Einsatzkräfte stehen auf einem Waldweg
Rund hundert Einsatzkräfte halfen bei der Rettungsaktion. Bildrechte: Daniel Unger

Grubenunglück in Schwarzenberg Mineraliensammler stürzt in Stollen im Erzgebirge ab

In einem Altbergbau-Stollen im Schwarzenberger Ortsteil Erla ist ein Mineraliensammler verunglückt. Der 40-Jährige war am Sonntagnachmittag mit einem weiteren Mann in den Schacht eingestiegen und dabei abgestürzt. Ein Großaufgebot von Rettungskräften kam zum Einsatz.

Einsatzkräfte stehen auf einem Waldweg
Rund hundert Einsatzkräfte halfen bei der Rettungsaktion. Bildrechte: Daniel Unger

Am Sonntag gegen 15 Uhr waren zwei Mineraliensammler im Erlaer Stollen auf Erkundungstour. Plötzlich lösten sich Steine und Holzlatten und ein Mann rutschte in die Tiefe. Sein Begleiter benötigte einige Zeit, um sich aus dem Stollen heraus zu retten und Hilfe zu holen.

Etwa zwei Stunden später heulten die Sirenen von Schwarzenberg bis Erlabrunn. "Person in Notlage, Person im Schacht" so lautete das Alarmstichwort für Feuerwehr, Bergretter und Grubenwehr in der Region. Rund hundert Einsatzkräfte kamen zur Unglücksstelle. Für die Rettung war viel Technik erforderlich. Nach MDR-Reporterinformationen war der Mineraliensammler zwei Ebenen in die Tiefe gerutscht und befand sich etwa 800 Meter im Inneren des Stollens. Um die Rettungsaktion zu koordinieren, wurde sogar eine Telefonleitung in den Stollen gelegt. Darüber kam dann auch die erste Meldung der Retter über den Gesundheitszustand des Gestürzten: Er sei ansprechbar, habe sich den Arm gebrochen.

Schwierige Bedingungen unter Tage

Um den Mann aus dem Stollen zu transportieren, musste die Wasserwacht Schwarzenberg zu Hilfe gerufen werden. Denn in einem Stollenabschnitt stand das Wasser teils bis auf Brusthöhe und eine spezielle Schwimmtrage musste her. Neun Stunden musste der Schwerverletzte insgesamt im Stollen ausharren. Gegen ein Uhr am Montagmorgen hatten ihn die Retter dann erfolgreich wieder über Tage gebracht. Ein Krankenwagen stand bereit und brachte den 40-Jährigen in ein Krankenhaus. Bei dem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt.

Bergmann verunglückte vor einem Jahr

Erst vorigen Sommer war ein 33 Jahre alter Bergmann im Erzgebirge in einem neu aufgefahrenen Schacht von einem Förderkorb am Kopf verletzt worden.  Die Männer und Frauen des Bergbau- und Höhenrettungszugs der Stadtfeuerwehr Annaberg-Buchholz kamen damals zum Einsatz. Zunächst hatte ein Notarzt in 80 Meter Tiefe den Verletzten betreut. Als er transportfähig war, war der Bergmann mit einem Rettungskorb über Tage gebracht und per Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.03.2019 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 14:46 Uhr

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8 Kommentare

26.03.2019 00:21 Wo ist das Lobbyregister? 8

@25.03.2019 18:40 Hannes
(Soll man Bergsteiger nicht retten, weil sie freiwillig am Berg klettern? Soll man Autofahrer nicht retten, nur weil sie zu schnell gefahren sind?)

Die beiden Fälle sind nicht vergleichbar: Eine Autobahn ist über eigentlich zwingende Verhaltensvorschriften geregeltes System - wer versucht, diese Vorschriften zu umgehen und damit diverse Paragraphen der StVO, geht kein zivilisatorisches Risiko ein, sondern ist ein inkompetenter und ignoranter ..... und nichts weiter als das.

Ihre anderen Beispiel sind eine andere Kategorie - die fallen unter "Herausforderung" und ohne die geht's nicht. Es sei denn, wir wollen noch mehr übergewichtige Bewegungsidioten mit dem Weltwissen und der Welterfahrung von "Influencern" und ähnliche Surrogatexistenzen. Für jemanden, der kalkuliert die sportliche Herausforderung sucht, rücke ich sofort und gerne aus - für Bleifussdeppen nicht.

25.03.2019 22:02 Jens Walter 7

Rettung ist geglückt, Danke den Rettern. Wir "Schwarzfahrer" wissen welche Gefahren auf uns im Berg lauern. Nur; wieviele von uns mussten schon gerettet werden und wieviele "Extremsportler"? Denkt mal daran wenn Ihr mit den Finger auf uns zeigt.
Glück Auf 77639

25.03.2019 18:40 Hannes 6

Lieber "Realist",

bei einer Rettung wird nicht unterschieden, unter welchen Umständen sich der Verunfallte in diese Situation gebracht hat. Soll man Bergsteiger nicht retten, weil sie freiwillig am Berg klettern? Soll man Autofahrer nicht retten, nur weil sie zu schnell gefahren sind? Der Mountainbiker, der Fallschirmspringer, der Wanderer, der Pilzsammler, der Sportler - sie alle machen etwas freiwillig und können sich dabei in eine Notsituation bringen.
Auch bei diesem Hobby oder der Höhlenforschung kann man die Gefahren minimieren (ganz ausschließen geht nie, nirgendwo ...).

Sie kennen die Örtlichkeit weil sie wissen, dass es ein "brüchiger Schacht" ist?

25.03.2019 18:23 Max W. 5

25.03.2019 16:55 Realist (Wieder mal ein Fall für die Anwartschaft auf den Darwin-Award,wie verrückt muß man sein um in einen brüchigen Schacht einzusteigen,)

Wie verrückt muss man sein, um auf einer dicht befahrenen BAB den Versuch zu unternehmen, mit 200 Km/h zu fahren? Wenn es danach geht, müsste man das halbe Land für den Darwin-Award anmelden.

Wenn Humanoiden gar kein Risiko eingingen, wären sie schon ausgestorben. Zu recht. Der Versuch, das unter der Deklamation von PC-Geschwätz vergessen zu machen, rächt sich früher oder später. Da fallen dann schon mal Leute aus der Takelage oder laden ihr Handy in der Badewanne.

25.03.2019 16:55 Realist 4

Wieder mal ein Fall für die Anwartschaft auf den Darwin-Award,wie verrückt muß man sein um in einen brüchigen Schacht einzusteigen,hier hat die Gier nach Sammelstücken den gesunden Menschenverstand ausgeschaltet,schlimm ist es für die Familie.Das dann noch die Leben der Retter gefärdet werden ist folgebedingt.Für so viel Dummheit sollte dieser Egoist eine Rechnung bekommen.

25.03.2019 16:29 Rasselbock 3

@1: Mal so gesagt weil das nicht eineindeutig erkennbar ist: Ist die Bergung einer Schwiegermutter offenbar auch als eine Erlösung definierbar? ;-)

Was den Sammler angeht: War er berechtigt im Berg da zu fummeln? Wenn nicht, im Berg sollen ja die Regresshexen wohnen.....

25.03.2019 15:27 Hannes 2

Tolle Arbeit der Retter, die nicht nur bei einem solchen medienwirksamen Einsatz unsere Aufmerksamkeit und Dank verdienen.

Was aber der Hinweis auf den Unfall in Pöhla vor einem Jahr damit zu tun hat, bleibt wohl das Geheimnis des Redakteurs.

25.03.2019 14:24 Dr.Götz Reimann 1

Hallo und guten Tag, absolut tolle Leistung von allen Rettern. Vielleicht noch eine Bemerkung, die ich auch schon an anderer Stelle, bei anderen Einsätzen gemacht habe. Es ist keine Besserwisserei!! Wenn ein Mensch aus so einer Situation oder anderen Notsituationen lebend gerettet wird, sagt man nicht er wurde geborgen, es erfolgte die Bergung. Da sagt man er wurde gerettet. Von Bergung spricht man, wenn die Person tot ist. Wirklich nur ein freundlich gemeinter Hinweis ohne "Klugscheisserei".

[Vielen Dank für den Hinweis. Beste Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion]

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