08.12.2019 | 14:30 Uhr Die Straße ins Nichts zwischen Elterlein und Geyer

Straßensperrungen wegen Bauarbeiten sind ärgerlich, dauern aber meist nicht ewig. Die Straße zwischen Geyer und Elterlein ist seit Wochen gesperrt - ohne Bauarbeiten. Wie lange das so bleibt, weiß niemand.

Ein Verkehrsschild, ein Zaun und Warnleuchten an einer Straße am Teich.
Bis November war diese Straße als Umleitung auch für den Schwerlastverkehr geöffnet. Jetzt ist sie sogar für Fußgänger gesperrt. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Die sechs Kilometer lange Straße zwischen Elterlein und Geyer ist schon seit vielen Jahren marode. Unweit der Pension "Waldschänke" führt sie über einen Damm am sogenannten Schwarzen Teich. Nach Ansicht des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr ist der Damm so beschädigt, dass die Straße nun komplett gesperrt werden musste.

Der Bürgermeister von Elterlein, Jörg Hartmann, kann die Sperrung nicht nachvollziehen. "Es hat bis unmittelbar vor der Sperrung eine Umleitungsstrecke hier entlang gegeben. Der gesamte Schwerlastverkehr ist Richtung Elterlein mit Tonnagen von 60 Tonnen und mehr drübergegangen. Und dann hat man mit einem Mal die Festlegung getroffen, dass nicht einmal mehr die Bürger drüberlaufen können." Eine Ampelregelung an der betroffenen Stelle oder ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 oder 7,5 Tonnen würde seiner Meinung nach genügen. Obwohl ihm auch klar sei, dass der Damm gesichert und erneuert werden müsse.

Finanzierung der Bauarbeiten unklar

Ob und wann der Damm und damit die Straße saniert werden, steht zur Zeit in den Sternen. Das Land gehört zu Teilen der Stadt Elterlein und dem Freistaat. Jörg Hartmann weiß, dass die Gemeinde die nötigen Gelder für eine Sanierung des Damms nie aufbringen könnte. "Wir reden hier von einem größeren siebenstelligen Betrag. Dort muss man sich auch die Landesregierung mit ins Boot holen."

Landesamt für Straßenbau und Verkehr sieht eindeutige Eigentumsverhältnisse

Isabel Pfeiffer, Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) verweist auf Anfrage des MDR auf das Sächsische Straßengesetz, in dem die Eigentumsverhältnisse geregelt sind. Demnach gehören nur der Oberbau von Straßen, die über Staudämme und Staumauern führen, zu den öffentlichen Straßen. Der in diesem Fall darunterliegende Staudamm liegt demnach nicht in der Verantwortung der Behörde. Das Gelände gehört teilweise der Gemeinde Elterlein. Aber auch der Bund ist Besitzer einiger betroffener Grundstücke.

An einer abschüssigen Straße steht ein Verkehrsschild: "Achtung Straßenschäden".
Das LASuV will den Damm auf seine Standsicherheit untersuchen lassen. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

LASuV  untersucht die Straße

Nach Angaben des LASuV sind bereits Untersuchungen beauftragt, um die Standsicherheit des betroffenen Straßenabschnitts zu prüfen. Sprecherin Pfeiffer: "Danach kann über eine mögliche Aufhebung der Sperrung für den Verkehr oder einzelne Verkehrsarten entschieden werden. Hier steht eindeutig die Sicherheit für Leib und Leben im Vordergrund." Auch eine Sperrung nur für Fahrzeuge über 7,5 oder 3,5 Tonnen, wie von Elterleins Bürgermeister gefordert, sei nicht möglich gewesen. Die Standsicherheit des Damms sei so gefährdet, dass eine vollständige Sperrung unumgänglich gewesen sei.

Pension "Waldschänke" muss Umsatzrückgang hinnehmen

Die Pension "Waldschänke", ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer, aber auch für Durchreisende, liegt genau vor dem Beginn der Vollsperrung an der Straße. Pensionschefin Jennifer Gerlach macht sich über den Besucherrückgang Sorgen. "Der ganze Durchgangsverkehr unter der Woche fehlt. Der November ist halt immer so ein Matschmonat und da ist man wirklich froh über jeden Kunden, den man hat, um über die Runden zu kommen."

Der Bürgermeister von Elterlein, Jörg Hartmann und die Betreiberin der Pension "Waldschänke", Jennifer Gerlach an der gesperrten Straße
Elterleins Bürgermeister Jörg Hartmann sucht nach einer pragmatischen Lösung, die auch der Betreiberin der Pension "Waldschänke", Jennifer Gerlach, nützt. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Eine kurzfristige Lösung für die Pension, aber auch für die Autofahrer der Region, ist frühestens nach Abschluss der Untersuchungen des LASuV zu erwarten.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.12.2019 | 18:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2019, 14:30 Uhr

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