifikation mit Weihnachten und wir haben eine Verantwortung.

Martin Wittig Bürgermeister von Seiffen

In diesem Jahr soll es einen kleinen, örtlich begrenzten Weihnachtsmarkt mit Zugangsbeschränkungen geben. "Aber zur Seiffener Weihnacht gehören vor allem unsere Geschäfte und Werkstätten", so Wittig. "Und die werden auch auf jeden Fall für Besucher geöffnet haben." Die Stadt sei darauf vorbereitet, mit vielen Besuchern umzugehen und setze dabei auch sehr auf Eigenverantwortung. "Wir wollen den Weihnachtsmarkt schön und sicher durchführen", sagt Wittig. Man wolle nicht der nächste Hotspot im Erzgebirge werden.

Zwickau - Planen mit Risiko

Zwickau hat ein ganz klares Ziel: Der Weihnachtsmarkt soll stattfinden. "Wir haben gerade das Hygienekonzept zur Genehmigung beim Gesundheitsamt eingereicht", sagt Matthias Rose, Geschäftsbereichsleiter Tourismus bei den Kultur, Tourismus und Messebetrieben Zwickau GmbH (Kultour Z.). "Wir haben bereits im Juni die Verträge mit den Händlern unterschrieben. Für einige Gastronomen sei der Weihnachtsmarkt die einzige Einnahmequelle des Jahres.

Weihnachtsmarkt Zwickau
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Auch Zwickau hat gerade die Grenze von 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten. Davon will sich Rose bei den Planungen aber nicht beeinflussen lassen. "Das Risiko müssen wir tragen", sagt er. "Die jetzige Lage kann nicht den Plan für den 23. November beeinflussen." Die Aufbaupläne seien bereits erstellt. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre wisse man, an welchen Stellen sich Menschen sammeln. "Das haben wir bei der Anordnung der Händler beachtet und diese Stellen entzerrt", so Rose.

Schwarzenberg und Marienberg

Die Antworten aus Schwarzenberg und Marienberg zu den Planungständen der Weihnachtsmärkte stehen noch aus.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENRADIO - Das Sachsenradio | 16.10.2020 | 13:00 - 18:00 Uhr

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