Bürger fragen die OB Hitzige Debatte bei Chemnitzer "Asyl-Gipfel"

Rund 1.200 Chemnitzer sind am Montagabend zur zweiten stadtteilübergreifenden Asylrunde in die Stadthalle gekommen. Etwa drei Stunden lang beantworteten Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sowie Politiker aus Bund, Land und Stadt die Fragen der Bürger. Die meisten drehten sich um Ängste sowie die Themen Kriminalität und Integration. In Chemnitz sind derzeit 2.000 Asylbewerber untergebracht, im Jahr zuvor musste Chemnitz lediglich 650 Asylsuchende beherbergen.

89 Prozent der Flüchtlinge in der Stadt sind derzeit dezentral in Wohnungen untergebracht. Elf Prozent der Asylsuchenden leben in Gemeinschaftsunterkünften. Ende Dezember 2015 mussten die Sozialbehörden der Stadt Chemnitz auch rund 300 minderjährige Flüchtlinge betreuen, die allein unterwegs waren.

Herkunftsländer der Asylbewerber (Auszug)
Herkunftsland Prozentualer Anteil
Syrien 29 Prozent
Afghanistan 13 Prozent
Irak 11 Prozent
Russland 5 Prozent
Pakistan 5 Prozent
Kosovo 5 Prozent

Nach Angaben der Stadtverwaltung sind 65 Prozent der Asylbewerber Männer. Die Stadt bietet in Gemeinschaftsunterkünften derzeit etwa 30 Arbeitsplätze für Asylbewerber, zudem gibt es 45 gemeinnützige Beschäftigungsgelegenheiten bei kommunalen und freien Trägern.

Beim Thema Integration beschreitet Chemnitz verschiedene Wege: 660 Plätze für Kinder und Jugendliche hat die Stadt in Vorbereitungsklassen an öffentlichen Schulen geschaffen, 22 Einrichtungen bieten teilweise kostenpflichtige Sprachkurse.

Mehr als 92 Chemnitzer betreuen als Paten 63 Flüchtlingsfamilien. Es gibt nach Angaben der Stadtverwaltung weitere Angebote von Einwohnern, die sich um Flüchtlinge kümmern möchten.

Alterstruktur der Asylbewerber
Altergruppe Prozentualer Anteil
unter 3 Jahre 7,6 Prozent
3 bis 6 Jahre 8,6 Prozent
7 bis 10 Jahre 8,2 Prozent
11 bis 15 Jahre 6,7 Prozent
16 bis 17 Jahre 2,7 Prozent
18 bis 24 Jahre 20,2 Prozent
25 bis 44 Jahre 40 Prozent
45 bis 64 Jahre 5,2 Prozent
65 Jahre und älter 0,9 Prozent

Die Stadt hat im vergangenen Jahr rund zehn Millionen Euro für die Asylbewerber ausgegeben. Bei einer Erstattung von 1.900 Euro je untergebrachte Person im Quartal durch den Freistaat, erwartet die Stadt für 2015 ein Defizit von 7,4 Millionen Euro. Der Jahresabschluss steht noch aus.

Die Debatte am Montagabend verlief zeitweise hitzig. In der Mehrzahl waren nach Informationen einer MDR-Reporterin Menschen gekommen, die Asylbewerbern kritisch gegenüberstehen. Sie machten ihren Unmut über Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft laut. "Es wurde gepfiffen, gebuht, getrampelt und einige Zwischenrufe wären eigentlich eine Sache für den Staatsanwalt", berichtet die Reporterin. Es wurde ein Aufnahmestopp für Asylbewerber für Chemnitz gefordert. Andere plädierten hingegen für einen Runden Tisch, an dem das Thema Asyl transparent diskutiert wird.

Diese Fragen haben die Chemnitzer gestellt:

  • Müssen die Asylbewerber wieder gehen, wenn der Krieg vorbei ist?
  • Warum entsteht der Eindruck, dass für andere Menschen keine Zeit und Geld mehr vorhanden ist?
  • Ab wann gilt man als Nazi?
  • Was tun gegen Ängste, Kriminalität und laute ausländische Nachbarn?
  • Was bedeutet Integration genau und wer muss etwas dazu leisten?

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2016, 10:12 Uhr

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45 Kommentare

03.02.2016 17:41 Chemnitzer Jung 45

Kleiner Einwurf: Michael Leutert (Linke) verglich die aktuellen Flüchtlinge mit den Ausreisewilligen der DDR!!!!! Aber Martin Kohlmann (ProChemnitz) antwortet "Vergleichen Sie nie wieder die heutigen Asylbewerber mit unseren Landsleuten, die damals vor Ihrer Räuberbande geflüchtet sind."
Was wohl unser Gutmensch Zschocke (Grüne) dazu sagen würde....

03.02.2016 09:42 007 44

Hört mal auf die Zahlen ihr Gutmenschen in Chemnitz. Im Januar sind bereits wieder 91000 Wirtschaftsflüchtlinge zu uns gekommen. Und wenn ihr vielleicht rechnen könntet ist das etwa Mitte nächsten Monat wieder eine Stadt wie Chemnitz an Einwanderern. Und in Zweileihalb Monaten wieder und immer weiter so. Wer das für richtig und gut für unser Land findet, der kann nicht normal sein....

03.02.2016 09:28 O-Perler 43

Was immer wieder vergessen wird, neben diesem immer wieder gemachten Mißbrauch der Begriffe "Flüchtlinge", "Schutzsuchende", "Geflüchtete" u.a.m. Millionen von Menschen stehen in den Startlöchern, um in's gelobte Land zu gelangen. Um die damit verbundene Gefahr der sukzessiven Auflösung der Handlungsfähigkeit des Staates zu verhindern, bedarf es eines "unfreundlichen" Gesichts, und NICHT immer neuer unterschwelliger Werbung in der sogenannten "Dritten Welt"! Ach, ja, ich vergaß; eine "Europäische Lösung" wird das alles bringen, und natürlich ein Sultan in der Türkei, der mit überaus "freundlichen Gesicht" für Deutschland dicht machen soll, ebenso wie das kleine Mazedonien. --

03.02.2016 09:27 007 42

33. lokalpatriot:...Stacheldraht und Schießbefehl.....diese Sprüche sind linke Wortspiele da verwechseln sie mich aber. Landesgrenzen müssen geschützt werden. Na und? Was wir Nationalstaaten früher selbst gemacht haben erledigen heute im Schengen Raum unsere äußersten Nachbarn, logisch. Und was meinen sie wohl wie? Mit Watte Bällchen und Fähnchen. Der Einsatz von Waffengewalt an den Grenzen ist in der letzten Konsequent richtig und normal. Oder nehmen sie jetzt der Polizei auch noch ihre Waffen weg? Sollen die mit den Verbrechern vielleicht Small Talk machen? Ich verstehe diese idiotische Diskussion überhaupt nicht. Keine vernünftigen Themen mehr???

03.02.2016 07:42 Klarheit 41

@31. Arndt: ----"Es ist richtig und wichtig Flüchtlinge aufzunehmen."------
dann gehen Sie Ihren Bedürfnissen nach quartieren sie bei sich Zuhause welche ein aber verschonen bitte die die keine Flüchtlinge hier haben wollen und auch keine aufnehmen möchten und finanzieren Sie Ihr "Bedürfniss" dann auch und plündern nicht die Kassen anderer!!!

03.02.2016 06:08 @ 31. Arndt: "Es ist richtig und wichtig Flüchtlinge aufzunehmen." 40

Das sehe ich auch so, aber die Flüchtlinge schicken wir nach Kriegsende wieder ins Heimatland zum Wideraufbau. Und die Einwanderer behalten wir nur dann, wenn Sie einen Nutzen für unsere Gesellschaft darstellen, sprich über die "Bluecard".
Den Rest sollten wir garnicht erst ins Land lassen. Kriminelle mit fehlender Idendität müssen wir sofort in Drittländer abschieben, so wie es z.b. Israel (Uganda) auch macht. Der Rest sollte dann über Verträge mit den Herkunftsländern zurück geführt werden. Und mir kann keiner erzählen, das Europa über die Nato in allen Ländern der Welt Krieg führen kann, aber keine Druckmittel gegenüber den Herkunftsländern hat, Ihre "Flüchtlinge" zurück zunehmen!

03.02.2016 02:32 buergerx 39

@25Holger: ja wie jetzt, eine europäische Abschottung ist Ihr Zitat "eine völlig unrealistische Vorstellung " oder wird, Ihr Zitat "langsam... Realität"? Ich sehe es so, dass es massiven europäischen Widerstand gegen kommende Masseneinwanderungen geben wird, wie auch immer dieser Widerstand aussehen wird.

03.02.2016 00:36 Anna Lüse 38

Die Bürger haben mit all ihren Sorgen und Ängsten Recht! Belästigungen und Übergriffe sind mit der illegalen Einwanderung gestiegen und zwar im ganzen Land! Wer das abstreitet, ist entweder dumm oder er sagt nicht die Wahrheit. Es wird vertuscht, beschönigt und gelogen. Und zwar von Presse und Politik. Und auch die Folgen der Islamisierung werden wir alle schon sehr bald zu spüren bekommen!

03.02.2016 00:04 benutzer 37

ein Defizit von 7,4 Millionen Euro..

Wer die wohl bezahlt?!

02.02.2016 23:57 benutzer 36

Grünen-Stadtrat Lehmann erntet Buhrufe und Beifall, als er sagt: "Ich freue mich auf die neuen kulturellen Einflüsse." "

Ohne Worte

"31. Arndt:
Es ist richtig und wichtig Flüchtlinge aufzunehmen."

nein ist es nicht

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