Der Sonder-ICE überquert das 236,5 Meter lange Markersbacher Viadukt.
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Rollendes Labor der Deutschen Bahn ICE-Testzug hält im Erzgebirge

Im Erzgebirge hat ein Test-ICE der Deutschen Bahn Halt gemacht. Der Hochgeschwindigkeitszug macht sonst einen Bogen um die Region. Doch das soll sich ändern. Die Bahn will hier zum Beispiel automatisiertes Fahren erproben.

Der Sonder-ICE überquert das 236,5 Meter lange Markersbacher Viadukt.
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Ein ICE hat am Donnerstag auf seiner Fahrt durch das Erzgebirge zahlreiche Schaulustige angelockt. Der Neigetechnikzug der Baureihe 605 stoppte auf seiner Sonderfahrt unter anderem in Annaberg-Buchholz und in Wolkenstein. Zudem überquerte der ICE das Markersbacher Viadukt. Die Stahlbrücke gehört zur Strecke von Annaberg-Buchholz nach Schwarzenberg, auf der kein regelmäßiger Zugverkehr mehr stattfindet.

Testfahrt der Bahn ICE überquert historisches Viadukt

In der Region um Annaberg-Buchholz will die Bahn in Zukunft innovative Technologien erproben - etwa automatisiertes Fahren. Denn es gibt dort eine ungenutze Strecke.

Zahlreiche Schaulustige verfolgen die Überquerung eines Sonder-ICE über das Markersbacher Viadukt.
Der dieselelektrische ICE überquert das 236,5 Meter lange Markersbacher Viadukt. Bildrechte: dpa
Zahlreiche Schaulustige verfolgen die Überquerung eines Sonder-ICE über das Markersbacher Viadukt.
Der dieselelektrische ICE überquert das 236,5 Meter lange Markersbacher Viadukt. Bildrechte: dpa
Der Sonder-ICE überquert das 236,5 Meter lange Markersbacher Viadukt.
Die Fahrt des modernen Zuges über das historische Gerüstpfeilerviadukt von 1889 fand im Rahmen einer Testfahrt des sogenannten "advanced TrainLab DB" statt. Bildrechte: dpa
ICE-Zug fährt durch verschneiten Wald in Kurve.
Der ICE-Testzug der Bahn fährt nach Annaberg-Buchholz ein. Für den Bahnverkehr der Zukunft wird die Region um Annaberg eine wichtige Rolle spielen. Denn hier steht ein ungenutztes Gleis, gut in Schuss und bestens geeignet für eine Teststrecke: mit digitalem Stellwerk, Gefälle, Steigungen, engen Radien, beschrankten und unbeschrankten Bahnübergängen. Bildrechte: Bernd März
Zwei Züge stehen an Bahnsteig im Bahnhof, einige Menschen machen Fotos von ICE.
Zur Freude von Hobby-Fotografen und Schaulustigen blieb der Zug einige Zeit im Bahnhof von Annaberg-Buchholz stehen. Bildrechte: Bernd März
ICE steht in verschneiter Landschaft vor einem Bahnhofsgebäude, im Vordergrund macht eine Frau ein Foto.
Der Zug dient künftig der Erprobung innovativer Technologien. Ein Versuchsfeld ist beispielsweise das automatisierte Fahren. Im nächsten Jahr sollen weitere Fahrten stattfinden. Bildrechte: Bernd März
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Der auch als ICE-TD bekannte Zug wird von der Deutschen Bahn seit kurzem als fahrendes Labor eingesetzt. Mit dem sogenannten Advanced Trainlab sollen neue Technologien wie Fahrerassistenzsysteme, Datenkommunikation oder auch Sensorik und Ortung ausprobiert werden. Im nächsten Jahr sollen auch Versuche auf der Teststrecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg stattfinden. Sie ist 24 Kilometer lang und verfügt über Gefälle, Steigungen, enge Radien, beschrankte und unbeschrankte Bahnübergänge.

Zug zum letzen Mal als Passagierzug unterwegs

Der Laborzug wird am Freitag im Auftrag der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Pendler in Nürnberg abholen und um deren Rückkehr in die Stadt werben, wo Fachkräfte gesucht werden.

Die Diesel-ICE sollten von 2000 an den Fernverkehr zwischen Nürnberg, Chemnitz und Dresden in Schwung bringen, wurden nach einer Pannenserie 2003 aber abgezogen. 2017 hat die Bahn die Diesel-ICE, die zuletzt zwischen Hamburg und Kopenhagen fuhren, ausgemustert.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 20.12.2018 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2018, 08:11 Uhr

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7 Kommentare

21.12.2018 18:18 GEWY38 7

@Mane, es kommt überhaupt nichts wieder. Dafür sorgt schon der Beauftragte der DB Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen zur Verhinderung des Fernverkehrs im Großraum Chemnitz-Zwickau. Wir eignen uns zur Not noch als Versuchskarnickel.

21.12.2018 15:03 Reichsbahner 6

Toll, wenn man(n) bedenkt, das die Deutsche Bahn bis heute (und in nächster Zukunft) nicht in der Lage ist, Chemnitz/Zwickau an das Fernverkehrsnetz anzubinden. Aber wie so oft, der Osten forscht für den Westen und schafft dann dort die Arbeitsplätze und den Wohlstand...

21.12.2018 13:17 Bernd 5

@1 nur das Markersbacher Viadukt ist nicht irgendeine Bruecke. Gut da sie sich eher fuer Reis interessieren wissen sie das nicht. Allerdings regelmaessiger Verkehr auf der Strecke mit nem Desiro oder in der Art waere besser.

21.12.2018 11:44 Mane 4

Wir werden schon noch das Rad wieder neu erfinden.Was alles auf den Strecken im Erzgebirge gefahren ist,war toll! Wurde alles abgeschaft und nun soll es wieder kommen.

21.12.2018 10:47 Der Reformator 3

Glück auf, Glück auf... Der ICE kommt, und er bringt neue Fachkräfte bei der Nacht und fährt dann ab und fährt dann ab.

21.12.2018 03:19 Jenny Zengerle 2

Das hätte ich gerne gesehen, wie der ICE in Wolkenstein gehalten hat. Vor 3 Jahren haben mein Mann und ich direkt am Bahnhof Wolkenstein Urlaub gemacht im Zughotel.

20.12.2018 21:34 Sack-Reis-Meldung 1

Werden wir demnächst
auch noch lesen, dass
irgendein LKW
irgendwo über
irgendeine Brücke gefahren ist?

Das wäre ja mal ein echter Nachrichtenwert.

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