Entlassungen im Erzgebirge VW-Zulieferer streicht 165 Stellen in Schönheide

Beim Automobilzulieferer ES Guss in Schönheide verlieren 165 der derzeit 385 Mitarbeiter ihren Job. Das sind rund 43 Prozent der Belegschaft. Wie ein Konzersprecher bestätigte, sollen die Entlassungen kurzfristig erfolgen. Sie sollen durch Abfindungen und eine Transfergesellschaft abgefedert werden. In dieser könnten die Mitarbeiter noch bis zu einem Jahr weiterqualifiziert werden. Darauf hätten sich die Geschäftsleitung der Prevent-Tochter und der Betriebsrat geeinigt. Der Stellenabbau seit notwendig geworden, weil Volkswagen die Verträge mit dem Unternehmen gekündigt hatte.

Benjamin Zabel von der IG Metall sieht das Verhandlungsergebnis mit gemischten Gefühlen. "Wir haben gemeinsam mit dem Betriebsrat dafür sorgen können, dass eine geringere Anzahl von Beschäftigten vom Personalabbau betroffen sind. Trotzdem ist es für die Kolleginnen und Kollegen, die jetzt gehen müssen, ein enormer Fall in eine schwierige wirtschaftliche Situation."

Man muss deutlich sagen, in Schönheide seinen Arbeitsplatz zu verlieren, bedeutet etwas anderes als in Leipzig oder Stuttgart.

Benjamin Zabel IG Metall Zwickau

Hintergrund waren jahrelange Lieferstreitigkeiten zwischen dem Automobilbauer und Prevent. In der vergangenen Woche hatte ein Gericht Volkswagen verpflichtet, bis 2019 noch 30 Prozent des ursprünglichen Auftragsvolumens vom Schönheider Zulieferer abzunehmen.

Nach der Kündigung der Lieferverträge durch VW im März hatte die Prevent-Gruppe angekündigt, bis zu 700 Mitarbeiter bei den Tochterunternehmen ES Automobilguss in Schönheide, Cartrim in Plauen sowie Prevent Foamtec in Stendal zu entlassen. Allerdings ließ der Konzernsprecher offen, wie viele Stellen an den einzelnen Standorten betroffen sein werden.

Quelle: MDR/chg/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 18.05.2018 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz
MDR SACHSENSPIEGEL | 18.05.2018 | 19:00 Uhr

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6 Kommentare

20.05.2018 16:03 derda 6

@Schmidt,

was lästerst du immer gegen die IGM?
Im Jahre 2014 gab es bei ES-Guss 18 Gewerkschaftsmitglieder bei ca. 350 Beschäftigten. Im Jahre 2017 dann ca. 180 bei 40 Beschäftigten.
Die Zuwächse hat der vorherige Eigentümer Löffler verursacht, da er Stur und Egoistisch war. So gab es am 1. 1. 2015 nach rund 10 Jahren für viele Beschäftigte eine Lohnerhöhung. Nur war das keine Freiwillige der Eigentümer, sondern die Einführung des Mindestlohn auf 8,50€.
Somit nahmen sich die beschäftigten Hilfe bei der IGM, um ein Besseres Leben zu haben. So ist jetzt der niedrigste Lohn bei 40h Vollzeit 1.649€, was bei 174 Monatsstunden 9,47€ pro Stunde sind. Und dann kommst du und willst uns von der ES-Guss weismachen, das die IGM für das Dilemma verantwortlich wäre.
Denn zum Zeitpunkt des Verkaufs an Prevent, gab es keine schlechten Nachrichten über diese Firma.
Wer sich hinterher hinstellt und das Dilemma bei ES-Guss der IGM in die Schuhe schiebt, ist nicht besser als Prevent oder VW.

20.05.2018 07:16 Schmidt 5

Ein ganz mieses Spiel von VW, Prevent...und der IGMETALL. Man sollte die IGMETALL Zwickau und deren verantwortliche Genossen einmal fragen, welche Rolle sie in diesem Dilemma spielen? Könnte mir durchaus vorstellen, wenn es die IGMETALL nicht geben würde, dann wäre diese Firma nie an Prevent verkauft worden...nur eine Überlegung.

19.05.2018 13:37 Lars 4

Auf jeden Fall streichen sich wieder ein paar Geschäftsführer für die Entlassung von 165 Menschen nette Geldprämien ein.
So ist der Lauf des Kapitals.

19.05.2018 10:51 derda 3

@sven,

da hast du Recht.
Das schöne ist ja, das die Politiker schön mit Fördermitteln bis zu 75% um sich werfen um dann beim ersten Spatenstich für eine neue Ansiedlung schön mit der Wirtschaft feiern und mauscheln. Wenn es dann aber um Verantwortung geht, meinen viele Politiker das die Politik dem Unternehmertum nichts zu sagen hat.

19.05.2018 09:26 sven 2

@1: Seit wann kümmert sich die Regierung um echte Arbeiter, dazu noch um Deutsche?

18.05.2018 18:00 derda 1

Und wo bleibt die Unterstützung der Regierung?
In Saarbrücken kümmert sich die Wirtschaftsministerin Rehlinger persönlich um die Lage bei Halberg Guss. Hier in Schönheide lässt sich nicht mal der Landrat Vogel sehen. Da merkt man als (vielleicht ehemaliger) Gisagarbeiter das die sächsischen Politiker wegen den 3 VW Standorten (Dresden, Chemnitz und Zwickau) nicht den Mut haben etwas zu unternehmen. Im Saarland gibt es kein VW Werk und daher kann sich die Politik etwas mehr aus dem Fenster lehnen. Somit sieht man wie Scheinheilig unser System ist, wo die kleinen immer die Verlierer sind.

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