05.12.2019 | 15:23 Uhr Raacht das Mannel auf dem Raachermannelmarkt Aue zu kurz?

Weihnachtszeit ist Weihnachtsmarktzeit, auch in Aue. Dort ist der Weihnachtsmarkt allerdings nach drei Tagen schon wieder Geschichte. In Aue wird über das Für und Wider eines längeren Marktes während der Vorweihnachtszeit diskutiert.

Auf dem Marktplatz von Aue steht eine große Säule, auf der ein Räuchermann steht.
Für dieses Jahr hat das "Raachermannl" in Aue seinen Dienst getan und kehrt der Stadt den Rücken. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Am ersten Adventswochende hatten die Einwohner von Aue-Bad Schlema und ihre Gäste Zeit für den Besuch des "Raachermannelmarktes". Drei Tage dauerte das Fest, nun kehrt der große Räuchermann der Stadt wieder den Rücken.

In anderen Erzgebirgsstädten wie Annaberg-Buchholz, Schneeberg oder Schwarzenberg haben die Märkte dagegen bis kurz vor Weihnachten geöffnet. Mehrere Händler in Aue, deren Geschäfte am Altmarkt vom Weihnachtsmarkt profitieren, hätten gern einen längeren Weihnachtsmarkt in der Stadt.

Eine einzelne geschmückte Weihnachtsbude steht an einer Häuserzeile.
Am Eiscafe am Markt bleibt das weihnachtliche Flair noch länger erhalten. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Kerstin Steinmacher vom "Eiscafe am Altmarkt" hätte kein Problem mit einer längeren Marktzeit in Aue. "Viele Kunden haben uns das auch gesagt. Und es war ja auch gut, dass die Geschäfte am Altmarkt alle geöffnet hatten."
Auch Kim Ngân, die in Aue einen Imbiss betreibt und auf dem Raachermannelmarkt Würstchen verkauft, hält den Aufwand für drei Tage Markt zu groß. "Eine Woche Aufbau für drei Tage Markt lohnt sich nicht richtig. Ich habe schon überlegt, zum Weihnachtsmarkt nach Chemnitz zu gehen, aber eigentlich möchte ich ja in Aue bleiben." Elke Schädlich, die ein Geschäft für Schuhmode betreibt, hält das Wochenende dagegen für ausreichend. "Aber schöner sollte der Markt werden und romantischer. Aue kann das, wenn sich noch mehr Leute engagieren." Schließlich müsse die Stadt auf sich aufmerksam machen.

Stadtsprecherin verteidigt das kurze Raachermannel

Jana Hecker, die Pressesprecherin der Stadt Aue-Bad Schlema hält dagegen. "Der Aufwand für die Stadt ist nicht wesentlich größer, wenn der Markt länger dauern würde." Es sei auch gut, wenn die Einwohner von Aue über eine längere Marktzeit diskutieren. "Aber die Entscheidung darüber muss im Ortschaftsrat oder im Stadtrat fallen." Auch die Händler müssten natürlich wollen. Für manche Vereine sei es aber schwierig, Personal für einen längeren Zeitraum zu finden. Man müsse das Erzgebirge aber auch als Region verstehen, in der es zur Weihnachtszeit noch viele andere Märkte gäbe.

Wer in diesen Tagen einen Weihnachtsmarkt sucht, der findet in der Region auf jeden Fall einen Glühweinstand.

Jana Hecker Pressesprecherin der Stadt Aue-Bad Schlema

Eine Frau mit Weihnachtsmütze lehnt an einer Säule, auf der ein großer Räuchermann steht.
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Keine Dutzendware auf dem Raachermannelmarkt

Jana Hecker verweist auf das besondere Angebot des Auer "Rachermannelmarktes", der eben nicht auf austauschbare Buden mit Dutzendware setzen würde. "Wir haben in diesem Jahr dreißig Händler mit ganz besonderen Angeboten hier gehabt und setzen dabei auf Regionalität, Kunst und Sport."

Auch für die Kinder sei der Markt etwas ganz Besonderes mit seinem Kinderweihnachtszelt von Silke Skorzus und dem Weihnachtsmannpostamt, von dem die Auer Künstlerin Karin Leißner seit elf Jahren die gestalteten Bilder der Kinder an Weihnachtspostämter in aller Welt verschickt.

Zwei Frauen sitzen in einem Park auf einem mit Geschenkpaketen beladenenn Pferdeschlitten.
Silke Skorzus und Karin Leißner haben auf dem Raachermannelmarkt die Wünsche der Kinder im Blick. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Fazit: Raachermannlmarkt wird sich entwickeln

Jana Hecker zieht eine positive Bilanz. "Wir hatten an den drei Tagen sehr sehr viele Besucher in Aue. Das hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt." Die Stadt versuche auch, den Markt jedes Jahr attraktiver zu machen für die Besucher. Über viele Ideen, den Markt zu entwickeln, würde auch in Zukunft diskutiert.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - DAS SACHSENRADIO | 29.11.2019 | 16:20 Uhr in den Veranstaltungstipps

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2019, 15:23 Uhr

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