10.07.2020 | 13:15 Uhr Papiermühle Zwönitz erstrahlt in neuem Glanz

Nach zweijähriger Sanierung und Umgestaltung ist am Freitag die Papiermühle im erzgebirgischen Niederzwönitz wiedereröffnet worden. Die Anlage gehört zu den ältesten noch funktionstüchtigen Papiermühlen Deutschlands. Sie erhielt ein neues Wasserrad und die Wohnräume der früheren Eigentümer wurden wieder eingerichtet.

Ein neues Wasserrad an einer Papiermühle
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit dem Einbau eines neuen Wasserrades in der Papiermühle Zwönitz sind die Sanierungsarbeiten an dem historischen Gebäude abgeschlossen. Spezialisten einer Mühlenbaufirma aus dem Erzgebirge haben in mehreren Wochen Kleinarbeit das neue Wasserrad eingebaut. Das alte war witterungsbedingt verschlissen. "Es gab noch alte Pläne von dem vorhergehenden Rad, da gab es eine alte Zeichnung", erzählt Mühlenbauer Patrick Einenkel. "Und danach haben wir das fast eins zu eins nachgebaut."

Papiermacher-Maschinen aus dem 19. Jahrhundert

Das Besondere des Museums ist die Funktionalität. Praktisch alle Maschinen laufen noch und können den Besuchern vorgeführt werden. "Die älteste Maschine, die wir haben, ist um 1850 entstanden", sagt Museumsleiterin Paula Stötzer. "Die Pappenmaschine. Sie läuft auch noch über das Wasser." Insgesamt seien die Maschinen im Museum alle um die Jahrhundertwende konstruiert worden. Bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden auf den alten Maschinen noch Papier und Pappe hergestellt.

Museum zeigt Leben und Arbeiten der Papiermacher

Nach dem 900.000 Euro teuren Umbau und der Erweiterung des Museums kann man nun auch sehen, wie die Papiermacher hier lebten. "Tatsächlich hat es die Wohnräume hier so gegeben. Die waren auch so angelegt", so Stötzer. "Wir wollen das Arbeiten und Leben unter einem Dach zeigen und haben dafür diesen Wohnbereich rekonstruiert." Es solle der Eindruck erweckt werden, dass die Bewohner und Arbeiter des Hauses jeden Moment wiederkommen könnten. Auf den einladenden Stühlen dürfe man zwar nicht Platz nehmen. Dafür aber auf einem Sofa, dass dann zu sprechen beginnt.

Mitte des 16. Jahrhundert wurde die Mühle erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde als bergbaulicher Sachzeuge im Unesco-Welterbe "Montanregion Erzgebirge" berücksichtigt.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 09.07.2020 | 19:00 Uhr

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