20.01.2020 | 13:30 Uhr Nach Brand in Vejprty: Viele Verletzte aus Krankenhaus entlassen

Feuerwehrleute stehen während der Löscharbeiten an einem Einsatzwagen vor einem Pflegeheim für Behinderte.
Die tschechische Feuerwehr war mit 50 Einsatzkräften zur Unglücksstelle geeilt. Bildrechte: dpa

Nach dem Brand in einem Wohnheim für behinderte Menschen in Vejprty (Weipert) sind die meisten Verletzten wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Das berichten am Montag tschechische Medien. Ein Patient sei jedoch noch in einem kritischen Zustand und müsse künstlich beatmet werden. Bei dem Feuer am Sonntagmorgen waren acht Bewohner ums Leben gekommen, etwa zwei Dutzend Menschen wurden in Kliniken gebracht. Die Ursache für das Feuer in dem Ort direkt an der Grenze zu Sachsen wird den Berichten zufolge noch untersucht. Zum Brandzeitpunkt seien drei Pädagogen in dem Haus gewesen, die den Behinderten halfen.

Feuerwehr im Nachbarland sah sich gut gerüstet

Am Sonntag gab es zunächst Vorwürfe, die grenzüberschreitende Alarmierung der Feuerwehren habe nicht funktioniert.

Eine Sprecherin der Feuerwehr wird in den Berichten vom Montag nun mit den Worten zitiert, es habe keinen Grund gegeben, deutsche Feuerwehren zu alarmieren. Dies geschehe nur dann, wenn es große Feuer, etwa Waldbrände, gebe. Ein weiterer Feuerwehrsprecher aus der Region erklärte, es seien zwölf Einsatzfahrzeuge und 50 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen.

Dass bürokratische Hindernisse Hilfe verhindert hätten, schloss der Feuerwehrsprecher aus. Seit 2013 gebe es ein Kooperationsabkommen zwischen den Feuerwehren in der nordböhmischen Verwaltungsregion Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) und dem sächsischen Erzgebirgskreis. Die Straße vor dem Behindertenwohnheim sei sehr eng und der Platz begrenzt gewesen, so der Sprecher. Priorität bei dem Einsatz habe die Evakuierung der Heimbewohner gehabt. "Es war eine große Herausforderung, diese Menschen mit geistigen Behinderungen dort herauszubekommen", sagte er. Fehlende Sprachkenntnisse wären möglicherweise eine zusätzliche Komplikation gewesen.

Beim Rettungsdienst waren zwei Fahrzeuge der Johanniter aus Annaberg-Buchholz zur Hilfe nach Weipert geeilt.

Quelle: MDR/lam/tk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.01.2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2020, 13:38 Uhr

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