Stellenannonce aufgetaucht Minijobber für die Wetterwarte Fichtelberg gesucht

Seit dem 1. Januar läuft die Wetterwarte auf dem Fichtelberg vollautomatisiert. Die Mitarbeiter bekamen andere Aufgaben und wurden versetzt. Jetzt wird ein Minijobber zur Betreuung der Messsysteme gesucht.

Ein Haus mit Wettermessstation, um das Nadelbäume wachsen
Die Wetterwarte auf dem Fichtelberg wird seit dem 1. Januar 2019 vollautomatisiert betrieben. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Auf dem Fichtelberg hängt eine Stellenannonce. Gesucht wird ein Betreuer des Wetterwartenmessfeldes auf Teilzeit- oder Minijobbasis. Einmal in der Woche soll dieser nach dem Rechten schauen, Messgeräte reinigen oder Rasen mähen. Technisches Verständnis und gärtnerische Fähigkeiten wären von Vorteil.

Probleme mit den Schneehöhen am Jahresanfang

Erst am 1. Januar 2019 zog der Deutsche Wetterdienst sein Personal vom Fichtelberg ab. Die Station läuft nun vollautomatisiert. Ulrike Kahl, Kreisvorsitzende des Erzgebirgsverbands von Bündnis 90/Die Grünen, hatte sich lange Zeit gegen eine Vollautomatisierung eingesetzt. Für sie ist der Einsatz eines Minijobbers eine Billiglösung und ein Armutszeugnis für den Deutschen Wetterdienst. Schon Anfang des Jahrens kam es zu Problemen mit den Daten der Wetterwarte. Schneehöhen auf dem Fichtelberg wurden viel zu gering ausgewiesen. "Das ist eigentlich ein Beweis dafür, dass die automatisierte Messtechnik im Moment überhaupt nicht ausgereift ist", sagte Kahl im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Der ehemalige Leiter der Wetterwarte auf dem Fichtelberg, Gerd Franze, wohnt aktuell noch in der Wetterwarte. Er arbeitet von dort aus seit Januar in der Verwaltung des Deutschen Wetterdienstes. Bisher hat er noch während der Woche die Geräte des Messfeldes betreut. "Wir haben es gerne gemacht, wir lieben ja die Extreme hier oben. Und jetzt darf man es nicht mehr machen. Es kommen andere, die das für uns übernehmen. Das ist schon ein komisches Gefühl im Bauch," erzählte Franze.

Geräte einmal stündlich vom Eis befreit

Im Winter haben die Meteorologen die Geräte bis zu einmal pro Stunde vom Eis befreit, um genaue Ergebnisse zu erzielen. Wie das mit einem Minijobber, der einmal in der Woche auf den Fichtelberg fährt, gewährleistet werden soll, bleibt unklar. Der Deutsche Wetterdienst betreibt laut eigener Aussage 160 vollautomatisierte Wetterstationen und braucht die Mitarbeiter der Wetterwarten dringend für nichtautomatisierte Tätigkeiten.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 29.03.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2019, 20:17 Uhr

Mehr aus Annaberg, Aue und Schwarzenberg

Mehr aus Sachsen