Ein Snowboarder steht 2012 an einer Abfahrt.
Bildrechte: imago/Meike Engels

User-Kommentare "Am Fichtelberg ist die Zeit stehen geblieben"

Fichtelberg oder Keilberg? Wohin fahren Sie lieber zum Wintersport? Das war die Frage, die wir unseren Usern am Dienstag gestellt haben und die Antwort war eindeutig: Der Keilberg hat bei den Meisten die Nase vorn. Aber warum?

Ein Snowboarder steht 2012 an einer Abfahrt.
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Das sagen unsere User

Mike R. aus Colditz:
"Hauptargument für den Klinovec sind die viel viel kürzeren Wartezeiten an den Liften. Und das schon seit vielen Jahren. Ich kenne den Keilberg noch, da gab es nur Schlepplifte dort. Trotzdem sind wir immer lieber zum Keilberg gefahren, als nach jeder Abfahrt ewig an den Liften bzw. der Seilbahn anzustehen. Mittlerweile ist der Keilberg dem Fichtelberg um wahrscheinlich Jahrzehnte voraus. Ich fahre nämlich z.B. im Sommer mit meinem Mountainbike am Klinovec, davon haben die vom Fichtelberg wahrscheinlich noch gar nix gehört.  Fazit: Zu jeder Jahreszeit ist der Keilberg das lohnendere Ziel!"

Mathias I. aus Chemnitz:
"... der einfache und hauptsächlichste Grund ist, dass sich auf dem Klinovec in den letzten Jahren viel getan hat. Es wurden Sessellifte gebaut und Pisten erweitert, jetzt auch noch das Gebiet Neklid mit angebunden. Dadurch verteilen sich die immer mehr werdenden Wintersportler auf viel mehr Ab- und Auffahrten und man man will ja schließlich Skifahren und nicht ewig am Lift anstehen ... Oberwiesenthal hat einfach den Anschluss verpasst und ruht sich jetzt auf der Skibusverbindung aus."

Daniel P. aus Erfurt:
"Fichtelberg und Keilberg gegeneinander auszuspielen ist das Dümmste was eine Tourismusregion machen kann - aber leider wohl typisch (ost)deutsch. Im gemeinsamen Marketing und der gemeinsamen Entwicklung der Skiregion (grenzüberschreitend) könnte die gesamte Region von den jeweiligen Vorteilen des anderen Partners profitieren!!! Hoffentlich sind zukünftige Generationen nicht mehr so borniert, arrogant und kurzsichtig wie unsere heutige Generation ...  

Ralf W. aus Meißen:
"Es wird am Keilberg jedes Jahr in Liftanlagen, Pisten und Beschneiung investiert. Am Fichtelberg ist die Zeit stehen geblieben und da wird sich auch bestimmt nichts ändern. Traurig!"

Cornelia E. aus Limbach-Oberfrohna:
"Die Tschechen haben gut aufgepasst und zügig in den letzten Jahren die Liftanlagen erweitert und modernisiert. Ich glaube, dass es bei uns zu viele Vorschriften etc. gibt, Veränderungen dadurch viel zu langsam erfolgen können und auch das unternehmerische/finanzielle Risiko zu sehr das Denken bestimmt. Das hemmt. Das ist nicht nur in dieser Region so. Schauen Sie nach Klingenthal. Ein ansehnliches Skigebiet (Bublava) entwickelte sich ebenfalls auf tschechischer Seite. Wären diese Anlagen auf deutscher Seite, würde ich sie nutzen, aber es gibt sie eben nicht. Der Schnee ist überall gleich."

Torsten W. aus Aue:
... fährt lieber auf den Keilberg, weil dort "nicht die Zeit stehen geblieben ist. Es ist eine größere Auswahl an Pisten. Es gibt überall neue Sessellifte. Es gibt mehr Parkplätze in der Nähe vom Lift. Ich ärgere mich jedesmal, dass Oberwiesenthal das vorhandene Potenzial nicht nutzt. Der Trailpark Klinovec im Sommer würde sicher auch in Oberwiesenthal funktionieren. Die Himmelsleiter würde auch bestimmt noch mehr hergeben (Verlängerung, Sessellift). Aber so bleibe ich auf dem Keilberg."

Wir kommen etwa alle zwei Jahre nach Oberwiesenthal. Wir sind sonst in Österreich. Es ist immer irgendwie muggelich am Fichtelberg. Unsere Kinder und jetzt Enkelkinder haben dort das Skifahren gelernt. Wir mögen die Menschen dort. (...) Die Preise sind okay. Alles ist irgendwie entschleunigt. Es gibt sicher einen ziemlichen Investitionsstau, aber wir kommen trotzdem gern. Auch 2020 wieder und führen die nächste Generation heran.

Ulf L. aus Ückeritz

Das sagt der Liftbetreiber in Oberwiesenthal

René Lötzsch, dem Liftbetreiber in Oberwiesenthal, sind die Probleme bekannt. "Die Leute, die herkommen, sind zufrieden. Aber man hört schon raus, dass sie sich neue Anlagen wünschen", sagt er. Seit sechs Jahren versucht er, die Baugenehmigungen für zwei moderne Sessellifte zu bekommen. Gescheitert ist es bisher an behördlichen Vorschriften und den Einwänden von Naturschutzvereinen.

Aktuell läuft ein neuer Baugenehmigungsantrag. Ab Anfang März liegen die Unterlagen öffentlich in Oberwiesenthal aus. Ende April erwartet René Lötzsch eine Aussage, wie es weitergeht. Solange konzentriert er sich darauf, optimale Bedingungen für die Wintersportler zu schaffen. "Wir versuchen, über die Qualität der Pistenpräparation zu punkten. Mir wurde zugetragen, dass die am Keilberg nicht optimal ist. Wir stecken da sehr viel Geld und Energie rein."

Mit der Zusammenarbeit mit dem Skigebiet Keilberg für die Interskiregion ist der Liftbetreiber in Oberwiesenthal zufrieden. Er kann sich auch vorstellen, diese künftig noch auszubauen.

Interskiregion In einer Interskiregion sind die beiden Gipfel Fichtelberg und Keilberg mit Shuttlebussen verbunden. Stündlich können die Gäste so die Grenze überqueren. Ab anderthalb Tagen gilt ein gemeinsames Skilift-Ticket für die gesamte Region. Das günstigste Ticket kostet für Erwachsene 42 Euro.

Der Tourismusverband Oberwiesenthal wollte sich auf Nachfrage von MDR SACHSEN nicht äußern.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.02.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2019, 18:13 Uhr

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5 Kommentare

22.02.2019 10:01 Erzer 5

Man könnte manchmal annehmen, als sei das von der sächsischen Politik aus gar nicht gewollt, dass das Fichtelberggebiet -sei es im Winter oder Sommer- attraktiver wird. Alleine das Fichtelbergplatue sieht schon desolat aus. Neue Parkplätze entstehen in der Stadt in keinster Weise. Mit unseren Liftanlagen kann man sich wirklich langsam verstecken. Und immer wenn man glaubt einen neuen Schritt voran zukommen, gibt es wieder neue Einwände oder i-ein Formular war angeblich nicht vollständig. Ähnliches sieht man auch an der neuen Aufstiegshilfe fürs Skicup, welche auch diesen Winter wieder nur still stand, weil der TÜV nicht vollständig abgeschlossen wurde. Peinlich !! Wäre es der Landesregierung wirklich wichtig, gäbe es größere Unterstützung. Wozu haben wir einen Herrn Dulig und Herrn Kretzschmer ?? !!

21.02.2019 15:32 Rudolfdi Esel 4

"den Einwänden von Naturschutzvereinen" So ist das nun mal, wir als Deutsche müssen immer Vorbild sein, sei es hier oder beim "Diesel Gate". Es grünt so GRÜN...

21.02.2019 10:46 Hans Frieder Leistner 3

Es ist ja nicht nur am Fichtelberg so. Auch in Bayern wird von allen möglichen Miesmachern gegen jeden Skilift und präparierten Hang demonstriert und geklagt. Z.B. wurde in Balderschwang eine Verbindung zweier Skigebiete verhindert. Auf der anderen Seite des Berges in Österreich stehen dafür vier Lifte. Und wenn man im TV Sat 3 oder Bayern 3 morgens das Alpenpanorama ansieht kann man sich nur wundern wie die Österreicher ihre Berge mit Liften und Freizeitanlagen zupflastern. Bei uns gilt der Schutz der Alpen.

21.02.2019 07:49 snaz83 2

Man muss auch nicht, gegen jeden Menschenverstand, in mittelgebirgsregionen den Wintersport noch weiter intensivieren, wo in den meisten Jahren auch im Winter wenig Schnee zu erwarten ist. Was gerade in Schierke im Harz passiert, das ist die vrschandelung unserer heimischen Natur. Irgendwo muss auch da Mal nen strich ziehen, und nicht die zigste Anfahrt bauen.

20.02.2019 20:36 Angela B. 1

Ja, beim Keilberg ist mehr gemacht worden, was die Betreiber der Skianlagen auf dem Fichtelberg ja auch wollen. Aber wir haben härtere Auflagen hinsichtlich Naturschutz und das ist vielleicht auch gut so. Ich denke in der Tschechei steht der Kommerz im Vordergrund und nicht der Erhalt der Natur. Deshalb gehe ich gern zum Fichtelberg, auch wenn er nicht so modern ist.

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