02.07.2020 | 16:22 Uhr Wismut Sanierungsprojekt: Uranbergbau-Halde in Aue-Bad Schlema komplett abgetragen

Sanierung Halde 65 Wismut Aue-Bad Schlema
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In Aue-Bad Schlema geht ein weiteres Sanierungsprojekt aus Wismut-Zeiten zu Ende. Die Arbeiten an der "Halde 65" sind weitgehend abgeschlossen. Am Vormittag verließ der letzte Kipper mit Haldenmaterial den größten Altstandort der Wismut im Stadtgebiet. "Wir haben die Abdeckung fertig. Wir haben auch einen sogenannten Lärmschutzwall gebaut", sagt Manfred Speer von der Wismut GmbH. Es lägen aber noch einige Arbeiten vor ihnen.

Wir haben noch Wassergräben zu bauen, wir haben einen Fußweg zu verlegen, eine Beleuchtungsanlage neu zu installieren. Und dann muss das Ganze noch begrünt werden.

Manfred Speer Wismut GmbH

Wohnsiedlung soll nach Sanierung entstehen

Nach derzeitiger Planung wird die Sanierung im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein. Auf dem eingeebneten Gelände sollen Einfamilienhäuser entstehen. Darüber hinaus soll ein Teil der Fläche in das Europäische Blasmusikfestival eingebunden werden.

Die Sanierung der "Halde 65" in Aue-Bad Schlema war nicht unumstritten. So hatten sich Bürger für den Erhalt der mitten im Kurort liegenden Halde ausgesprochen. Zum einen war das Gelände inzwischen bewaldet, zum anderen musste das schwach radioaktiv belastete Haldenmaterial mit LKW aus der Stadt transportiert werden. Dazu waren in den vergangenen zwei Jahren bis zu 180 Einzelfahrten am Tag nötig.

Schwarzweiß-Foto
"Halde 65" Mitte der 1950-er Jahre Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zehn Millionen Euro für Sanierung der Halde

Insgesamt lagerten auf der "Halde 65" am Rande des Kurparks noch rund 900.000 Kubikmeter Material. Davon wurden etwa 500.000 Kubikmeter abgetragen, zur "Halde 371" nach Hartenstein transportiert und dort eingelagert. Der verbliebene Teil wurde profiliert und abgedeckt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro.

Halde 65 Die Halde 65 war in den Jahren 1948 bis 1957 durch die damalige Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut aufgeschüttet worden. Sie gehört damit zu den "Altstandorten" und unterliegt nicht dem Wismut-Gesetz, in dem sich die Bundesrepublik zur Sanierung der Altlasten verpflichtet hat.

Altstandorte sind Bergwerke und Hinterlassenschaften, in denen maximal bis Ende 1962 Uran gefördert wurde und die anschließend in den Besitz von Städten, Gemeinden, Kommunen oder auch Privatpersonen zurückgefallen sind.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 02.07.2020 | 19:00 Uhr

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