23.10.2019 | 12:38 Uhr Noch immer keine neuen Lifte in Oberwiesenthal

Fahren die Tschechen den Deutschen davon? Der Winter steht fast vor der Tür, doch neue Lifte für den Fichtelberg sind nicht in Sicht. Am tschechischen Keilberg indes wird gerade eine neue Vierersesselbahn gebaut.

Ein stehender und vereister Schlepplift
Der vereiste Oberwiesenthaler Himmelsleiter-Lift. Bildrechte: MDR/Mario Unger

In Sachsens größtem Skigebiet - in Oberwiesenthal am Fichtelberg - ist wieder ein Sommer vergangen ohne große Fortschritte beim Liftneubau. Naturschutz, verschiedene Vorstellungen, neue Ideen - die Liste der kleinen und großen Hindernisse ist lang. Dabei laufen die Planungen für den Sechserlift an der Himmelsleiter schon seit 2013. An der neuen Acht-Sesselbahn am Haupthang sitzen die Planer seit 2016.

Himmelsleiter: Hoffnung auf Baustart 2020

Nach mehreren Umplanungen hofft Rene Lötzsch, Geschäftsführer der Fichtelbergschwebebahngesellschaft, nun noch in diesem Jahr auf einen Anhörungstermin für eine Baugenehmigung. "Im Bereich der Himmelsleiter sind die Unterlagen schon wieder zurück bei der Landesdirektion", sagte Lötzsch. "Wenn der Anhörungstermin gut verläuft, erhoffen wir uns eine Baugenehmigung für 2020."

Bürgerbündnis hat Einwände gegen Bau der Lifte am Haupthang

Komplizierter wird es vorn am Haupthang an der Freilichtbühne. Dort hat jetzt auch das Bürgerbündnis Wiesenthal "EINZ" Einwände. Stadtrat und Fraktionsvorsitzender Christopher Gahler kritisiert an den Plänen, "dass die Pistenfläche verringert, aber die Förderkapazität erhöht werden soll". Zudem gingen die Liftstützen quer über den Skihang. "Das ist natürlich eine Einschränkung des Komforts und eine mögliche Vergrößerung des Skigebietes Richtung tschechische Republik", sagte Gahler. Das Bürgerbündnis plädiere für eine längere Kombibahn mit Kabinen und Sesseln bis zur Bergspitze oberhalb des Haupthanges und bis hinunter ins Sehmatal Richtung Tschechien.

Starker Wind aus Südwest

Das kann Lötzsch gar nicht verstehen. Er schüttelt den Kopf, diese Umsetzung auf der Bergspitze hapere vor allem am Wind: "Wir müssen mit vielen Einflüssen rechnen. Da ist der starke Wind aus Südwest, der in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat", sagte Lötzsch. "Zudem kommt dort oben die schmale Piste. Die muss man auch beschneien. Bei starkem Wind ist das natürlich auch sehr kompliziert."

Probleme über Probleme. Innerhalb von Oberwiesenthal - aber eben auch mit den verschiedenen Naturschutzverbänden. Während auf deutscher Seite die Diskussionen laufen, wird am Gegenhang - am tschechischen Keilberg - kräftig im Skigebiet gewerkelt. Baumaßnahmen laufen auf Hochtouren. Momentan wird dort der erst 2005 errichtete Dreiersessellift durch eine Vierersesselbahn ersetzt. Oberwiesenthal scheint abgehängt zu sein. Rene Lötzsch sieht eine konkrete Gefahr: "Das kann bedeuten, dass eventuell die Planungen eingestellt werden."

Quelle: MDR/mk/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.10.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2019, 12:39 Uhr

6 Kommentare

MaP vor 4 Wochen

Erzählen sie das mal den Leuten von den Beherbergungsbetrieben auf der deutschen Seite. Hier lebt eine ganze Region vom Tourismus. Ich glaube, allein mit Ökotourismus ist da nichts zu machen. Diejenigen, die bei den Tschechen Skifahren, übernachten nämlich dann auch dort. Fahren sie mal hin und sehen sich an, was da alles entstanden ist und immer noch gebaut wird. Das ist nicht nur das Skigebiet, da stimmt die ganze Infrastruktur. Und preisgünstiger ist alles obendrein noch.

Ekkehard Kohfeld vor 4 Wochen

Der MDR selber hat davon berichtet das immer neu
Skilift gebaut werden sogar ganze neue Regionen für sehr viel
Geld erschlossen werden,wenn doch die sogenannten Experten
behaupten das in den Mittelgebirgen durch die Klimaerwärmung kein Schnee
mehr kommen wird,warum machen die das dann schmeißen die gerne ihr Geld zum Fenster raus?
Setzen die da Millionen in den Sand und nicht in den Schnee?
Also das ganze hat schon ein sehr starkes Geschmäckle.
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Chemnitzer vor 4 Wochen

Wenn man bedenkt, was im Harz in Schierke los war bzw. ist, da würde ich lieber sehr nachhaltig mit dem Ausbau vorgehen. Eine Nummer kleiner ist immer besser.

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