18.01.2020 | 11:26 Uhr Podcaster holt Promis aus dem Erzgebirge ans Mikro

Der 25-Jährige Christopher Gahler produziert seit Herbst 2018 den Podcast "Erzgebürger". Dafür interviewt er spannende Persönlichkeiten aus dem Erzgbirge und stellt die Ergebnisse dann zum Anhören online.

Christopher Gahler mit Jens Weißflog bei der Podcast-Aufnahme
Christopher Gahler mit Jens Weißflog bei der Podcast-Aufnahme. Bildrechte: Christopher Gahler

Es begann alles auf einer Autofahrt. Christopher Gahler war auf dem Rückweg von einem Termin und hatte dabei einen "Erzgebürger" kennengelernt. "Und das habe ich so im Auto vor mich hin gemurmelt und dann war die Idee da", erzählt Gahler. "Es gibt viele Podcasts aus anderen Regionen, aber auch hier gibt es ja sehr spannende Leute."

Aus der Idee wurde ein Konzept: Ein Podcast mit Interviewpartnern aus dem Erzgebirge mit dem Namen "Erzgebürger". Der 25-Jährige hat Kommunikationswissenschaften studiert, arbeitet im Marketing und hat auch einige Zeit beim Radio gearbeitet. "Deswegen bin ich dem Format Hören schon immer verbunden gewesen", sagt er. Der erste Gast für den Podcast war dann auch schnell gefunden. "Ich kenne Jens Weißflog persönlich und er ist auch eine sehr bekannte Person", so Gahler. Anfang Oktober 2018 ging die erste Folge online. "Und bisher habe ich nur positive Reaktionen darauf bekommen", erzählt Gahler stolz.

Bekannte Gäste wie Rixx von Stereoact

Acht Folgen mit Interviewpartnern wie dem Bundestagsabgeordneter für das Erzgebirge Alexander Krauß oder dem Musiker Rixx von Stereoact sind inzwischen entstanden. Vorschläge für Gäste in seinem Podcast bekommt er unter anderem auch von seinen Hörern. Manchmal sei es allerdings nicht so einfach, an die Persönlichkeiten heranzukommen. "Ich würde gern mal etwas mit Helge Leonhardt vom FC Aue machen", sagt Gahler. "Ich habe ihm sogar einen handgeschriebenen Brief geschickt, aber leider nie eine Antwort bekommen." Oft sei es am besten, wenn er die Interviewpartner bereits kenne oder über einen Dritten den Kontakt knüpfen kann.

Erzgebirger mit Leib und Seele

Das Ziel jeder Folge sei zu klären, was die Gäste antreibt, wie sie zu dem gekommen sind, was sie tun, wieso sie dies im Erzgebirge tun und was sie an dieser Region lieben, aber auch nicht mögen. Gahler selbst ist Erzgebirger mit Leib und Seele. Er hat bereits in Erfurt und in Lissabon gelebt, doch im Erzgebirge und insbesondere in seiner Heimatstadt Oberwiesenthal gefällt es ihm am besten.

Für seine Interviewpartner versucht sich Gahler immer besondere Fragen einfallen zu lassen. "Wenn ich Fragen stelle, die vielleicht noch keiner gestellt hat oder etwas herausfinde, was noch nicht jeder weiß, dann bin ich mit einer Folge sehr zufrieden", erzählt er. Um eine möglichst entspannte Atmosphäre zu schaffen, fährt er mit seiner Aufnahmetechnik zu seinen Gästen.

Am interessantesten sei es mit dem Musiker Driftwood Holly gewesen. "Er lebt eigentlich schon seit Jahren in Kanada, hat mich aber in seine kleine Holzhütte in Oberwiesenthal eingeladen", so Gahler. Diese sei etwa drei mal drei Meter groß und beherbergt zwei gegenüberstehende Sofas. "Es war sehr gemütlich da und das Gespräch ging auch sehr tief."

Christopher Gahler mit Denise Herrmann bei der Podcast-Aufnahme
Auch mit der Biathletin Denise Herrmann hat Christopher Gahler bereits eine Folge für seinen Podcast produziert. Bildrechte: Christopher Gahler

Um eine Folge zu produzieren, benötigt Gahler etwa 15 Stunden Arbeitszeit. "Vom ersten Anschreiben des Interviewpartners über das Aufnehmen und Onlinestellen ist schon eine Menge zu tun", sagt er. Derzeit erscheinen die Folgen in unregelmäßigen Abständen. "Eigentlich war pro Monat eine Folge geplant", sagt Gahler. "Aber das richtet sich nach meiner Zeit. Es ist ein Hobbyprojekt und ich habe jetzt auch keine Groupies, die jeden Monat vor dem Rechner sitzen und ganz dringend auf die neue Folge warten."

Millionen Fans mit seinem Podcast zu erreichen, ist auch gar nicht Gahlers Ziel. Er möchte spannende Geschichten aus dem Erzgebirge erzählen und helfen, Vorurteile über die Region und Sachsen im Allgemeinen abzubauen. "Es gibt ja doch sehr viele Ressentiments", sagt er. "Ich möchte mit dem Podcast zeigen, dass es viele weltoffene Personen hier gibt. So möchte ich das Erzgebirge nach außen tragen."

Quelle: MDR/al

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2020, 11:26 Uhr

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