22.08.2019 | 17:02 Uhr Im Erzgebirge steht jetzt ein 5G-Mast für Eisenbahn ohne Lokführer

Ein 5G-Mast wird aufgestellt
Bildrechte: Ronny Küttner

Die geplante High-Tech Eisenbahn-Teststrecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg hat am Donnerstag ein sichtbares Zeichen bekommen. Am Mittag wurde auf dem Bahnhof Schlettau ein 35 Meter hoher Sendemast errichtet. "Die Firma Vodafone hat den 5G-Mast aufgestellt. Es handelt sich um einen temporären Mast. Dieser wird irgendwann wieder abgebaut", sagt Sören Claus, Technischer Leiter des Eisenbahn-Projektes.

Diesellok mit Sensoren sammelt Daten für automatische Fahrten

Auf der 25 Kilometer langen Eisenbahnstrecke wollen Wissenschaftler auf einem mit Sensoren ausgestatteten Dieseltriebwagen (VT 642) das führerlose Fahren testen. Der Mobilfunkstandard 5G wird für das automatisierte Fahren auf der Schiene benötigt, weil er eine geringe Latenzzeit hat. Bei der Latenzzeit handelt es sich um die Zeit, die beispielsweise von der Eingabe eines Befehls am Computer bis zur Reaktion der Technik, in diesem Fall der Bahn, vergeht. Ziel ist es, dass die vorhandene Infrastruktur besser genutzt werden kann und aufgrund der digitalen Verzahnung von Zug, Schiene und Schaltwerk mehr Züge fahren können.

Unternehmen entlang der Strecke sollen von 5G profitieren

5-G-Mast Schlettau
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Das Projekt ist Teil des sogenannten "Smart Rail Connectivity Campus". In dem Netzwerk arbeiten die TU Chemnitz, die Stadt Annaberg-Buchholz und Partner aus der Wissenschaft und dem Bahnsektor zusammen.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hat das Projekt eine Breitenwirkung entfaltet. Mehrere auf "autonomes Fahren" spezialisierte Unternehmen wollen ihre Produkte wie zum Beispiel Umfeldsensoren und Kameratechnik unter realen Bedingungen testen.

Neben den direkt beteiligten Firmen sollen auch Unternehmen aus der Region von dem 5G-Netz profitieren, unter anderem Zulieferer von Volkswagen Sachsen. Das Unternehmen stellt die Produktion in seinem Zwickauer Werk komplett auf Elektromobilität um. Darauf müssen sich auch die Zulieferer einstellen.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.08.2019 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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