Tag des traditionellen Handwerks Werkstätten und Handwerksbetriebe im Erzgebirge öffnen ihre Türen

Ein Holzspielzeugmachermeister an der Drechselbank
Symbolbild Bildrechte: imago/epd

Zum 21. Tag des traditionellen Handwerks öffnen am Sonntag wieder 77 Werkstätten im gesamten Erzgebirge ihre Türen für Besucher. In diesem Jahr mit Abstand und mit den nötigen Schutzvorkehrungen.

Neben traditionellem Holzkunsthandwerk, den textilen Handwerkstechniken wie Klöppeln, Sticken, Spinnen oder Weben sind auch wieder viele andere, seltene und alte Gewerke zu erleben. Bestaunt werden kann zum Beispiel die Strumpfherstellung um 1920, die Senfherstellung auf einer traditionellen Senfmühle, das Restaurieren alter Polstermöbel, das Drucken in einer historischen Druckerei, das Papierschöpfen und Baumkuchenschaubacken.

Umfangreiche Hygienemaßnahmen

"Wir wissen ja nicht, wie viele Leute kommen", sagt Drechselmeister Jens Breitfeld aus Annaberg-Buchholz. "Also wir haben das Glück, wir können hier oben in der Werkstatt rein und aus dem Haus unten wieder raus. Also wir haben einen Rundkurs und dann an vielen Stellen, was zum Desinfizieren." Gleichzeitig können nur wenige Besucher in die Drechslerei. Auch die Handwerkergäste, Schnitzer und Posamentierer, müssen in diesem Jahr in unterschiedlichen Räumen platziert werden.

Eine Klöppelarbeit ist mit Nadeln fixiert
Eine Klöppelarbeit ist mit Nadeln fixiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Doch die umfangreichen Vorbereitungen in diesem Jahr hat auch einige Handwerksbetriebe abgeschreckt. Ursprünglich wollten sich 120 Betriebe am diesjährigen Tag des traditionellen Handwerks im Erzgebirge beteiligen. Durch die Corona-Pandemie und die daraus entstehenden Hygieneauflagen hat sich die Teilnehmerzahl um ein Drittel reduziert.

Sicherheit der Mitarbeiter geht vor

Auch die Manufaktur Holzminiaturen Graupner aus Crottendorf hat kurzfristig abgesagt. "Wir sind mittendrin in der diesjährigen Weihnachtssaison. Für uns ist natürlich das Hauptaugenmerk, dass unsere Produktion läuft", sagt Elly Graupner von der Geschäftsleitung. Man habe Bedenken. "Wenn unsere Mitarbeiter nicht so gut durch die Zeit kommen, vielleicht auch mal jemand in Quarantäne geschickt wird, dann strauchelt es bei uns natürlich und dann geht jetzt einfach die Sicherheit unserer Mitarbeiter vor", so Graupner.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.10.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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