26.05.2020 | 14:50 Uhr Schadholz geht von Pockau auf Bahnreise nach Bayern

Im vergangenen Jahr haben Borkenkäfer in Sachsen mehr als zwei Millionen Kubikmeter Schadholz hinterlassen. Das wird jetzt per Bahn aus Pockau-Lengefeld abtransportiert und nach Bayern geschafft. So soll ein erneuter Befall verringert werden.

Zug mit Anhängern voll Schadholz im Bahnhof von Pockau-Längefeld
Bildrechte: Thomas Rother/SMEKUL

Am Dienstag sind 1.500 Kubikmeter Schadholz mit der Eisenbahn vom Bahnhof Pockau-Lengefeld nach Bayern abtransportiert worden. Der 500 Meter lange Zug fuhr dort zu einem Sägewerk. Für den Transport hatten der Staatsbetrieb Sachsenforst und die DB RegioNetz Erzgebirgsbahn den Verladebahnhof in Pockau-Lengefeld wieder in Betrieb genommen. Die sächsische Umweltstaatssekretärin Gisela Reetz, die bei der Abfahrt des Zuges dabei war, lobte die ökologischen Vorteile des Bahntransports.

Große Mengen auf einen Schlag abzutransportieren, erlaubt auch eine Versorgung weiter entfernt liegender Sägewerke. Das ist umso wichtiger, als dass dadurch die Möglichkeit besteht, große Mengen vom Borkenkäfer befallenen Holzes in kurzer Zeit aus den Schadregionen zu schaffen.

Gisela Reetz Sächsische Umweltstaatssekretärin

Damit würden die Wälder vor weiteren Schäden durch ausschwärmende Borkenkäfer geschützt und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert.

Das geschädigte Holz muss aus den Wäldern verschwinden

Nach Aussage von Landesforstpräsident Utz Hempfling muss geschädigtes Holz so schnell wie möglich aus den Wäldern abtransportiert werden.

In dem Holz finden insbesondere Borkenkäfer ideale Bedingungen für eine massenhafte Vermehrung. Haben sich genügend Käfer entwickelt, können sie im gemeinsamen Großangriff auch gesunde Bäume zum Absterben bringen.

Utz Hempfling Landesforstpräsident

Holzverladung im Güterbahnhof Pockau-Lengefeld

Auf dem eigens dafür wieder in Betrieb gesetzten Güterbahnhof in Pockau-Lengefeld wird Borkenkäfer-Schadholz auf einen Zug verladen.

Zug mit Anhängern voll Schadholz im Bahnhof von Pockau-Längefeld
Insgesamt umfasst die Zugladung, die am Dienstag Pockau-Lengefeld in Richtung Bayern verließ, 1.500 Kubikmeter Borkenkäfer-Holz. Bildrechte: Thomas Rother/SMEKUL
Zug mit Anhängern voll Schadholz im Bahnhof von Pockau-Längefeld
Insgesamt umfasst die Zugladung, die am Dienstag Pockau-Lengefeld in Richtung Bayern verließ, 1.500 Kubikmeter Borkenkäfer-Holz. Bildrechte: Thomas Rother/SMEKUL
Das Schadholz wurde aus einem Umkreis von rund 40 Kilometern um Pockau-Lengefeld aus den Wäldern zum Bahnhof gefahren und dort direkt auf die Züge verladen. Bildrechte: Thomas Rother/SMEKUL
Luftaufnahme auf langen Zug im Bahnhof Pockau-Lengefeld
Insgesamt 500 Meter Länge misst der voll beladene Zug. Bildrechte: Steffen Krausche/SMEKUL
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Luftaufnahme auf langen Zug im Bahnhof Pockau-Lengefeld
Das Schadholz wird aus einem Umkreis von rund 40 Kilometern um Pockau-Lengefeld aus den Wäldern zum Bahnhof gefahren und dort direkt auf die Züge verladen. Bildrechte: Steffen Krausche/SMEKUL

Verladebahnhof Pockau-Lengefeld ist wieder in Betrieb

Die DB RegioNetz Erzgebirgsbahn hatte für die Tranporte den Verladebereich des Bahnhofs Pockau Lengefeld instandgesetzt. Lutz Mehlhorn von der Erzgebirgsbahn hofft, dass damit ein erstes Signal gesetzt wird.

Wir hoffen, dass das keine Eintagsfliege ist, sondern dass, wenn sich das einspielt, gut bewährt, dass wir also wieder Verkehr auf die Schiene zurück verlagern von der Straße und damit auch im Erzgebirge wieder ein Zeichen setzen für einen umweltfreundlichen Güterverkehr auf der Schiene.

Lutz Mehlhorn Erzgebirgsbahn

Für den jetzigen Transport wurde das Schadholz aus einem Umkreis von rund 40 Kilometern um Pockau-Lengefeld aus den Wäldern zum Bahnhof gefahren und dort direkt auf die Züge verladen. Der nächste Abtransport von Pockau-Lengefeld ist für Juni geplant, weitere Transporte sollen folgen. Sachsenforst-Chef Hempfling will die Verlademöglichkeit für die Region dauerhaft aufrechterhalten. "Für die notwendige Entwicklung strukturreicher und klimastabiler Mischwälder im Erzgebirge müssen wir jungen Bäumen Licht und Platz zum Wachsen geben. Dafür muss ein Teil der älteren Bäume entnommen werden."

Bahntransport von Holz

Der Holztransport auf der Schiene wird bereits in anderen Teilen von Sachsen durchgeführt. Die Holzkunden von Sachsenforst nutzen Bahnhöfe unter anderem in Freiberg, Rechenberg-Bienenmühle, Dresden-Friedrichstadt und Eilenburg, um Holz zu transportieren.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.05.2020 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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